Sonntag, 25. September 2011

Moorburgtrasse: Widerstand zum Mitnehmen.

Meinen Sonntag verbrachte ich an einem Biertisch vis-à-vis der Max-Brauer-Allee. Bewaffnet mit einem köstlichen Derivat heimischer Backkunst suchte ich die Gunst der Passanten, welche ich über Vattenfalls schändliche Pläne für Hamburg im Allgemeinen und Altona im Speziellen zu informieren gedachte.

Schon längst hatte ich meinen enttäuschten Körper wieder auf den heimischen Balkon transferiert, als die Initiative „Moorburgtrasse stoppen!“ das leere Schlachtfeld von hinten aufrollte, im Gepäck nicht weniger als die Industrialisierung ihres politischen Protestes: Widerstand to go!

Zu guter Letzt setzten zwei Kletterer der Aktion die Baumkrone auf, indem sie ein Transparent in zwei jener Wipfel hängten, welche Vattenfall zu beseitigen wünscht. Ungeachtet ereignisloser Stunden mit ignoranten Flaneuren verlebte ich also einen äußerst erfolgreichen Tag ...

Hier kredenzte ich Tristesse mit Schlagsahne
„Widerstand to go“ – der Prototyp steht

Politischer Protest in Groß und Klein

Banner im praktischen Gardinenformat
Eine kreative neue Aktionsform
Ein Todgeweihter bäumt sich auf
Für mich schon jetzt der Aufsteiger des Jahres

Darum heißt es wohl „Transparent“

Vattenfall degoutiert das neue Suttnerpark-Entreé

Donnerstag, 22. September 2011

Moorburgtrasse: Der Protest gegen Vattenfall wird deutlich.

Wenn Vattenfall Altona einmal der Länge nach für die Moorburgtrasse aufreißt, werden sich Viele wundern. Denn kaum einer weiß, dass und wie er dadurch betroffen ist. Zum Beispiel die Anwohner der Holstenstraße.

Der Bau wird von der Endo-Klinik am Nobistor bis zur Max-Brauer-Allee über Monate für Lärm und Verkehrskollaps sorgen – und nebenbei die Holstenstraße ihrer kargen Bepflanzung entledigen. Dann ist es zu spät.

Zum Glück informiert seit heute eine engagierte Hausgemeinschaft auf elf Metern Transparent darüber, was Nachbarschaft und Verkehr blüht und was, geht es nach Vattenfall, bald für immer ausgeblüht hat. Aber seht selbst:


Die Holstenstraße wird deutlich

Elfmeter gegen Vattenfall

 






























 








 

Mehr über Vattenfalls Pläne erfahrt ihr auf der Internetseite von Moorburgtrasse stoppen!

Mittwoch, 21. September 2011

Interview: Lana wechselt zu Naturstrom.


Vattenfall ist kein Schiksal: Die Suttnerblog Ökostrom-Offensive 2011


Viele meiner Freunde haben sich 2010 für Ökostrom entschieden und auch 2011 werden es immer mehr. Was ihnen bei der Wahl des Anbieters wichtig war, welche Erfahrungen sie beim Wechsel gemacht haben und wie es sich mit Ökostrom lebt, erzählen sie hier auf dem Suttnerblog in kleinen Interviews.


Vorname: Lana
Alter: 29
Beruf: Grafik Designer
Stromanbieter alt: Vattenfall
Stromanbieter neu: Naturstrom
Wechsel: September 2011

Hi Lana. Zusammen mit deiner alten Wohnung hast du auch Vattenfall verlassen. Für welchen Stromanbieter hast du dich nach dem Umzug entschieden und warum ist es dir wichtig, Ökostrom zu beziehen?

(Lana:) Ich dachte, wenn schon einen neuen Stromanbieter suchen, wieso dann nicht etwas Gutes tun und Ökostrom beziehen. Dass es Naturstrom geworden ist, liegt daran, dass es mir umweltinteressierte Freunde empfohlen haben, deren Meinung ich vertraue.

Erzähle uns von deinem Wechsel. Nachdem deine Wahl auf Naturstrom gefallen war, wie viel Zeit hat dich der Papierkram gekostet? Gab es Probleme?

(Lana:) Es gab keinen Papierkram. Ich habe alles online ausgefüllt und abgeschickt. Das einzige Problem war, dass der Button zum Abschicken bei Firefox nicht funktioniert hat. Mit Chrome ging es dann wunderbar.

Wie verlief der erste Kontakt zu Naturstrom, wie wurdest du als neue Kundin begrüßt?

(Lana:) Ich habe per Post einen dicken Brief bekommen mit vielen Informationsmaterialien und einer Tragetasche mit Naturstrom-Logo drauf und kurzen Henkeln.

Naturstrom betreibt eine Facebook-Seite. Gefällt dir das? Wirst du diesen Kanal nutzen, um mit deinem Stromanbieter in Kontakt zu bleiben, oder nutzt du ihn vielleicht bereits?

(Lana:) Hm, wenn ich ehrlich bin, werde ich den Kanal auf Facebook eher nicht nutzen. Ich fühle mich schon zu sehr von Facebook-Informationen überflutet.

Lana, vielen Dank für deine Zeit und Gratulation zum Wechsel! 

Mehr Stromwechsler auf dem Suttnerblog:
Wenn auch ihr euch für Ökostrom interessiert, findet ihr auf dem Suttnerblog einen Preisvergleich empfehlenswerter Ökostromanbieter.

Sonntag, 18. September 2011

Electrolux: Ein Parkplatz wird zum Park-Platz.

Im Suttnerpark wich in diesem Sommer ein öffentlicher Schandfleck aus Unkraut und Unrat einem öffentlichen Beet mit Kräutergarten. Verantwortlich waren Anwohner des verwahrlosten Parks. Sie folgten einem Trend, der andernorts professioneller und auch ertragreicher aufblühte: Urbanes Gärtnern.

Gleich schönen Blumen schossen in diesem Jahr Initiativen aus Hamburgs Boden, die öffentliche oder brachliegende Flächen in Nutzgärten, Blumenwiesen und Orte der Begegnung verwandelten: die Keimzelle im Karolinenviertel, das Gartendeck über den Dächern der Großen Freiheit, der Garden Club Altonaer Hinterhof und andere.

Das Kräuterbeet im Suttnerpark schmeichelt zwar dem Auge, nicht aber dem Gaumen. Manch einer mag das der übermäßigen Düngung durch schamlose Passanten und unerzogene Vierbeiner anlasten. Ich denke, es ist dem Mangel an Hochbeeten geschuldet. Denn die brächten, ungeachtet des Bodens, die Ernte auf ein genießbares Niveau.

Platz dafür gäbe es. An der Südwestseite des Parks liegt seit Jahren eine Fläche Brach, die sich zur Zwischennutzung als Garten nahezu aufdrängt: Der Parkplatz des Electrolux-Geländes. Mit mobilen Hochbeeten aus Paletten und Bäckerkisten, wie sie die Macher der Keimzelle gebaut haben, wäre der Parkplatz schnell ein Park-Platz.

Auch wenn ein solches Unterfangen den Namen Guerilla Gardening zu recht trüge, dürfte sich der Widerstand in Grenzen halten. Denn der Besitzer lässt im angrenzenden Electrolux-Gebäude kostenfrei eine Gruppe hauptberuflicher Alkohol-Tester wohnen. Das stört hin und wieder die Anwohner, führt aber maximal zu gelegentlichen Höflichkeitsbesuchen der Polizei.

