Donnerstag, 8. Dezember 2011

Ab dem 11.12. sind wir alle Nachbarn.

Meine oberflächlichen Kenntnisse um das „Wasser des Lebens“ verdanke ich, neben meiner Schwester, der Nachbarschaftsplattform niriu.com. Dort verabredete ich mich mit vormals unbekannten Menschen, um unter professioneller Aufsicht einige Gläser Single Malt Whisky zu verköstigen.

Mittlerweile rolle ich, wie ein dionysischer Sisyphos, eine nie abnehmende Whisky-Sammlung meine eigene Kehle herab. Ein Laster, das nicht leichter wird: Nach einer Pilgerreise ins Trinkermekka Dublin stehen mittlerweile auch irische Whiskeys auf dem Wunschzettel. Aber zurück zu niriu.

Worauf ich hinaus will: niru.com ist endlich „live“. Das wird am Samstag mit einer großen „Launchparty“ gefeiert, und zwar nur wenige Fußsekunden vom Suttnerpark entfernt, im LOKAL Konsumkulturhaus. Konsumiert werden dort Kunst, Bier und Musik. Hier die harten Fakten:

Verpasst nicht die niriu Launchparty!
  • Samstag, 10.12.2011
  • im LOKAL e.V. Konsumkulturhaus, Max-Brauer Allee 207
  •  Eintritt frei
  • ab 17:30 Uhr Fotoausstellung „Proximity“
  • ab 21:00 Uhr Party
  • Felix Wineburrough (Allermöhe) – Funk, Nu-disco
  • Hellberg & Klose (Winterhude) – Tech house
  • Le Renard Rythmique | Nachtsport (St. Pauli) – Deep/Tech house
 > Auf Facebook erfahrt ihr, wer außer euch noch alles kommt.


Dienstag, 29. November 2011

Planfeststellung für Moorburgtrasse läuft weiter.

Hmpf. Soeben wurde die Einigung von Vattenfall und Senat öffentlich. Nach dem verführerischen Titel „Hamburg schafft die Energiewende“ beginnt das Pamphlet mit folgenden Kernpunkten:
  • Energieunternehmen Vattenfall, E.ON und Hamburger Senat vereinbaren zur Energiewende konkrete Vorhaben bis 2020
  • Unternehmen investieren rund 1,6 Milliarden Euro in moderne Energieerzeugung und -nutzung
  • Hamburg wird deutschlandweit die Stadt mit den größten Kapazitäten zur Energiespeicherung
  • Neues Gas- und Dampfkraftwerk ersetzt Moorburg-Trasse
  • Stadt erhält Anteil von 25,1 Prozent an Netzen für Strom, Gas und Fernwärme
Einen nicht komplett unwesentlichen Punkt haben die Verfasser leider vergessen:
  • Wenn Vattenfall durch den bevorstehenden Volksentscheid „Unser Hamburg – Unser Netz“ die Versorgungsnetze verliert, ist die schöne „Hamburger Energiewende“ obsolet und die Trasse wird gebaut.
Denn der Text endet mit Scholz’ deutlicher Drohung:
„Die Kooperationsvereinbarungen [...] stehen unter dem Vorbehalt, dass sich Hamburg über die HGV mit einem Anteil von 25,1 Prozent an den Netzgesellschaften Strom und Gas sowie der Hamburger Fernwärmegesellschaft beteiligt.“
> Hier findet ihr die Schrift gewordene Achterbahn der Gefühle

[update:] In einer eigenen Pressemitteilung kündigt Vattenfall an, sich den Bau der Moorburgtrasse in jedem Fall genehmigen zu lassen und diesen gegebenenfalls zu einem späteren Zeitpunkt auszuführen:
„Sollte das Innovationskraftwerk einer weiteren Wirtschaftlichkeitsüberprüfung Stand halten, wird Vattenfall zudem auf den Bau der Fernwärmeleitung vom Kraftwerk Moorburg verzichten. Damit greift Vattenfall eine zentrale Forderung der Umweltverbände auf. Um die Fernwärmeversorgung nach 2017 in jedem Fall sicherzustellen, wird Vattenfall das Planfeststellungsverfahren weiterführen.“
> Hier geht es zur Pressemitteilung von Vattenfall zur Einigung mit dem Senat

Freitag, 25. November 2011

Vattenfall tauscht Moorburgtrasse gegen Monopol.

Wie ich an diesem lieblichen Morgen dem Abendblatt entnehmen durfte, kamen die wochenlangen Geheimverhandlungen zwischen Vattenfall und Senat zu einem mitunter erfreulichen Ergebnis: Die Moorburgtrasse, gegen die ich hier seit August 2009 anschreibe, wird aller Wahrscheinlichkeit nach nicht gebaut.

Um die Abwärme des Kohlekraftwerks Moorburg durch diese 12 km lange Trasse zu leiten, hätte Vattenfall wegen der Transportverluste zusätzliche Kohle verbrannt. Stattdessen könnte die Fernwärme künftig in einem neuen Gas-und-Dampfturbinen-Kraftwerk nahe der Müllverbrennungsanlage in Stellingen erzeugt werden.

Dass der Wirkungsgrad des Kohlekraftwerks ohne Kraft-Wärme-Kopplung auf 45 % sänke, wäre nur ein weiteres Problem von vielen: Stopp des CCS-Gesetzes, höhere Preise für CO2-Verschmutzungsrechte ab 2013, dazu fortschreitende Bauverzögerung wegen fehlerhafter Schweißnähte. Das Projekt „Kohlekraft aus Moorburg“ ist nicht mehr sonderlich En Vogue.

