Donnerstag, 30. Juni 2011

Das Aufblühen der Suttnerpark-Lobby.

Am Dienstagabend verschönerten Unbekannte den Bertha-von-Suttner-Park, den Vattenfall zu zerstören plant, mit allerlei Pflanzen. Ohrenzeugen berichten von einem lauten Gelächter, unter dem die Parklobby ihre floralen Botschafter in die Erde entließ.

Das zeigte erstens: Es gibt Menschen, die für den Suttnerpark aktiv sind und dabei auch Verantwortung übernehmen, denn Pflanzen brauchen Pflege. Und zweitens: Parklobbyismus ist ein guter Freund von Parkparty
!

Darum wird der Suttnerpark künftig eine neue Rolle spielen. Ab sofort wird hier vermehrt gepflanzt, geredet, gelacht, gefeiert. Und zwar von einer bunt gemischten Parklobby jenseits der üblichen Klientel aus hauptberuflichen Alkoholikern.


Mehr darüber erfahrt ihr in Bälde auf dem Suttnerblog!
Erster Gang: Hortensie à la carte

Hurra – es gibt Austopf (Hortensie)

Es ist angerichtet! (Hortensie)

Duftende Doppelphalanx wider Vattenfall (Lavendel)

Die Parklobby wird handgreiflich (Taglilien)

So eine Aktion muss begossen werden!

Dienstag, 28. Juni 2011

Ein Festbericht.

Flohmarkt auf dem Gählerparkfest. Abbildung enthält zu veräußernde Objekte

Mit hübscher Regelmäßigkeit kündige ich auf dem Suttnerblog Termine an und bleibe die anschließende Berichterstattung schuldig, so geschehen beim Umsonstfest 2010. Nicht so bei Gählerparkfest und Umsonstfest 2011. Le voilà:

Das Gählerparkfest konnte den Erwartungen an Wind und Wetter nicht gerecht werden. Auf dem Flohmarkt waren just Vier Euro Fünfzig verdient, als eine nordische Brise drohte, mir die Holzkatzensammlung meiner Freundin um die Ohren zu wehen.

Aus der Not eine Tugend machend packten wir ein, wohlwissend, dass wenige Straßen weiter das windgeschützte Umsonstfest wartete. Kurz darauf sondierten wir dort – eine kostenlose und köstliche Kichererbsensuppe löffelnd – die Lage.

Inmitten des regen Treibens präsentierte sich der Arbeitskreis Lokale Ökonomie, der das Umsonstfest organisiert. Der Verein fördert ein Wirtschaften ohne Geld. Vom Couchtisch bis zum Computerkurs ist beim AK LÖk nichts umsonst, aber alles kostenlos.

Am Stand des Tauschrings Hamburg staunten wir über einen Katalog von respektablem Umfang mit unzähligen Dienstleistungen, die alle 1:1 getauscht werden. Ob Putzen oder Grafikdesign – gehandelt werden Minuten, keine falschen Wertvorstellungen.

Das Team von niriu hatte seine Nachbarschafts-Plattform mit einfachsten Mitteln ins echte Leben geholt: Auf einem Tisch lagen Gegenstände, die bei niriu verliehen werden – auf einer Karte von Altona konnte man sehen, wo die Besitzer wohnen.

Akustisch komplettiert wurde der Tag durch ein Musikprogramm von Deutschfunk (Nikolaus Wiedecke & Die Sugardaddys) bis hin zu Weltverbesserer-Soul (O.O.D. Band). Und wie Valerie and the Cockrings zu ihrem Namen kamen, weiß ich jetzt auch: Sie kneifen. Im Ohr.

Die Waffeln der Frau (Umsonstfest. Foto: niriu)

Wer findet Spider-Kid? (Umsonstfest. Foto: niriu
)

Die niriu-Community auf einer interaktiven Karte (Umsonstfest. Foto: niriu)

Dienstag, 21. Juni 2011

Am 25.06. in Altona: Parkfest und Umsonstfest.

Am Samstag ist der Bertha-von-Suttner-Park mal wieder Mittelpunkt des Geschehens. Denn im Gählerpark und in der Gefionstraße wird gefeiert. Spaßorientierte Menschen kommen dann nicht umhin, den Suttnerpark zu durchqueren, der genau dazwischen liegt.

Bei dieser Gelegenheit lohnt es sich durchaus, einen schüchternen Blick aufs „Weiße Brett“ zu werfen, die neue Informationstafel an der Sandkiste. Denn dort wird auch für Sonntag ein Fest angekündigt, und zwar bei der evangelischen KiTa Regenbogenkinder in der Suttnerstraße.


