Freitag, 14. Juni 2013

Höchste Holunderblütensirupzeit!

Am süßesten schmecken bekanntlich die verbotenen Früchte. Zum Beispiel die aus dem Suttnerpark. Eine kulinarische Beweisführung in sechs Akten.

Eure Requisiten:
  • 20 – 30 Holunderdolden
  • 1 Kilo Zucker
  • 2 Zitronen
  • Glasflaschen für 1 Liter (Schraubverschluss oder Bügel)
  • Sieb und Küchentuch zum Seihen
  • Kochtopf
Vorhang auf!

1. Sobald die weißen Holunderblüten sich öffnen, kann es losgehen: Eilt an einem sonnigen Tag in den nächstgelegenen Park und schneidet 20 bis 30 trockene Dolden ab. Holundersträucher zum Plündern in eurer Umgebung findet ihr auf der Karte von Mundraub.

2. Auf Euphorie folgt Enttäuschung: Obwohl die Dolden ganze Armeen von Kleingetier beherbergen, solltet ihr sie nicht waschen, denn sonst geht der aromatische Blütenstaub baden. Um trotzdem halbwegs vegetarischen Sirup zu kochen, könnt ihr die Blüten knapp vor dem Stil abschneiden, um ihren Bewohnern den geordneten Rückzug zu erleichtern.

3. Derweil die Exilanten das Weite suchen, säubert emsig die Zitronen, schneidet sie in dünne Scheiben und gebt sie in den Topf. Kippt anschließend beherzt das Kilo Zucker dazu, gießt einen Liter heißes Wasser darüber und lasst die Mischung etwas abkühlen.

4. Gebt die Holunderblüten zu dem Zuckerzitronenwasser in den Topf, packt den Deckel drauf und lasst die Mischung ein bis zwei Tage ungeniert rumstehen. Danach seiht die Flüssigkeit durch das mit dem sauberen Küchentuch ausgeschlagene Sieb. Le voilà – Holunderblütensirup!

5. Jetzt sucht euch ausreichend viele Glasflaschen mit Drehverschluss oder schmucke Bügelfaschen. Merke: Mit kleineren Flaschen könnt ihr euch euren Sirup besser einteilen. Kocht sie nur in jedem Fall gründlich aus. Reinlichkeit schafft Haltbarkeit.

6. Nun füllt die Flaschen bis zum Anschlag mit dem Sirup und schließt sie sorgfältig. Ich habe ihn vorher ganz kurz aufgekocht und heiß abgefüllt. Ungeöffnet soll der Holunderblütensirup rund sechs Monate halten, geöffnet etwa einen Monat. Ein Schuss davon macht macht sogar Kostverächter wie mich zu Sektschlemmern, schmeckt aber natürlich auch ausgezeichnet mit Wasser oder als Schorle. Prost!

Mehr Spaß mit Holunder auf dem Suttnerblog:
> Mundraub im Suttnerpark


Selbstbedienung im Suttnerpark: Holunderblüten


Ein Blütenmeer geht baden

Holunderblütenzuckerzitronenwasser

So sollte man seinen Sirup nicht seihen

Das Auge trinkt mit: stylische 0,5 l Bügelflasche in Weißglas

Mittwoch, 12. Juni 2013

Die Suttnerstraße in Hamburg Altona – ein Manifest für das Urban Gardening.

Das Gärtnern auf öffentlichem Grund ist eine ehrenwerte Angelegenheit. Ansprüche an das städtische Umfeld floral formulieren. Pflanzen pflanzen, wo Gleichgültigkeit gedieh. Grüne Wünsche gestalten, statt dem grauen Staus quo zu folgen. Verantwortung übernehmen, statt sie einzufordern.

Im Mai 2012 hat der Freundeskreis Suttnerpark an der Suttnerstraße die ersten Baumscheiben in Nachbarschaftsbeete verwandelt. Müll sammelt sich in den Beeten. Wir sammeln ihn auf. Pflanzen wurden entwendet. Neue wurden gesät, es blüht bunter als zuvor. Auch der Freundeskreis wächst.

Im März 2013 haben weitere Nachbarn Baumscheiben bepflanzt. Von kleinen Holzzäunen flankiert trotzen ihre Blumen dem Vandalismus. Im Juni kamen noch mehr Beete hinzu. Am ersten Tag wurden sie von einem Fahrrad überfahren. Der Wille, die eigene Stadt zu gestalten, bleibt unantastbar.

Es ist schön, wie die Menschen öffentliche Räume einnehmen. Mittlerweile manifestieren sich vielfältige Wünsche nach selbstbestimmter Stadtbegrünung beginnend beim Hochbeet des Beet-Club Altona im Bertha-von-Suttner-Park entlang der Suttnerstraße bis zur Max-Brauer-Allee. Pars pro toto.

Wem gehören die Baumscheiben? Wem gehört der Park? Wem gehört die ganze Stadt? Uns! Nehmen wir uns unsere Freiräume! Und übernehmen wir die Verantwortung, die damit einhergeht!


Baujahr 2012: begrünter Bürgersteig à la Freundeskreis Suttnerpark
Juni 2013: Der neueste Zuwachs an der Suttnerstraße
Juni 2013: Zwei Stunden später zeigten diese Blumen leider (Fahrrad-)Profil
Mai 2013: Andere Nachbarn, andere Beete – Vielfalt gewinnt