Nach der Stilllegung zweier AKW blickt Vattenfall nun also auf die Baustelle eines zunehmend unwirtschaftlichen Kohlekraftwerks. Doch eine Gelddruckmaschine bleibt dem Konzern: die Hamburger Energienetze. Hier erzielt er enorme Gewinne, mit deren Verschleierung er die Stadt um einen zweistelligen Millionenbetrag betrogen hat. (Quelle: Verbraucherzentrale)

Trotzdem will Olaf Scholz laut Abendblatt auf einen Rückkauf der Netze verzichten, und sich mit einer Sperrminorität von 25,1 % begnügen. Das wäre eine grobe Missachtung des bevorstehenden Volksentscheides „Unser Hamburg – Unser Netz“ und überließe 180.000 angeschlossene Haushalte der Preispolitik eines betrügerischen Monopolisten.

Ich bin gespannt auf das offizielle Ergebnis der Vereinbarungen zwischen Vattenfall und Senat, welches Olaf Scholz laut Abendblatt am Dienstag im Rathaus bekanntgeben wird. Wie auch immer es ausfällt – auf dem Suttnerblog werde ich weiterhin alles tun, um Vattenfall in Diskredit zu bringen und seiner Kundschaft zu entledigen!

Hier findet ihr den ersten Pressespiegel:

> Hamburg schließt Frieden mit Vattenfall (Abendblatt, oberstes Suchergebnis)
> Strom, Fernwärme, Gas: Hamburg kauft Netz-Beteiligung (Abendblatt, oberstes Suchergebnis)

[update:] Da haben wir den Salat

Montag, 21. November 2011

Die Moorburgtrasse – Olaf Scholz’ politisches Mausoleum?


Hat Olaf Scholz das Zeug zum Mappus des Nordens? (Energisch Fossil @ YouTube)

Stefan Mappus steht für Stuttgart 21, Ole von Beust für die Elbphilharmonie. Olaf Scholz geht es bescheidener an. Sein politisches Mausoleum soll nach Errichtung unsichtbar sein: die „Olaf-Scholz-Trasse“, zur Zeit noch besser bekannt als „Moorburgtrasse“.

Obwohl diese Trasse unterirdisch verlaufen soll, würde ihr Bau das Stadtbild prägen, in Altona durch mehrjährigen Verkehrskollaps und hunderte gefällte Bäume, in St. Pauli schlimmstenfalls durch den Einsturz untertunnelter Gebäude wie der ENDO-Klinik.

Baumfällungen, Umleitungen, Staus und immense Lärmbelastung würden hunderttausende Menschen in Hamburg aus ihrem geistigen Winterschlaf holen. Und wer wäre Schuld am jahrelangen Chaos? Sein unglückseliger Namensgeber: Olaf Scholz.

Der Aufruf, unseren Ersten Bürgermeister mit der Taufe der „Olaf-Scholz-Trasse“ zu ehren, stammt von Energisch Fossil, der Hamburger Gesellschaft für Klimawandel. Wenn euch dieser Vorschlag ähnlich gut gefällt wir mir, unterstützt das Anliegen auf Facebook:

> zur Olaf-Scholz-Trasse auf Facebook

Sonntag, 20. November 2011

Filmreif: Tag 1 der Erörterung zur Moorburgtrasse.

Rund 4.600 Menschen hatten Einwendung gegen die Vattenfall-Trasse für das im Bau befindliche Kohlekraftwerk Moorburg erhoben. Als am Freitagmorgen damit begonnen wurde, ihre 4.600 Bedenken, Sorgen, Nöte und Argumente zu erörtern, konnte kaum einer von ihnen dabei sein.

Der folgende Film von UtopieTV zeigt spannende Bilder des ereignisreichen Tages, an dem neben dem ersten Erörterungstermin zur Moorburgtrasse, welch Zufall, auch die Anhörung des erfolgreichen Volksbegehrens „Unser Hamburg – Unser Netz“ vor dem Senat stattfand.

Unter anderem mit dabei: Volker Gajewski von Moorburgtrasse stoppen!, Manfred Braasch, Geschäftsführer des BUND Hamburg, Ute Bertrand, Pressesprecherin von Robin Wood, Frau Dr. Roda Verheyen, Anwältin der Initiative, Angela Banerjee von Moorburgtrasse stoppen!, Wiebke Hansen von Unser Hamburg – Unser Netz und ein anonymer Guy Fawkes von Occupy Hamburg.

Übrigens: Wenn ihr euren Strom noch bei Vattenfall bezieht, könnt ihr die Hamburger Energiewende sogar bequem vom Sofa aus forcieren. Zieht einfach dem Stromkonzern, der jetzt sogar von der Verbraucherzentrale Hamburg angezeigt wurde, den Stecker. Vattenfall ist kein Schiksal!

Schaltet ein, wenn sich Menschen einmischen: UtopieTV @ YouTube

Interview: Monika wechselt zu Greenpeace Energy und den Elektrizitätswerken Schönau (EWS).


Vattenfall ist kein Schiksal: Die Suttnerblog Ökostrom-Offensive 2011

Viele meiner Freunde haben sich bereits für Ökostrom entschieden, laufend werden es mehr. Was ihnen bei der Wahl des Anbieters wichtig war, welche Erfahrungen sie beim Wechsel gemacht haben und wie es sich mit Ökostrom lebt, erzählen sie hier auf dem Suttnerblog in kleinen Interviews.