Ich als heimlicher Kapitalist mache Samstag als erste Amtshandlung auf dem Flohmarkt im Gählerpark
den Inhalt meines Kellers zu Geld. Danach lasse ich mich auf dem Umsonstfest mit einem vegetarischen Essen durchfüttern und lausche den vermutlich lieblichen Klängen der Cockrings.

Zwischendurch stoße ich in regelmäßigen Abständen
mit dem niriu-Team auf die Beta-Version der weltbesten Nachbarschafts-Plattform an. Und euch treffe ich sicherlich auch!

Parkfest im Gählerpark

Das Fest zur Rettung des Parks vor Vattenfall

  • Samstag, 25.06.2011
  • ab 15:00 Uhr
  • im Gählerpark
  • Nachbarschaftsflohmarkt
  • Schnupperklettern
  • Live-Musik
  • Essen und Trinken
  • und jede Menge gute Stimmung gegen Vattenfall!
Umsonstfest „Rock die Ware 2011“
Das Stadtteilfest ohne Geld

  • Samstag, 25.06.2011
  • ab 14:00 Uhr bis ca. 01:00 Uhr
  • in der Gefionstraße in Altona-Nord
  • Umsonstflohmarkt
  • vegetarisches Essen
  • DJ Romavilo (Gypsy-Beats)
  • O.O.D. Band (Oliver Ohene-Dokyi; Soul, Pop, Funk)
  • Giving Noise (Indie, Punk Rock)
  • und, und, und. Hier geht es zum Programm

Montag, 20. Juni 2011

Moorburgtrasse: Rote Karte für Vattenfall!

Mit Vordruck gegen Vattenfalls Moorburgtrasse!

Ich hasse Papierkram. Von der exorbitanten Steuerrückzahlung bis zum Wohlwollen meiner Mutter gibt es herzlich wenig, das mich mit Begeisterung zur Briefmarke greifen ließe. Dummerweise bedarf die Einwendung gegen Vattenfalls Moorburgtrasse der Schriftform.


Abhilfe schaffen die Postkarten der Bürgerinitiative „Moorburgtrasse stoppen!“. Auf der Rückseite erleichtern vorformulierte Argumente das Procedere. Und ob der hübschen Front fällt es selbst philatelistischen Ignoranten wie mir schwer, den Gang zum Briefkasten zu verweigern.


Grafisch wie textlich ziehen die Karten manch teuer produzierter Edgar-Karte die Wurst vom Teller. Das sage ich als Vegetarier. Und wen beim Anblick spontan die Muse küsst, der kann dieser postalen Sahnetorte seine metaphorische Kirsche aufsetzen und selbst zum Stift greifen:


Zwischen Vattenfall und den Senat passt ein Blatt Papier

Warum es sich lohnt, bis zum 29. Juni Einwendung gegen Vattenfalls Moorburgtrasse zu erheben?

  • Die Moorburgtrasse zementiert das Monopol des Konzerns, der Hamburg mit Bilanztricks um bis zu 70 Millionen Euro betrogen hat.
  • Die Moorburgtrasse zementiert eine Energiepolitik, mit der Vattenfall Hamburgs politische Klimaziele ad absurdum führt.
  • Die Moorburgtrasse zementiert Jahrzehnte, in denen Fernwärme aus dezentralen alternativen Energiequellen keine Perspektive hat.
  • Die Moorburgtrasse zementiert Altona und seine Parks. Und zwar auf einer Breite von zehn Metern. 333 Bäume werden dafür fallen.
> mehr Informationen auf Moorburgtrasse-stoppen.de

Sonntag, 19. Juni 2011

Nachbarschaftstreff der Suttnerpark-Lobby.

Der Bertha-von-Suttner-Park von seiner besten Seite

Gefreut hatte ich mich auf eine Vier-Tage-Woche, gearbeitet habe ich mindestes sechs Tage. Daher möge man es meinem geplagten Geist nachsehen, wenn unser Nachbarschaftstreffen im Suttnerpark erst heute seinen Weg ins Internet findet.


Es war wohl dem Pfingstwochenende anzulasten, dass die Nachbarschaft nicht gerade Schlange stand, um sich am obligatorischen Kaffee und Kuchen gütlich zu tun. Trotzdem kamen viele nette Gespräche zustande. Und einige überraschende.


Tatsächlich wohnen in der Suttnerstraße immer noch Menschen, die nicht wissen, dass Vattenfall ihnen die Bäume vor der Nase wegzufällen gedenkt, um den Sutternerpark für ein Jahr in eine Großbaustelle zu verwandeln.


