Montag, 22. November 2010

Wegen Urlaubs geschlossen.

Der Autor weilt bei sommerlichen 18 Grad im trefflichen Valenica, um seine Kenntnisse der spanischen Sprache und Lebensart zu vertiefen. Sollte ihn nicht eine plötzliche Wehmut nach seiner Muttersprache packen, geht es hier erst ab dem 5. Dezember weiter.

Bis dahin: Sch
öne Grüße aus Spananien!

PS Die
Ös musste ich mir extra von einer deutschen Website kopieren. Aber Ordnung muss sein.

Freitag, 19. November 2010

Greenwashing bei Chevron: Der Spott über den Spot.

Mit seiner aktuellen Greenwashing-Kampagne hat Chevron, metaphorisch gesprochen, in den Wind gepisst: Hunderte Menschen persiflierten die Anzeigen und TV-Spots des Ölmultis. Statt über Chevrons vermeintliches Engagement berichteten die Leitmedien über diese Spoofs.

Wie die unglückselige Kampagne entstanden sein könnte, zeigt Will Ferell's Comedy-Website Funny or Die. Wer mal selbst einen Tag in einer Werbeagentur verbracht hat, weiß, dass dieser Sketch der Realität vermutlich sehr nahe kommt:

Chevron im Mittelpunkt des Spotts (Video: funnyordie.com)

Donnerstag, 18. November 2010

Ökostrom Preisübersicht 2011.

2011 ist ein hervorragendes Jahr, um Atom- und Kohlestrom den Rücken zu kehren. Schließlich sind die Laufzeitverlängerungen maroder Atomkraftwerke und der Bau neuer Kohlekraftwerke obsolet, wenn niemand den Dreckstrom von Vattenfall & Co kauft. Doch was zeichnet gute Ökostromanbieter aus?
  1. Unabhängigkeit von Atom- und Kohlestromkonzernen wie Vattenfall, RWE, E.ON und EnBW
  2. Strom aus mindestens 50 % erneuerbaren Quellen und maximal 50 % Kraftwärmekopplung
  3. Beitrag zum Ausbau erneuerbarer Energien in Deutschland
Im Folgenden findet ihr einen Preisvergleich zwischen Vattenfall Hamburg und empfehlenswerten Ökostromanbietern.


Grundgebühr/MonatCent/kWhPreisgarantie bis
Vattenfall (Basis)*6,10 €22,29---
EWS6,90 €23,9031.12.2011
Greenpeace Energy8,90 €24,8031.12.2011
Hamburg Energie**6,19 23,50
31.12.2011
LichtBlick8,95 €23,64---
Naturstrom7,95 €22,5031.12.2011
NaturWatt*
8,25 €19,5031.12.2011

Wenn ihr euren Stromverbrauch nicht kennt, hier eine Orientierungshilfe:

2.000 kWh/Jahr
(1 Person***)
3.500 kWh/Jahr
(2 Personen***)
5.000 kWh/Jahr
(4 Personen***)
Vattenfall (Basis)*519,00 €853,00 €1.187,00 €
EWS560,80 €919,30 €1.277,80 €
Greenpeace Energy602,80 €974,80 €1.346,80 €
Hamburg Energie**544,28 €896,78 €1.249,28 €
LichtBlick580,20 €934,80 €1.289,40 €
Naturstrom520,40 €839,15 €1.157,90 €
NaturWatt*545,40 €882,90 €1220,40
*Preisregion Hamburg ** Preisregion Hamburg, Tarif „Horizont
***ungefähre Richtwerte laut de.wikipedia.org


Kurzportraits von EWS, Greenpeace Energy, LichtBlick und Naturstrom findet ihr hier. Mehr über NaturWatt erfahrt ihr in meinem Interview von letztem Jahr.

[update:] Hier geht’s zur Ökostrom Preisübersicht 2013.

Mittwoch, 10. November 2010

Wenn sich Werbung ins Gegenteil verkehrt.

Chevron – ein Ölmulti mit Visionen (chevronthinkswerestupid.org)

Öl auf dem Meer abfackeln? Schildkrötensuppe! (chevronthinkswerestupid.org)

Ziehen immer: Gratisangebote
(chevronthinkswerestupid.org)

Das Internet wird mehr und mehr zur gnadenlosen Geißel für skrupellose Konzerne. Sie können nicht mehr ohne das Netz, aber mit ihm werden sie auch nicht glücklich. Ihr Problem ist zugleich ihre einzige Chance: Der ehrliche Dialog mit den Konsumenten. Die Zeit des Lügens ist vorbei.


Umweltzerstörung, Menschenrechtsverletzungen, Betrug – durch Imagekampagnen lässt sich derlei kaum mehr korrigieren. Im Gegenteil. Mit geringen Budgets gelingt es NGOs, auch millionenschwere Werbeetats gegen jene Unternehmen arbeiten zu lassen, die sich damit Läuterung erkaufen wollten.