Vorname: Monika
Alter: 33
Beruf: Art Director
Stromanbieter alt: Vattenfall
Stromanbieter neu: Greenpeace Energy, Elektrizitätswerke Schönau (EWS)
Wechsel: 2007 (Greenpeace Energy), August 2011 (EWS) 

Hi Monika. Vielen fällt der Wechsel zu einem Ökostromanbieter schwer, du hast dich gleich für zwei entschieden. Welche sind es geworden und wie kam es dazu? 

(Monika:) Eigentlich habe ich anfangs nicht so sehr über meinen Stromanbieter nachgedacht, bis ein Freund mir erzählte, dass er zu Greenpeace Energy gewechselt hat und dafür lediglich online ein Formular ausfüllen mußte. Ökostrom war damals etwas sehr Neues für mich, und ich beschloss, da für mich persönlich das Thema Nachhaltigkeit eine immer wichtigere Rolle spielte, auch zu Greenpeace Energy zu wechseln. Ich dachte immer mehr über bewussten Konsum im Rahmen meiner persönlichen Möglichkeiten nach und bin zu der Überzeugung gelangt, dass ich viel mehr in meinem Leben umstellen kann – ohne dass es eine große Einschränkung oder einen großen Aufwand nach sich zieht. In meiner jetzigen Wohnung beziehe ich gezwungener Maßen Nachtstrom, deshalb habe ich mich für EWS entschieden. 

Nachtspeicheröfen sind ein gerne genannter Grund, keinen Ökostrom zu beziehen. Wie hast du herausgefunden, dass deine altertümliche Heizung da kein Hindernis ist? 

(Monika:) Meine damalige Hausverwaltung sagte mir, dass ich an Vattenfall gebunden wäre. Es ärgerte mich zunehmend, an einen Anbieter gebunden zu sein, den ich absolut nicht unterstützen wollte. Je mehr Artikel ich über Vattenfall las, desto mehr wuchs der Ärger. Nach der Katastrophe in Fukushima war ich schließlich so entsetzt, dass ich endlich bei der Verbraucherzentrale anrief, um mich zu informieren. Diese gaben mir die Auskunft darüber, dass ich gar nicht an Vattenfall gebunden sei und ich meinen Nachtstrom u.a. auch bei EWS beziehen kann. Im Nachhinein frage ich mich, warum ich so lange damit gewartet habe, mich zu informieren. 

Hat dich der Wechsel mit deiner Nachtspeicherheizung vor besondere Herausforderungen gestellt oder ging er problemlos vonstatten? 

(Monika:) Neben der Kündigungsfrist von Vattenfall, habe ich mich natürlich auch über den Preisunterschied informiert. EWS stellt hierzu ein Formular zur Verfügung, um einen Kostenvergleich zu erstellen. EWS gibt ganz klar zu, dass sie mit den Preisen von Vattenfall nicht mithalten können. Da aber die Kundschaft immer wieder gebeten hat, trotzdem Nachtstrom anzubieten, sind sie diesem Wunsch gefolgt. Der Preisunterschied begründet sich darin, dass EWS selbst genauso viel für Nachtstrom wie für Tagstrom zahlen muss. Dem Problem ist Vattenfall nicht ausgesetzt. Der Preisunterschied war’s mir trotzdem wert, Vattenfall endlich einen Arschtritt zu verpassen. So habe ich online einen Wechsel beantragt und EWS hat sich perfekt um alles gekümmert. 

Nun könntest du guten Gewissens deinen gesamten Strom bei den EWS beziehen. Warum ist es dir so wichtig, mit deinem Tagstrom Kundin bei Greenpeace Energy zu sein? 

(Monika:) Ich sah keinen Grund von Greenpeace Energy zu wechseln. Ich finde beide Anbieter sind unterstützenswert, weil sie den Ausbau regenerativer Energien aktiv fördern. Greenpeace Energy kann stärker politische Forderungen stellen, da sie zur größten Energiegenossenschaft Deutschlands gehören. EWS ist einfach einzigartig, weil sich die Schönauer Bürger aus eigener Kraft von den damaligen Atomkraftbetreibern freigekauft haben. Warum dann nicht beide unterstützen, wenn ich die Möglichkeit habe? 

Hast du nach dem Wechsel einen Haken hinter das Thema Ökostrom gemacht oder informierst du dich über Neuigkeiten, die deine Stromanbieter betreffen? Gefällen sie dir zum Beispiel auf Facebook oder liest du ihre Kundenmagazine? 

Auf Facebook finde ich Greenpeace Energy gut, weil ich so unmittelbar die neusten Meldungen bekomme. Für die ausführlichen Informationen habe ich allerdings das Greenpeace Magazin abonniert, da sich Nachhaltigkeit um mehr dreht als „nur“ Stromversorgung. 

Monika, du gehörst mit Sicherheit zu den bemerkenswertesten Ökostromkundinnen der Nation. Vielen Dank für das spannende Interview und dafür, dass du anderen Opfern von Nachtspeicherheizungen ein Vorbild bist! 

Mehr Stromwechsler auf dem Suttnerblog:
    Wenn auch ihr euch für Ökostrom interessiert, findet ihr auf dem Suttnerblog einen Preisvergleich empfehlenswerter Ökostromanbieter.

    Montag, 14. November 2011

    Eine ziemlich gute Nachtgeschichte.

    Als ich Samstagnacht, schwer gezeichnet von den vergangenen Stunden, gen Heimat mäanderte, fand ich den Suttnerpark hell erleuchtet vor. Um eine herrlich lodernde Feuertonne scharrte sich – es muss gegen drei Uhr morgens gewesen sein – der harte Kern des Hamburger Lesemarathons

    In den Wipfeln funkelten einige der Leuchtobjekte, mit denen Jupp Hartmann am Sonntag zuvor die von Vattenfall bedrohten Bäumen geschmückt hatte. Nun saß selbiger im Licht seiner eigenen Kunstwerke und las aus dem Wahren Buch vom südlichen Blütenland des chinesischen Philosophen Zhuāngzǐ.