Die Fläche ist da. Das Interesse an sozialen Gärten ist da. Das Wissen, wie man mit einfachen Mitteln transportable Hochbeete baut, ist da. Die Initiative Saatgut für Alle ist da. Was fehlt, sind mehr Menschen, die den Parkplatz zum Park-Platz machen möchten. Interesse? Kommt zum Nachbarschaftstreff an der Feurtonne – immer Dienstags ab 20:00 Uhr im Suttnerpark.

Max-Brauer-Allee, Ecke Suttnerstraße: der Electrolux-Parkplatz


Der Electrolux Park-Platz 2012? (Bildelemente: Keimzelle)

Dienstag, 13. September 2011

Blumen statt Baustelle 2. Bilder vom Parkfest.

Das Wetter hätte besser sein können, die Stimmung nicht: Bei „Blumen statt Baustelle 2“, dem bislang größten Nachbarschaftsfest im Suttnerpark.

Den Flohmarkt zwang ein anhaltender Nieselregen zum Ausverkauf, dem neuen Kräutergarten kam die Dusche sehr gelegen. An Buffet und Grill wurden indes viele Kontakte geknüpft, die Vernetzung der Nachbarschaft schritt im Tango-Rhythmus voran.

Und beim zentralen Gesprächsthema waren sich alle einig: Vattenfall kann seine Moorburgtrasse begraben. Nicht im Suttnerpark, sondern für immer.

Hier einige Impressionen von „Blumen statt Baustelle 2“:

Nachbarschaft im Aufbau
Kulturprogramm: Vattenfall auf der Nase herumtanzen
Schritt für Schritt den Park Retten
Ein Park mit Perspektive
Wer sagt, gegen Vattenfall ist kein Kraut gewachsen?
Am Grill und in der Liebe ist alles erlaubt
Einigkeit im Suttnerpark: Kein Interesse an der Trasse
Girlz n the Hood

Die Freie Uni Hamburg demonstrierte ein freies WLAN-Netz

Donnerstag, 8. September 2011

Mundraub im Suttnerpark.

Auf dem Fest im Suttnerpark am Sonntag wollen wir mit euch anstoßen. Und zwar mit einer neuen Spezialität: Suttnersekt. Dahinter verbirgt sich handelsüblicher Schaumwein mit einem kecken Schuss Holunderbeersaft. Letzterer stammt – daher der hochtrabende Name – aus dem Suttnergarten.

Abb. 1: Zum Reifen nah
Abb.2: Wir haben gut abgeschnitten

Abb. 3: Zeit der Entbeerung
Abb. 4: Körperwelten in meiner Küche
Abb. 5: Die Früchte der Arbeit
Abb.6: Ein Grund zum Rot werden
Abb. 7: Ausdruck guten Geschmacks
Wie das Endergebnis aussieht und wie es mit Sekt schmeckt, erfahrt ihr auf dem Parkfest am Sonntag!

Mehr Spaß mit Holunder auf dem Suttnerblog:
Höchste Holunderblütensirupzeit!

Mittwoch, 7. September 2011

Lasst uns die Moorburgtrasse begraben!

Heute morgen war bei Axel Springer zu lesen, Olaf Scholz und Vattenfall sondierten den Bau eines  Gaskraftwerks bei der Müllverbrennungsanlage in Stellingen. Konkretisieren sich diese Pläne, ist die Moorburgtrasse, gegen die ich hier seit zwei Jahren anschreibe, obsolet. Sicher ist das nicht.

Sicher ist indes: Olaf Scholz will keine Energieversorgung in Bürgerhand. Er will keine Energieversorgung in seinen Händen. Mit einer knappen Sperrminorität von 25,1 % bei den Versorgungsnetzen will er Vattenfalls Monopol zementieren, ein Gaskraftwerk wäre ihm dabei eine große Hilfe.

Sicher ist auch: Während Vatenfall und Senat im stillen Kämmerlein kungeln, sollte unser Protest ungebremst weitergehen. 
Lasst uns die Moorburgtrasse endgültig stoppen!
  • Nehmt an der durch 4.250 Einwendungen erzwungenen öffentlichen Erörterung zur Trasse teil. Der Termin wird hier bekannt gegeben.
  • Und das Wichtigste: Falls ihr euren Strom noch bei Vattenfall bezieht, kündigt. Es gibt für jeden die passende Alternative.
 
Meine Steckdose soll sauber bleiben













[update:] Hamburger Abendblatt: Baut Vattenfall ein Gaskraftwerk in Hamburg?

Montag, 5. September 2011

Nehmt euch den Suttnerpark!

Vattenfall und Quantum wollen den Suttnerpark abholzen, aufreißen, verkleinern und nach ihrer eigenen Vorstellung wieder aufbauen. Meine Nachbarn und ich haben andere Wünsche für den Suttnerpark. Und die erfüllen wir uns jetzt selbst.

Auf einer Fläche, die seit Jahren keinen Mitarbeiter des Grünflächenamtes gesehen hat, haben wir Wälder von Unkraut, Müll und anderen unschönen Dingen entfernt und ein Beet angelegt. Wir wussten nicht, was wir taten. Aber es hat Spaß gemacht.

Wer Lust hat, hier Pflanzen in die Erde zu lassen oder sich anderweitig einzubringen, ist herzlich willkommen. Es gibt keine Regeln. Es gibt keine festen Zeiten. Es gibt kreatives Chaos, Spaß am Verändern und den Willen, den Park zu retten. Wir machen es vor.

Macht mit und nehmt euch den Suttnerpark!

Hurra – wir haben ein Paar Gartennelken eingesackt
... Gleiches gilt natürlich für die Parks!
Der Lavendel steht neben sich
Wider Erwarten gedeihen sogar Tomaten

Blume statt Baustelle
Ein Passant erfand die Bezeichnung „Vatten-Pfahl“
Beste Lage: Der Südhang des Suttnergartens

Hier könnten eure Pflanzen blühen!

Multifunktionspark: erst Gärtnern, dann Grillen

Samstag, 3. September 2011

Der Suttnerpark feiert: Blumen statt Baustelle 2.

Seit „Blumen statt Baustelle“, dem ersten größeren Nachbarschaftsfest im Suttnerpark, ist viel passiert: Es wurde gegärtnert, gegrillt und jeden Dienstag ab 20:00 Uhr findet ein offener Vernetzungstreff an der Feuertonne statt.

Jetzt feiern wir unseren aufblühenden Wiederstand gegen Vattenfalls Pläne für Altona mit einem zweiten Parkfest. Das Programm ist so vielfältig wie die Nachbarschaft selbst und natürlich wollen wir am Ende gemeinsam grillen ...

Blumen statt Baustelle 2.
  • Sonntag, 11.09.2011
  • ab 15:00 Uhr
  • im Suttnerpark an der Suttnerstraße
  • Tango für Anfänger
  • Nachbarschaftsflohmarkt
  • Buttons basteln
  • Grills, Tische und Bänke sind vorhanden
  • für Essen und Getränke sorgt jeder selbst
  • bringt gerne Kuchen und Salate mit
Der Park kommt in'n Quark

Am 10.09.2011: Parkfest im Lunapark.

Während sich am Suttnerpark zaghafter Widerstand gegen Vattenfalls Moorburgtrasse durch Altona regt, wird im Lunapark schon dessen Rettung gefeiert: Nach bescheidenen zwei Jahren Dauerprotest soll die Trasse den Park nurmehr leicht touchieren.

Beim großen Parkfest kann man sich also neben leckerem Kuchen auch eine ordentliche Scheibe Engagement abschneiden:

Parkfest im Lunapark
  • Samstag, 10.09.2011
  • ab 15:00 Uhr
  • im Lunapark
  • Kinderflohmarkt
  • um 17:00 Uhr singen die „Swing Tonics“ Pop-Klassiker aus 4 Jahrzehnten
  • alle Informationen auf ag-lunapark.de