Donnerstag, 23. Dezember 2010

Hunderttausende spenden für Vattenfall.

Hunderttausende Menschen in Hamburg und Berlin werden 2011 Geld spenden. Und zwar für die Wiederinbetriebnahme der Atomkraftwerke in Krümmel und Brunsbüttel und die Fertigstellung des Kohlekraftwerks in Hamburg-Moorburg.

Ein zwei Personen Haushalt engagiert sich dafür mit bis zu 24 Euro. Diese „Spende
ist steuerlich nicht absetzbar und ergibt sich aus der Preisdifferenz zwischen dem Atom- und Kohlestrom des Vattenfall-Konzerns und unabhängigem Ökostrom.

Ab 2011 sind gleich mehrere empfehlenswerte Ökostromanbieter günstiger als zahlreiche Grundversorger. Das liegt an den Preiserhöhungen, die angeblich nur der gestiegenen EEG-Umlage geschuldet sind, merkwürdigerweise aber zuerst Atom- und Kohlestromkunden treffen.

Meine Empfehlung daher: Spendet euer Geld lieber für etwas Sinnvolles und bezieht 2011 konzernunabhängigen Ökostrom. Prost Neujahr!

> Gute Vorsätze? Empfehlenswerte Ökostromanbieter in der Preisübersicht

Volle Kernkraft voraus? (Video: .ausgestrahlt)

Donnerstag, 16. Dezember 2010

Rettet Geld die Welt?

Hurra – wir quetschen unseren Planeten aus bis zum letzten Tropfen! Was nicht rentabel ist, wird rentabel gemacht. Ob Sumpfgebiet oder Korallenriff, das Geld liegt neben der Straße, wer nicht zugreift, ist selbst schuld.

Doch was, wenn der Erhalt der Regenwälder unterm Strich lukrativer wäre als ihre Zerstörung? Wenn der Schutz der Ozeane ein größere Rendite verspräche als ihre Verschmutzung? Wenn nachhaltige Fischerei mehr einbrächte als Überfischung?


Dann hätte Nachhaltigkeit endlich einen Wert, den sogar Politik und Wirtschaft verstehen: einen finanziellen. Das ist keine romantische Vorstellung von dem Ende unseres ökologischen Suizids. Aber die wohl aussichtsreichste.


Tatsächlich erschien im Oktober der letzte Teil einer Studie, die Wege aufweist, den Wert der Natur zu beziffern. Veröffentlicht wurde sie vom Umweltprogramm der Vereinten Nationen und Pavan Sukhdev, einem Ökonomen der Deutschen Bank, deren Praktiken mich für gewöhnlich despektierlich stimmen.


Am rentabelsten ist laut „The Economics of Ecosystems & Biodiversity“ der Waldschutz. Eine Halbierung der weltweiten Abholzung bis 2030 brächte Ersparnisse von bis zu 3,7 Billionen Dollar, resultierend aus dergestalt verhinderten Klimakatastrophen wie Dürren, Bränden oder Sturmfluten.


Die knapp 20 Seiten lassen sich leicht lesen, zumal das Thema wirklich sehr interessant ist. Für die Generation YouTube veranschaulicht dieser Film die Idee in netten Kinetic Type Animationen:



Grünes Geld (Video: Natural Capital Project; via the future is green)

> Beim Environment News Service findet ihr eine gute Zusammenfassung der TEEB-Studie

Artenschutz im Schlafzimmer.

Weniger Menschen = weniger Artensterben. Dieser Rechnung folgend hätte man beim Center for Biological Diversity zum Valentinstag besser 350.000 Zyankalikapseln verschenkt als 350.000 Kondome. In der hehren Hoffnung, die Überbevölkerung möge wenigstens langfristig abnehmen, entschieden sich die Umweltschützer dann doch für Kondome, auf deren Verpackungen sie ihr Anliegen humorig zu illustrieren suchten, zum Beispiel so:


Cover your tweedle – save the burying beetle!
(Grafik: endangered species condoms)

Das Ergebnis empfinde ich als durchaus enttäuschend, weswegen ich nun selbst in die Tasten greife. Ich lege mal locker los!

Ein Hut für deine Rute – kommt auch dem Elch zu Gute.

Die Tüte schön betanken – der Biber wird's dir danken.

Bedecke deine Nudel – und schütz ein ganzes Rudel.

Verhüllte Liebeslanze – da jubiliert die Wanze.

So, genug der postpubertären Reime. Schuld an der ganzen Misere ist übrigens der Blog the future is green, den ich kürzlich entdeckte.

Dienstag, 14. Dezember 2010

Atomkraft – eine Hängemattentechnologie.

Gerne fabulieren Politiker und Lobbyisten von sauberer Atomenergie. Von sauberer Urangewinnung fabulieren sie nicht: Genau wie ihren sauberen Atommüll überlassen sie auch den sauberen Uranabbau lieber anderen Ländern.

Ein Grund dafür ist, dass deutsche Uranminen selbst zwanzig Jahre nach ihrer Stilllegung noch enorme Summen verschlingen. Die Rekultivierung ehemaliger Abbaugebiete in Sachsen und Thüringen dauert nun schon zwanzig Jahre und hat den Bund bis Ende 2009 5,3 Milliarden Euro gekostet.

Vom Uranabbau bis zum strahlenden Müll ist die Kernkraft keine Brücken-, sondern eine Hängemattentechnologie: Vattenfall, RWE, E.ON und EnBW zählen entspannt ihre Milliarden, die milliardenschweren Folgen für Gesundheit und Umwelt tragen andere. Eine bequeme Situation, wenn man keine Moral kennt.

Die Dokumentation „Yellow Cake“ verspricht eine objektive Einschätzung der weltweiten Urangewinnung nach sozialen Gesichtspunkten. Das Filmteam um Regisseur Joachim Tschirner hat fünf Jahre lang Aspekte der Atomenergie beleuchtet, die unsere Bundesregierung null Sekunden interessiert haben. Hier der Trailer:


Ab 16. Dezember im Kino: Yellow Cake – Die Lüge von der sauberen Energie

Mittwoch, 8. Dezember 2010

Der Tag, an dem das Walross starb.

Da ich a) keine Zeit zum Schreiben finde, b) nichts Aufschlussreiches zu berichten weiß und c) heute vor dreißig Jahren John Lennon ermordet wurde, geht es hier ausnahmsweise mal um Letzteren.

Ich werde mich heute Abend bei der Premiere zum John Lennon Film „Nowhere Boy“ volllaufen lassen. Wer Lennons Todestag lieber in der Intimität seiner eigenen vier Wände begehen möchte, für den führt kein Weg an „I met the Walrus“ vorbei.

Der oscarnominierte Kurzfilm von 2008 schmeichelt dem Auge mit stilprägendem Motiondesign und gibt dabei einen aufschlussreichen Einblick in den Aktivisten John Lennon:

„The thing is to protest non violently, because violence begets violence.“
(Video: I Met the Walrus)


Für fachfremde Leser: Der Filmtitel bezieht sich auf den von John komponierten Beatles-Song „I am the Walrus“.

Donnerstag, 2. Dezember 2010

Lux am Ende des Tunnels!

Einmal in seinem Leben ist man nicht zuhause und schon geschehen in der Nachbarschaft die spannendsten Dinge! Die Gruppe „Lux & Konsorten hat sich einen Adventskalender der etwas anderen Art ausgedacht, um dem sinnfreien Leerstand in Hamburg endlich ein Ende zu bereiten. Am besten schaut ihr euch selbst an, was es damit auf sich hat:

Neulich in der Suttnerstraße ... (Video: utopieTV)