    Sein kongeniales Gegenüber Sven konterte jeden der Texte mit einer passenden Science-Fiction-Kurzgeschichte. Und während der eine vortrug, kramte der andere bereits in seiner Bücherkiste, zwei bibliophile Book Jockeys, die die Nacht zum Tage machten.

    Es war allein meiner desaströsen Vorgeschichte geschuldet, dass die beiden mich schon nach einer guten Stunde in den Schlaf gelesen hatten. Und das so gründlich, dass ich während des abschließenden Kinderprogramms, von sieben bis zehn Uhr, noch friedlich schlummerte. 

    Gemeinsam haben alle, die den Suttnerpark zwölf Stunden lang zum Schauplatz des dritten Hamburger Lesemarathons werden ließen, eines gezeigt: Der Park ist ein Ort, an dem es sich trefflich lesen lässt. Und nicht nur die Mopo oder Vattenfall die Leviten.

    Seite an Seite für den Suttnerpark
    Lesen bildet Freundschaften
    Trotz der Kälte kam es zu keiner Bücherverbrennung

    Donnerstag, 10. November 2011

    Wie ich für die Nachbarschaft eine Rolle spielte.

    Da lustwandelt man im Schutze der Dunkelheit durch den Suttnerpark, um sich an der feilgebotenen Kunst zu erfreuen, und sieht sich prompt mit einem Objektiv konfrontiert. So geschehen am Sonntagabend, als mich die Häscher von Moorburgtrasse-stoppenTV mit Suggestivfragen ins Licht der Öffentlichkeit zu zerren gedachten.

    Keine Sekunde würde ich davor zurückschrecken, einer feindlich gesonnenen Armada von Schlipsträgern die Frühjahrskampagne für ihren neuen Fusselrasierer zu verkaufen. Aber in drei Sätzen zusammenfassen, warum ich mich in der Nachbarschaft engagiere – das ging zu weit. Den Film solltet ihr euch dennoch zu Gemüte führen.

    Freut euch auf stimmungsvollen Bilder der Ausstellung, untermalt mit Worten des Künstlers, eingerahmt von meinem Stammelstaccato:

    Genug gesehen? Wenn nicht: Moorburgtrasse-stoppenTV @ YouTube

    Hier findet ihr einen kurzen Bericht mit Fotos der Ausstellung:

    Mittwoch, 9. November 2011

    Am 12.11. live in der Suttnerpark Arena: Der 3. Hamburger Lesemarathon.

    „Was ist denn hier jetzt schon wieder los?!“ werden sich am Wochenende ahnungslose Passanten fragen, wenn sie des Nachts den Suttnerpark durchqueren. Denn dort übernehmen am Samstag um 22:00 Uhr unerschrockene Athletinnen und Athleten die Fackel des dritten Hamburger Lesemarathons. Im Schein zweier Feuertonnen werden sie dann zwölf Stunden lang ihre liebste Literatur vortragen. Und jeder ist eingeladen, zuzuhören oder selbst mitzulesen.

    Organisiert wird die Veranstaltung vom Recht auf Stadt Netzwerk. Dass neben dem Gängeviertel und der Viktoria Kaserne auch der Suttnerpark zum Austragungsort dieses literarischen Staffellaufs wird, ist kein Zufall. Schließlich fordern hier mit „Moorburgtrasse stoppen!“ und dem Freundeskreis Suttnerpark gleich zwei Initiativen ihr Recht auf Stadt: das Recht auf eine ökologisch und sozial gerechte Energieversorgung in Bürgerhand und das auf Erhalt und Mitgestaltung des Suttnerparks.

    Liest sich gut? Noch besser wird es, wenn ihr dabei seid:

    Quer durch die Stadt – 3. Hamburger Lesemarathon
    Mit Unterstützung des Freundeskreises Suttnerpark
    • 10.11.2011, 18:00 Uhr bis 11.11.2011, 18:00 Uhr:
      Gängeviertel, Jupibar, Caffamacherreihe 37
    • 11.11.2011, 18:00 Uhr bis 12.11.2011, 10:00 Uhr:
      Frappant, Viktoria Kaserne, Zeiseweg 9, Altona
    • 12.11.2011, 10:00 Uhr bis 12.11.2011, 22:00 Uhr:
      Centro Sociale, Sternstr. 2, U-Bahn Feldstraße
    • 12.11.2011, 22:00 Uhr bis 13.11.2011, 10:00 Uhr:
      Moorburgtrasse stoppen!, Suttnerpark, S-Bahn Holstenstraße
    • 13.11.2011, 10:00 Uhr bis 13.11.2011, 20:00 Uhr:
      Zomia Wagenplatz
    • 13.11.2011, 20:00 Uhr bis Open End:
      Gängeviertel, Jupibar, Caffamacherreihe 37
    Hier findet ihr den Aufruf der Initiative „Moorburgtrasse stoppen!“ mit weiteren Informationen.

    [update:] Hier findet ihr ein paar Fotos vom Lesemarathon im Suttnerpark.

    Montag, 7. November 2011

    Das Prinzip Suttnerpark: Wo nichts ist, kann viel entstehen.

