Montag, 9. Januar 2012

Unterirdische Aktion der Hamburger Hochbahn.

Hamburgs Auftritt als „Umwelthauptstadt Europas 2011“ gerät immer mehr zur Farce: Um den Titel zu bekommen, wurde der Betrieb des stadteigenen U-Bahn-Netzes auf Ökostrom umgestellt. Den lieferte Deutschlands klimaschädlichster Stromversorger aus norwegischen Wasserkraftwerken, was 2011 ca. 80.000 Tonnen CO2* sparte. 2012 ist damit Schluss.

Der Verzicht auf Ökostrom entlastet die Hamburger Hochbahn angeblich um 300.000 Euro jährlich. Dieses Geld soll nun in Maßnahmen zur dauerhaften Verbrauchsreduzierung fließen. Zwar halte auch ich solche Investitionen für unabdingbar, wenn die Energiewende gelingen soll. Eine Begründung zum Verzicht auf Ökostrom sehe ich darin nicht.

Was können Einsparungen bei der Hochbahn leisten? Das Klimaschutz-Aushängeschild des Unternehmens, die Rückgewinnung von Bremsenergie, spart bis zu 472.000 kWh im Jahr und damit 265 Tonnen CO2*. Verglichen mit einem Jahresverbrauch von 150.000.000 kWh, also dem mehr als Dreihundertfachen, ist das Kosmetik.

Mir fällt nur ein Weg ein, wie die Hochbahn durch bloßes Stromsparen ihren Bezug von Kohlestrom ausgleichen kann. Und der kostet keine 300.000 Euro. Die U-Bahnen müssten im Stundentakt fahren statt alle fünf Minuten. Wäre da nicht Ökostrom, zum Beispiel vom städtischen Anbieter Hamburg Energie, praktikabler?

Auf der Website der Hochbahn heißt es: Die Weichen stehen auf Klimaschutz. Wer das jetzt noch behauptet, ist weich in der Birne.

*Laut Umweltbundesamt verursachte Strom aus dem deutschen Energiemix 2010 563 g CO2/kWh

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