Mittwoch, 13. März 2013

Der Fuchsschwanz, ein Wolf im Schafspelz.

Wer mich ob meiner stadtgärtnerischen Ambitionen mit Fragen zu Floralem behelligt, wird enttäuscht: Mein diesbezügliches Wissen ist oberflächlicher als ein Quadratmeter Rollrasen. Beim Gärtnern Neues zu entdecken, ist mir nichts Neues. Aber gelegentlich weiß Mutter Natur mich mit Erkenntnis regelrecht zu überrumpeln.

Was mir botanischem Ignoranten als namenlose Zierde unserer Wildblumenwiese gegolten hatte, entpuppte sich als eine der ältesten Nutzpflanzen der Menschheit, seit Jahrtausenden kultiviert in den Anden und Mittelamerika. Und auch ich hatte sie mir, wenngleich unwissentlich, bereits reingeschaufelt.

Oft adelten die gepoppten Samen des Fuchsschwanzes unter dem Namen Amaranth meine Cerealien mit leichtem Nussgeschmack. Außerdem dienen sie als glutenfreies Pseudogetreide und wertvoller Proteinlieferant für Babynahrung. Der Geschmack der Blätter soll dem des verwandten Mangolds ähneln.

Bei Wikipedia erklingt das Loblied auf den Fuchsschwanz noch viele weitere Strophen; Summa summarum scheint er mir die nützlichste Pflanze überhaupt zu sein. Sogar seine Blütenstände, ihres Zeichens wahre Bienenmagneten, lassen sich kochen und genießen. Ich hielt ihn für eine hübsche Blume.

Wenn eine Pflanze keinen Nutzen hat, bedeutet das meist: Wir kennen ihn nur noch nicht.

Übrigens: Die Erkenntnis, dass in unserem Hochbeet ein Fuchsschwanz blühte, reifte Dank unserer Fotogalerie auf Pinterest, wo mich eine nette Nutzerin in den Kommentaren über den Namen der Pflanze aufklärte.

Bier und Babynahrung, Brot und Bratlinge, Salat und Gemüse

Das Auge isst mit: Gartenfuchsschwanz beim Beet-Club Altona im Suttnerpark (2012)

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen