Dienstag, 27. November 2012

Interview: Marion wechselt zu Naturstrom.


Hamburg wird sauberer: Die Suttnerblog Ökostrom-Offensive

Viele meiner Freunde haben sich bereits für Ökostrom entschieden, laufend werden es mehr. Was ihnen bei der Wahl des Anbieters wichtig war, welche Erfahrungen sie beim Wechsel gemacht haben und wie es sich mit Ökostrom lebt, erzählen sie hier auf dem Suttnerblog in kleinen Interviews

Vorname: Marion
Alter: 28
Beruf: Strategic Planner
Stromanbieter alt: Vattenfall
Stromanbieter neu: Naturstrom
Wechsel: März 2011

Hallo Marion! Du beziehst nun schon seit längerem Ökostrom. Was hat dich dazu bewogen?

Marion: Nach der Katastrophe in Japan war für mich klar, dass jeder einzelne von uns ein Zeichen setzen muss, damit wir auf lange Sicht ohne Atomkraftwerke auskommen. Und nach einiger Recherche habe ich mit Naturstrom einen Anbieter gefunden, der wirklich grünen Strom produziert, aber kaum teurer ist als die Grundversorgung von Vattenfall. Damit war klar, dass ich das machen muss – und es kein Luxus ist, wie ich vorher immer gedacht hatte.

Das war 2011. Aktuell ist Naturstrom sogar deutlich günstiger als die Grundversorgung von Vattenfall. Viele Menschen sind bei Ökostrom trotzdem skeptisch, weil sie fürchten, für eine Mogelpackung zu bezahlen. Warum kannst du Naturstrom empfehlen? 

Marion: Auf der Website von Naturstrom wird sehr gut aufgeschlüsselt, aus welchen Quellen der Strom stammt. Außerdem wirbt Naturstrom mit verschiedenen Testsiegeln und Empfehlungen, zum Beispiel vom BUND. Deswegen bin ich mir ziemlich sicher, dass das wirklich Ökostrom ist, für den ich da bezahle.

Die Nennung der Erzeugungsanlagen auf der eigenen Website ist dafür jedenfalls ein sehr gutes Zeichen. Außerdem wird Naturstrom als einer von vier Anbietern vom unabhängigen Bündnis Atomausstieg selber machen empfohlen. Nachdem deine Wahl auf Naturstrom gefallen war, wie aufwändig gestaltete sich der Wechsel?

Marion: Der Wechsel war ziemlich unkompliziert. Wenn ich mich recht erinnere, musste ich einfach nur in einem Formular auf der Website Zählernummer und -stand eintragen, die üblichen Daten wie Adresse und Bankverbindung angeben und bekam kurze Zeit später Post mit den Vertragsunterlagen. Also alles ziemlich easy, nachdem man sich einmal für den Anbieter entschieden hat.

Hast du seit dem Wechsel eine andere Beziehung zu deinem Energieversorger, informierst du dich zum Beispiel über Neuigkeiten im Kundenmagazin oder bei Facebook? 

Marion: Nein, nicht wirklich. Obwohl Naturstrom sehr darauf bedacht ist, seine Kunden mit Informationen zu Nachhaltigkeitsthemen zu versorgen. Ich habe beispielsweise schon ein Zertifikat dafür bekommen, dass ich jetzt Naturstrom nutze. Und außerdem gibt es ein- bis zweimal im Jahr ein Kundenmagazin. Das finde ich wirklich gut, denn von mir aus würde ich eher nicht mit meinem Stromversorger in Kontakt treten.

In vielen Medien wird die Energiewende maßgeblich für die steigenden Strompreise verantwortlich gemacht. Wie beurteilst du als Ökostrom-Kundin diese Debatte?

Marion: Ich finde, dass solche Diskussionen heute eigentlich viel zu komplex sind, um sie von allen Seiten zu beleuchten und zu der einzig gültigen Wahrheit zu kommen. Ich kann nachvollziehen, dass die Umrüstung viel Geld kostet, allerdings sollten die Verantwortlichen auch darüber nachdenken, dass wir damit sowohl Versäumnisse der Vergangenheit abzahlen müssen, als auch für die Zukunft vorsorgen. Meiner Meinung nach ist es dumm, die Energiewende wegen der nötigen Investitionskosten zu stoppen – das wird für die Menschheit auf lange Sicht deutlich teurer. Und ich glaube und hoffe, dass viele meiner Mitmenschen ähnlich denken. Geld ist nicht alles und so lange wir uns teure Klamotten, Autos, Urlaube oder was auch immer leisten können, sollte der Ökostrom das letzte sein, an dem wir sparen.

Marion, vielen Dank für das Interview und Glückwunsch, dass du Vattenfall den Stecker gezogen hast!

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