    „Dreißig Speichen laufen in der Radnabe zusammen.
    Das Loch in der Mitte macht das Rad brauchbar.
    Mit diesem Sinnspruch des chinesischen Philosophen Lǎozǐ eröffnete Jupp Hartmann am vergangenen Sonntag seine Vernissage im Suttnerpark. Dass inhaltliche Leere zugleich Freiraum bedeutet, bezog er nicht nur auf seine abstrakte Kunst, sondern auch auf den Schauplatz: Umgeben von belebten Orten wie Schanzenviertel, St. Pauli und Ottensen sieht er den Suttnerpark als kreatives Vakuum in der Mitte, als leere Bühne, die zu bespielen sich lohnt.

    Den Beweis für diese einleitenden Worte erbrachten die folgenden Stunden, in denen über zwanzig Leuchtobjekte die von Rodung bedrohten Bäume in ein geisterhaftes Licht rückten. Rund fünfzig Besucher erfreuten sich, raschelnd Herbstlaub vor sich herschiebend, am Suttnerpark, der einen Abend lang als Museum erstrahlte. Erhellend war auch die Feuertonne, an der sich Nachbarn und auswärtige Gäste bei Tee und Glühwein besser kennenlernten.

    Eine kleine Auswahl der Leuchtobjekte wird in den kommenden Wochen immer dienstags ab 20:00 Uhr den offenen Nachbarschaftstreff an der Feuertonne im Suttnerpark zieren. Das ansprechendste Objekt gehört nicht dazu. Es wechselte gleich an Ort und Stelle den Besitzer und illuminiert seither äußerst energieeffizient das Entrée meiner bescheidenen Heimstatt. Hier einige Impressionen von der Vernissage.

    [update:]
    Freunde von Bewegtbild schalten bitte Moorburgtrasse-stoppenTV ein.

    Einleuchtendes Spiel mit orientalischen Ornamenten
    Letztmals im Licht der Öffentlichkeit: Meine Neuerwerbung
    Jupp Hartmanns Werke brillieren durch enorme Farbintensität

    Donnerstag, 3. November 2011

    Am 08.11. in der Christuskirche Altona: Vortrag „Urbane Permakultur im Suttnerpark“.

    Der Freundeskreis Suttnerpark und Edouard van Diem laden ein
    Am Dienstag den 08.11.2011 präsentiert der Freundeskreis Suttnerpark im Gemeindesaal der Christuskirche Altona seine erste größere Veranstaltung: Einen Vortrag von Edouard van Diem zum Thema Urbane Pemakultur. Der Begriff Permakultur leitet sich ab von permanent agriculture und beschreibt, vereinfacht ausgedrückt, die Schaffung nachhaltiger Kreisläufe. 

    Mit dieser und kommenden Veranstaltungen möchte der Freundeskreis Suttnerpark Anwohnern und Interessierten Wege aufweisen, wie wir den Park gemeinsam in einen nutzbaren Ort verwandeln können, von dem wir alle profitieren. Ob Selbstversorgung, Naturverbundenheit oder Entspannung – es mangelt nicht an Motiven fürs Urban Gardening. Jetzt wollen wir handeln.  

    Die Gegebenheiten sind ideal. Der Park liegt zentral, nur wenige Gehminuten von der S-Bahn Holstenstraße. Das angrenzende Electrolux-Gelände liegt seit Jahren brach und bietet Raum für zukünftige Ideen. Und: Mit jeder neuen Pflanze wächst zugleich der Widerstand gegen Vattenfalls Pläne, den Park und hunderte Bäume in Altona für das Kohlekraftwerk Moorburg zu zerstören.

    Der Freundeskreis Suttnerpark ist kein Verein mit fester Mitgliedschaft oder Verpflichtungen, sondern ein freundschaftlicher Zusammenschluss all derer, die sich für den Park interessieren und ihn, gemeinsam mit Gleichgesinnten,  gestalten möchten. Ein offener Treff findet immer dienstags ab 20:00 Uhr an der Feuertonne im Suttnerpark statt.

    Edouard van Diem (Tutenberg Institut für Umweltgestaltung), Vortrag „Urbane Permakultur“
    Eine Veranstaltung des Freundeskreises Suttnerpark 
    • Dienstag, 08.11.2011
    • um 18:30 Uhr 
    • im Gemeindesaal der Christuskirche Altona (Suttnerstraße 18)
    • das Cantina-Team kocht vegane Köstlichkeiten
    • anschließend offene Diskussionsrunde an der Feuertonne im Park 
    • Hier findet ihr mehr Informationen über Permakultur

    Dienstag, 1. November 2011

    Am 06.11. im Suttnerpark: Die Kunst des Widerstands.

    Seinem Aufruf zur Trasse der Kreativität lässt Jupp Hartmann, freischaffender Künstler und Mitgründer des Freundeskreises Suttnerpark, Taten folgen. Am kommenden Sonntag wird er den Bertha-von-Suttner-Park, den Vattenfall für ein „inoffizielles Urinal“ und entbehrlich hält, in ein leuchtendes Vorbild für kreativen Protest verwandeln:

    Jupp Hartmann, Kunstinstallation mit Leuchtobjekten
    Mit Unterstützung des Freundeskreises Suttnerpark
    Jupp Hartmann rückt den Bertha-von-Suttner-Park ins rechte Licht

    Freiraum für Kreativität: der Suttnerpark (Nähe S-Bahn Holstenstraße)

    [update:]
    Hier gibt's einen kurzen Bericht mit Fotos:
    Freunde von Bewegtbild bitte hier entlang:

    Montag, 31. Oktober 2011

    Trasse der Kreativität – Kunst findet Stadt – Klimaschutz jetzt.

    Ein Aufruf der Nachbarschaftsinitiative Holstenstraße an alle Künstlerinnen und Künstler in Hamburg und Umgebung – eine Einladung zum Mitmachen.