Und tatsächlich waren viele der Annahme, es handele sich bei unserem Nachbarschaftstreff um eine Unterschriftensammlung für das Volksbegehren. Dabei war es vor allem der Versuch, dem Suttnerpark eine öffentliche Plattform zu geben.


Vielleicht wird der nächste Nachbarschaftstreff weniger Parkpolitik und mehr Parkparty. Vielleicht am frühen Abend, vielleicht mit herzhafter Küche, vielleicht sogar mit dem einen oder anderen Bier. Hoffentlich mit mehr Nachbarn.


Vom Balkon aus können wir den Suttnerpark nicht retten. Vom Balkon aus können wir höchstens zusehen, wie Vattenfall die Bäume fällt. Und danach können wir den Balkon für ein Jahr vergessen, weil der Baulärm unerträglich sein wird.


Verhindern können wir das nur mit Präsenz im Park. Vielleicht habt ihr ja Lust, euch an der Planung des nächsten Nachbarschaftstreffs zu beteiligen? Meine E-Mail Adresse findet ihr im Impressum.


Der Arbeitskreis Lokale Ökonomie zeigt Flagge für den Suttnerpark

Jetzt neu im Suttnerpark: das schwarze Brett

Samstag, 11. Juni 2011

Nachbarschaftstreff im Suttnerpark am 13.06.

Bei Vattenfall ist man der Ansicht, der Suttnerpark verfüge über keine Lobby und man könne hier ohne Widerstand 29 Bäume fällen. Dem ist nicht so. Gemeinsam mit netten Menschen aus der Nachbarschaft möchte ich anfangen, den Park nach unseren eigenen Vorstellungen zu nutzen und zu gestalten.

Der Suttnerpark gehört uns. Nicht Vattenfall.


Vor
drei Wochen hat der Suttnerpark sein wahrscheinlich erstes Parkfest erlebt. Letzte Woche war er Schauplatz seines wohl ersten musikalischen Demonstrationszugs mit hunderten feiernden Menschen. Am kommenden Montag wird der Suttnerpark sein erstes Nachbarschaftstreffen erleben:

Nachbarschaftstreff im Suttnerpark

  • Pfingstmontag, 13.06. 2011
  • ab 15:00 Uhr
  • Kaffe und Kuchen
  • Pflanzaktion
  • jeder Beitrag ist willkommen!
Falls mir dafür jemand einen Tisch leihen kann, bitte schreibt mir eine E-Mail!

Zur Einstimmung ein paar Fotos vom Parkfest am 22. Mai:

Aufbauarbeit im Suttnerpark: Tische, Pavillons und eine engere Nachbarschaft

Kuchen für die Gäste, Unterschriften gegen Vattenfall

Noch Nachbarn: Der AK LÖK in der Stresemannstraße ist von Mieterhöhungen betroffen

[update:]
Hier geht's zur Berichterstattung über den Nachbarschaftstreff

niriu macht aus Fremden Nachbarn.

Die neue Online-Plattform niriu macht Fremde zu Nachbarn. Ob Leihen, Tauschen, Treffen oder Helfen – Ziel ist immer der persönliche Kontakt zwischen den Menschen im Viertel. Soweit die Theorie. Jetzt ist die Beta-Version online.

Meiner altruistischen Art entsprechend habe ich als erste Amtshandlung auf niriu meinen Elektrogrill zum Verleih angeboten. Dass diese großzügige Offerte noch immer keine Beachtung fand, ist gewiss dem trefflichen Wetter anzulasten.

Selbstredend konnte die reservierte Reaktion auf meinen Gratisgrill mich nicht davon abhalten, Gebrauch von Angeboten anderer zu machen. Ohne Zögern habe ich mich für eine Whisky-Verkostung angemeldet, ein niriu-Nachbar wird mich alsbald mit einigen Flaschen Single Malt besuchen.

Und seit Freitag weiß ich endgültig, dass niriu nicht bloß das nächste soziale Online-Netzwerk ist. Die Gründer hatten alle Beta-Tester zum Grillen an die Alster geladen. So konnte ich meinen zukünftigen Whiksy-Besuch vorab kennenlernen. Meinen Elektrogrill bin ich auch hier nicht losgeworden.

> Meldet euch an und probiert es selbst aus unter beta.niriu.com

Würstchen aller Nachbarn vereinigt euch (Foto: niriu)

Mein vegetarischer Grillkäse in direkter Nachbarschaft zur Wurst (Foto: niriu)

niriu-Nutzer wissen: So schön kann das Internet sein! (Foto: niriu)

Montag, 6. Juni 2011

Vattenfall WEGBASSEN in Bildern.