    Wir sind dabei CO2-Hauptstadt zu werden. Zur Zeit ist in Moorburg eines der größten und klimaschädlichsten Kohlekraftwerke in ganz Deutschland im Bau. Wenn es ans Netz geht, wird sich der CO2-Ausstoß Hamburgs um etwa 70 % erhöhen.

    Im Zusammenhang damit ist eine Fernwärmeleitung, die Moorburgtrasse, geplant. Auf den ersten Blick erscheint es sinnvoll, wenigstens die Abwärme des Kraftwerks zu nutzen, um damit Wohnungen zu heizen. Aber nach den Plänen von Vattenfall sollen für die Erzeugung der Fernwärme große Mengen zusätzlicher Kohle verbrannt werden. Nach einem Gutachten, das von der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt in Auftrag gegeben wurde, könnten die CO2-Emissionen für das Hamburger Fernwärmenetz um 20 % niedriger ausfallen, wenn man stattdessen Wärme aus einem Gaskraftwerk einspeisen würde.

    Der geplante Bau der Moorburgtrasse wäre eine Katastrophe für die Zukunft unserer Energieversorgung. Vattenfalls Monopolstellung wäre langfristig unanfechtbar und Hamburg würde sich für Jahrzehnte auf Kohlekraft als Hauptenergiequelle festlegen.

    Darüber hinaus würden die jahrelangen Bauarbeiten nicht nur zu einem ständigen Verkehrschaos führen, sie würden auch eine Schneise der Verwüstung hinterlassen: hunderte gefällter Bäume und möglicherweise auch Schäden an der Bausubstanz etlicher Häuser.

    Immer mehr Anwohner werden dagegen aktiv, vernetzen sich, schmücken bedrohte Bäume und bringen ihren Ärger auf Transparenten zum Ausdruck. Aber der Aufschrei darf nicht nur eine Sache der Anwohner bleiben. Es geht uns alle an: Entlang der geplanten Trasse entscheidet sich, wie die Hamburger Energieversorgung in den nächsten 40 Jahren aussehen wird.

    Es gilt, mit Kreativität, Humor und Offenheit neue Formen des Widerstands zu entwickeln: Deshalb rufen wir alle Künstlerinnen, Künstler und kreativen Menschen aus Hamburg und Umgebung auf, gemeinsam eine Trasse der Kreativität zu gestalten, mit Installationen, Aktionen, Ausstellungen usw. Schaffen wir einen Ort der Begegnung, der Kommunikation, der Phantasie, wo man miteinander diskutiert und feiert und gemeinsam neue Ansätze für eine nachhaltige Urbanität erforscht. Wir erobern den öffentlichen Raum zurück und erfinden die Stadt neu!

    Dazu haben wir in der Nähe von S-Bahn Holstenstraße, Ring 2 und Stresemannstraße geradezu ideale Bedingungen: Die Trasse der Kreativität ist verkehrstechnisch bestens zu erreichen. Durch den starken Durchgangsverkehr ist es leicht, hier Aufmerksamkeit zu finden. Daneben gibt es öde, verlassene Plätze. Die Gegend um Holstenstraße und Suttnerpark ist stadtplanerisch eher vernachlässigt und heruntergekommen, aber gerade das bietet Raum für neue Ideen. Rundherum gibt es lebhafte Viertel mit einem großen kreativen Potenzial, das hier zusammenfließen kann.

    Das alles sollten wir nutzen, um genau hier die Hamburger Energiewende einzuleiten. Vattenfall kommt hier nicht durch, denn hier entsteht ein neuer Hotspot der Kreativität.

    Die Nachbarschaftsinitiative Holstenstraße

    Kontakt: Jupp Hartmann, mail[at]jupphartmann.de oder dienstags ab 20:00 Uhr an der Feuertonne im Suttnerpark (Nähe S-Bahn Holstenstraße)
    Mehr Informationen über die Trasse: www.moorburgtrasse-stoppen.de

    Freitag, 28. Oktober 2011

    Der Freundeskreis Suttnerpark schließt sich.

    Hier werden neue Freundschaften geschlossen
    Der gemeinsame Protest gegen die Vattenfall Moorburgtrasse durch Altona hat im von Baumfällungen und Dauerbaustelle bedrohten Bertha-von-Suttner-Park eine spannende neue Nachbarschaftskultur hervorgebracht. 

    Aus dem Nebeneinander wurde ein Miteinander, aus dem bloßen Dagegen ein produktives Dafür: Für Urban Gardening, für Blumen statt Baustelle, für mehr Nachbarschaft. Für den Suttnerpark. 

    Verantwortlich zeichneten die unterschiedlichsten Menschen. Jeder konnte seine Ideen für den Park verwirklichen, andere halfen. Das soll so bleiben. Bis auf den Absender.

    Alles, was im Suttnerpark zum Verweilen einlädt, ihn als Ort der Begegnung weiter etabliert, findet nun unter dem Namen Freundeskreis Suttnerpark statt. Kommt auch ihr in den Kreis! Es geht spannend weiter:

    Jupp Hartmann, Kunstinstallation mit Leuchtobjekten
    Mit Unterstützung des Freundeskreises Suttnerpark 
    Edouard van Diem (Tutenberg Institut für Umweltgestaltung), Vortrag „Urbane Permakultur“
    Eine Veranstaltung des Freundeskreises Suttnerpark
    • Dienstag, 08.11.2011
    • um 18:30 Uhr
    • im Gemeindesaal der Christuskirche Altona (Suttnerstraße 18)
    • das Cantina-Team kocht vegane Köstlichkeiten
    • anschließend offene Diskussionsrunde an der Feuertonne im Park
    • Hier findet ihr mehr Informationen über Permakultur

    Wie ich guten Gewissens dick auftrug.

    Letzte Woche packte mich ein ungewohnter Tatendrang, über dessen farbenfrohe Folge ich berichten möchte: Eine Wand meiner Heimstatt erstrahlt nunmehr ökologisch korrekt in hausgemachtem Weiß!

    Den Mut für dieses flächendeckende Unterfangen weckte wohl der Umstand, dass ich seit einem Jahr sowohl meinen Haushaltsreiniger als auch mein Waschmittel umweltverträglich und günstig selbst herstelle.

    Zutaten und Mischverhältnis entstammen zum Großteil der Website des WDR, welche leider die benötigte Wassermenge ungenannt lässt. Letztere habe ich herausgefunden und ergänzt. Hier die Einkaufsliste für 10 m2:

    Magerquark (500 g)
    Wenig Fett, viel Milcheiweiß – Magerquark ist die perfekte Grundlage für ein Bindemittel. Ich griff zu einem schlichten Bio-Magerquark.

    Hirschhornsalz (15 g)
    Dieses nach Ammoniak riechende Pulver dient auch als Triebmittel beim Backen
    . Hier schließt es das Kasein im Quark auf. 100 g kosteten 2,98 €.

    Champagnerkreide (700 g)
    Als Füllstoff gibt die Kreide der Farbe ihre Deckkraft. 1 kg schlug mit 2,98 € zu Buche.

    Pigmente (ca. 350 g)
    Pigmente sind in allen erdenklichen Farben erhältlich und lassen sich gut untereinander mischen. Zu meiner Wand passte Titanweiß, der mit
    10,41 € für 1 kg einzig nennenswerte Kostenfaktor.

    Wasser (ca. 500 ml)
    Frisch aus der Leitung. Lecker.

    Und nun zur Tat:
    • Um Hautkontakt zu vermeiden, habe ich Quark und Hirschhornsalz in ein Plastiktütchen vom Gemüseladen expediert. So konnte ich beides bequem vermischen. Olfaktorische Kleingeister verlagern den Vorgang besser ins Freie.
    • Das Titanweiß habe ich – ebenfalls in einem Plastiktütchen – im Verhältnis 3/1 mit Wasser vermengt, bis es nicht mehr klumpte.
    • Die Champagnerkreide habe ich in einem Eimer mit Wasser angerührt und zwar im Verhältnis 5/3, was bei 700 g Kreide etwa 400 ml Wasser entsprach.
    • Nachdem alle Zutaten drei Stunden eingeweicht waren, wurde es ernst: Durch geschicktes Umstülpen der Plastiktütchen wanderten Quarkgemisch und Titanweiß in den Eimer mit der Kreide. 
    • Da mir die Farbe nicht weiß genug erschien, gab ich heimlich weitere 100 g Titanweiß hinzu. Umrühren – fertig.
    Das Ergebnis ist günstig, deckt hervorragend und lässt die Wände atmen, während übliche Dispersionsfarben sie unvorteilhaft versiegeln! Hier ein paar Farbfotos des Prozederes:

    Magerquark und Hirschhornsalz ...

    ... lassen sich hervorragend in einer Tüte mischen

    Champagnerkreide auf der Goldwage

    Zur eingeweichten Kreide kommen das Quarkgemisch...

    ... und das eingeweichte Titanweiß. Le voilà: Wandfarbe!

    Dienstag, 18. Oktober 2011

    Heute im Suttnerpark: Glühwein à la Feuertonne.

    Seit fast drei Monaten findet immer dienstags um 20:00 Uhr im Suttnerpark ein Vernetzungstreffen von Nachbarschaft und Interessierten aus ganz Hamburg statt. Zentrales Thema ist die Rettung des Parks vor der Vattenfall Moorbugtrasse. Doch genauso schön ist es, seine Nachbarn endlich besser kennenzulernen.

    Im Schein des Feuers hatten wir bei der Planung unserer Aktionen schon viel Spaß und wer mehr als einmal dabei war, der weiß, dass ich mich dort selten ohne adäquates önologisches Exponat blicken lasse. Dieser Tradition folgend kredenze ich heute Glühwein auf der Feuertonne. Vattenfall kann sich warm anziehen!

    Kommt zur Feuertonne im Suttnerpark: Immer dienstags ab 20:00 Uhr.

    Heute schenke ich an der Feuertonne reinen Glühwein ein

    [update:] Rund im Mund, fruchtig im Abgang. Nur den Rum hatte ich vergessen. Impressionen von gestern Abend.
    Herd mit Atmosphäre
    Glühwein an Glut

    Montag, 17. Oktober 2011

    Kindermund tut Unmut kund.

    Es zeugt von Wertschätzung, dass sich in diesem Sommer Menschen im heruntergekommenen Bertha-von-Suttner-Park trafen, um ein bescheidenes Beet anzulegen. Vattenfall und Bezirk wollen den Park zerstören. Ihnen gilt die florale Forderung „Blumen statt Baustelle“.

    An der ebenfalls massiv von Baumbeseitigung bedrohten Holstenstraße traf dieses Motto auf fruchtbaren Boden. Um ihr Interesse an den Bäumen zu zeigen, züchtete eine Anwohnerin eine völlig neue Protestform aus Guerilla Gardening und Guerilla Knitting, die sofort Anhänger fand.

    Anhänger auch deshalb, weil ihre Interpretation von „Blumen statt Baustelle“ in Form gehäkelter Blüten mittlerweile einen ganzen Baum bewächst. Und während ich noch grübelte, wer wohl die übrigen knapp 300 von Vattenfall bedrohten Bäume schmücken könne, geschah Unerwartetes.