Bis es endlich losging half nur kaltes Bier gegen den Klimawandel

Auf der Reeperbahn tags um halb drei

Klarer Punktsieg gegen Vattenfall

Einer der vielen Schirmherren

Zähfließender Verzehr: noch 1 km bis zum nächsten Kiosk

Endlich eine akzeptabele Brückentechnologie!

Schills schicke Sommeruniformen, Modell „Rio de Janeiro“

Im Suttnerpark: Aufbäumen gegen den Kahlschlag

Keine Rede vom Suttnerblog. Orientierungsloser Autor an enttäuschter Demonstrantin

Vielen Dank an TZL für die tollen Fotos!

Sonntag, 5. Juni 2011

Vattenfall WEGBASSEN. Und Suttnerblog unplugged.

„Was war los?!“ fragt mich nach der Abschlusskundgebung im Lunapark eine immer noch gestresste aber zu Recht zufriedene Angela. Was los war? Zum Beispiel die großartigste Veranstaltung der Bürgerinitiative „Moorburgtrasse stoppen!“. Und mein fehlender Redebeitrag.

Der einzige Mensch, der meinen Monolog jemals zu Gehör bekommen hat, ist meine Freundin. Und das nicht zu knapp. Schließlich musste ich ja ausprobieren, wie ich den auswendig gelernten Text am besten betone. Also malträtierte ich sie damit beim Kochen, beim Duschen, beim Zähneputzen.


Und dann war ich nicht zur richtigen Zeit am richtigen Ort, habe mir selbst den Stecker gezogen. Suttnerblog unplugged. Die Karriere als Partypolitiker ist verschoben. Eine Rede ist keine Schreibe, weswegen ich den Text hier nicht abtippe.

Mit welch skurrilem Sermon ich den feiernden Mob für den Suttnerpark zu vereinnahmen gehofft hatte, können Neugierige nun der Vorderseite meines Spickzettels entnehmen. Die Fortsetzung und das furiose Finale bleiben für immer auf der Rückseite verborgen.

Zwischen Schade und Schande liegt nur ein n

Samstag, 4. Juni 2011

Von einem, der auszog das Demonstrieren zu lernen.

Wer nicht passt wird weggebasst

In jungen Jahren lebte ich mit dem guten Gefühl, meine Stimme im Wahllokal verschaffe mir Gehör bei der Politik, ja sei sogar geneigt, ihr meinen Willen zu oktroyieren. Doch was die Damen und Herren Volksvertreter dann als klaren Auftrag vom Wähler verstanden wissen wollten, war stets frei interpretiert. Die Stimme auf Papier ist wichtig. Aber die lauteste Stimme im Politikerohr, daran glaube ich mittlerweile fest, ist die eines wütenden Mobs.


Meine aktiven Teilnahmen an Demonstrationen lassen sich an einer Hand abzählen. Liefe ich die dabei zurückgelegte Strecke am Stück, käme ich kaum bis nach Pinneberg. Trotzdem habe ich diese Form der Meinungsäußerung schätzen gelernt. Am liebsten demonstriere ich, wenn der Anlass es erlaubt, in Verbindung mit beschwingter elektronischer Tanzmusik. Besonders, wenn ich meine müde Kehle zwischendurch ungeniert mit einem Bier belohnen darf.

Am Sonntag veranstaltet das honorige Recht auf Stadt-Netzwerk eine Demonstration entlang der umstrittenen Moorburgtrasse durch Altona. Hier plant Vattenfall eine zweijährige Baustelle. Darum verdichten wir den bevorstehenden Baulärm unter dem Motto „Vattenfall WEGBASSEN“ zu einem ansehnlichen Dezibeldebakel von wenigen Stunden. Um laut zu sagen, was wir von Kohlekraftwerktrasse und Konzern halten.

Der musikalische Demonstrationszug wird auch den Suttnerpark queren, als dessen selbsternanntes Sprachrohr ich meinen Blog verstehe. Deswegen gehe ich bei dieser Demonstration nicht nach Pinneberg, aber doch einen Schritt weiter. Mit einem kurzen Redebeitrag hinter einem echten Mikrofon. Verpasst nicht den ersten Live-Blog-Beitrag des Suttnerblogs:

Musikalischer Demonstrationszug „Vattenfall WEGBASSEN“

  • Sonntag, 05.06.2011
  • Start um 13:30 Uhr im Park Fiction
  • Hafenstraße – St. Pauli – Holstenstraße – Suttnerpark
  • Ende um ca. 16:30 im Lunapark
[update:]
> Ausgewählte Impressionen von der Demonstration