    Ein weiterer Baum wurde von jenen dekoriert, die Vattenfalls rücksichtsloser Plan besonders trifft: von Kindern. Und zwar mit drolligen Blattkreaturen, deren grafische Qualität meines Erachtens jedes Designstudium ad absurdum führt. Es sollen nicht die einzigen bleiben.

    Allein am Suttnerpark liegen die Kindertagesstätten „Regenbogenkinder“, „Krokophantsie“ und „WiWaWuschel“, unzählige weitere liegen entlang der geplanten Baustelle. Wenn jede von ihnen einen Baum adoptiert, wird schön sichtbar, was Vattenfall auch zu zerstören gedenkt: Raum für Kinder.

    Hier ein wenig Inspiration:

    Extreme Outdoor Guerilla Knitting
    Blumen statt Baustelle
    An der Holstenstraße wächst der Widerstand
    Eine rundum gelungene Protestform
    Grrrrrr!
    Blattgoldig

    Sonntag, 16. Oktober 2011

    Immer mehr zeigen Flagge gegen Vattenfall.

    Wenn Vattenfall sich ein Jahr lang quer durch Altona gräbt, um dem Kohlekraftwerk Moorburg mittels der sogenannten Moorburgtrasse sein Mindestmaß an Effizienz abzuringen, ist es zu spät, diesen Plan zu begraben.

    Den zweiten Samstag in Folge haben daher Nachbarn aus der Holstenstraße Flugblätter an Passanten verteilt. Kaum jemand wusste, dass die Straße aufgerissen und der meisten ihrer alten Bäume beraubt werden soll.

    Großer Beliebtheit erfreute sich erneut das Prinzip „Widerstand to go“: Die vor Ort gefertigten „Moorburgtrasse stoppen!“-Wimpel zieren immer mehr Balkone und Fenster entlang der geplanten Baustelle wie rote Blätter den Herbst.

    Manch einer nutzte die Schablone zum Sprühen fantasievoller Spezialanfertigungen. Manch eine schmückte bedrohte Bäume mit Gebasteltem. Viele kamen unwissend und gingen mit einem Wimpel. Bei einem waren sich alle einig:

    Vattenfall kommt hier nicht durch.

    Und weil die Kungelei zwischen Vattenfall und Senat auch eine Frage der Demokratie ist, zog die Bannermaschine am Nachmittag vor das Rathaus, wo tausende den weltweiten Aktionstag „Echte Demokratie Jetzt!“ begingen. Aber seht selbst:

    Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus
    Frisch gedeckt für Vattenfall
    Jetzt werden andere Saiten aufgezogen!
    Der Druck auf Vattenfall wächst
    Widerstand aus der Dose
    Abb.1: Strandmatten von ALDI – 1 Euro
    Abb.2: Vattenfall verunglimpfen – unbezahlbar
    Im Hintergrund: Vattenfalls Wohnzimmer
    Eine vorbildliche Informationspolitik
    Vattenfall weckt versteckte Energien

    Montag, 10. Oktober 2011

    Der Suttnerpark macht Schlagzeilen.

    Nach fast zwei Jahren Suttnerblog verließ ich 2011 die wohlige Anonymität des Internets für Aktionen im Suttnerpark. So wurde zwar mein Blog seinem Namen gerechter denn je, verkam aber zur monothematischen Reflexion, die nur unregelmäßig Neues bot.

    Doch während ich hier weniger schreibe, schreiben andere mehr. Unser Engagement für den Stadtteil findet seinen Weg in die Öffentlichkeit. Zum Beispiel als Doppelseite im Stadtteilmagazin „Altona-Nord im Blick“. Das motiviert, Kurs zu halten.

    Wenn ihr nicht zu den wenigen tausend Haushalten gehört, die diese Bastion des Qualitätsjournalismus aus dem Hausflur fischen durften, könnt ihr das hier nachholen; die Top Story findet ihr auf den Seiten vier und fünf:


    Weiterlesen: Altona-Nord im Blick Ausgabe 47 (PDF)

    Freitag, 7. Oktober 2011

    Rotes Tuch für Vattenfall.

    Die Entscheidung für den Bau der Moorburgtrasse rückt näher. Höchste Zeit, dass mehr Menschen am geplanten Verlauf der Großbaustelle ihren Unmut unterstreichen. Zum Beispiel mit einem Banner an Balkon oder Fenster. Aber woher nehmen, wenn nicht basteln?

    Der bequemste Weg zur schmucken Hausfront führt am Samstag über die Holstenstraße, wo die mobile Bannermaschine der Bürgerinitiative „Moorburgtrasse stoppen!“ mit reger Unterstützung von Anwohnern den ersten öffentlichen Großeinsatz erleben wird.

    Gegen eine kleine Spende gibt es mittleren (100/60 x 35 cm) oder großen (160/110 x 50 cm) Protest auf die Hand. Wenn die Banner bald überall entlang der geplanten Trasse das Stadtbild zieren, ist das den Schergen von Vattenfall hoffentlich ein rotes Tuch!

    Holt euch euer Banner gegen die Moorburgtrasse:
    • Samstag, 08.10.2011
    • ab 10:30 Uhr
    • an der Holstenstraße, Bushaltestelle Max-Brauer-Allee (Mitte)
    • Banner und Buttons zum Mitnehmen (gegen Spende)
    • Guerilla Knitting für die bedrohten Bäume
    • Informationen zum Thema Moorburgtrasse und Vattenfall
    Banner basteln leicht gemacht

    Großes Banner, Serviervorschlag