Meister dieser Kunst ist die Aktivistengruppe The Yes Men. Bevor der Ölgigant Chevron seine neue Imagekampagne überhaupt veröffentlichen konnte, hatten die Yes Men schon ihre optisch identische, aber inhaltlich ehrlichere, Version online gestellt – zusammen mit einer gefälschten Pressemitteilung.

Nun verbreiten die Yes Men ihre Botschaft über die Internetnutzer weiter: Bei einem Kreativwettbewerb kann man Teil der gekaperten Chevron-Kampagne werden. Die Motive sind teils witzig, teils bitterböse, ein Besuch der Galerie lohnt sich!

> hier könnt ihr am Kreativwettbewerb teilnehmen

> hier erfahrt ihr, warum Chevron den Spott verdient

Freitag, 5. November 2010

Castor 2010: Der Widerstand in Bildern.

Das Projekt in a million years gibt in den kommenden Tagen einen Einblick in den aktuellen Widerstand gegen die Atomkraft im Allgemeinen und die Endlagerung in Gorleben im Speziellen. Vier Fotografen und ein Filmemacher werden den Castor-Transport dokumentieren und multimedial aufbereiten.

Wie das aussehen kann, zeigt ihre Kurzchronik „Drei Jahrzehnte Widerstand
:

Menschen wider die Atomkraft (Video: in a million years @ YouTube; via taz.de)

> Zur Internetseite von in a million years

Über Leichtbier und Papiercroissants.

Für mich ist Dosenbier eine bittere Mischung aus sinnloser Askese und romantischer Verklärung der eigenen trostlosen Jugend. Ich mag es nicht. Noch schlechter schmeckt es Mutter Natur: Bei der Aluminiumgewinnung fällt brasilianischer Regenwald, Getränkedosen sind ökologisch gesehen ziemliche Flaschen.

Dass auch Mehrwegflaschen noch ökologischer werden können, zeigt die Bierweltmacht Belgien. Bei Stella Artois wird in Leichtglasflaschen abgefüllt, um Ressourcen und CO2 zu sparen. Dafür klopfte sich die Brauerei selbst auf die Schulter, und zwar mit einer extrem leckeren Kampagne.


In Schlüsselrollen: eine überdimensionierte Videokassette, ein Papiercroissant im Weltall und der Igel Claude.

Meine Lieblingsbierwerbung aller Zeiten (Video: Stella Artois @ YouTube)

Die komplette Kampagne findet ihr auf dem
YouTube Kanal von Stella Artois.

(via Ecowein)

Montag, 1. November 2010

Wie integer ist Entega?

Tag der offenen Kühlschranktür in Hamburg – schön inszeniert von DDB Berlin

Wenn ein Stromanbieter dazu aufruft, den heimischen Energieverbrauch zu senken, ist mir das sympathisch. Wenn er dafür ein Iglu aus 322 alten Kühlschränken auf den Gänsemarkt stellt, deren Abluft das Innere auf tropische Temperaturen erhitzt, und diese skurrile Szenerie noch mit einem mannshohen Stromzähler flankiert, schreit mein Werberherz „Chapeau
. Mein Ökogewissen fragt: Was taugt der Strom, der hier so charmant beworben wird? Nach einiger Recherche komme ich zu folgendem Ergebnis:

1. Indirekte Finanzierung von Atom- und Kohlestrom.
Entega gehört über die HSE zu 40 % der E.ON AG. Von 100 Euro, die ihr bei Entega für Ökostrom ausgebt, gehen also 40 direkt an einen Atom- und Kohlestromkonzern. Solange sich daran nichts ändert, solltet ihr euch für einen anderen Anbieter entscheiden.

2. Mangelnde Transparenz.
Dass der Strom, den Entega anbietet, aus norwegischen Wasserkraftwerken stammt, wird auf der Internetseite mit keinem Wort erwähnt. Dafür ist dort von milliardenschweren Investitionen
der HSE in erneuerbare Energien die Rede, die sich im Strommix von Entega nicht wiederfinden.

Mein Fazit daher: Freut euch über die gelungene Werbung. Senkt euren Energieverbrauch. Und bezieht Ökostrom bei einem empfehlenswerten Anbieter.

[update:]
1. Indirekte Finanzierung von Atom- und Kohlestrom.
Zum Januar 2011 will die Stadt Darmstadt Entega von E.ON freikaufen, sie genießt dafür ein Vorkaufsrecht. (Danke Mohnstar)

2. Mangelnde Transparenz.
Laut HSE soll bis 2015 mindestens 20 % des Entega-Stroms aus eigenen Anlagen stammen. Warum finden sich derlei Informationen nicht auf der Internetseite von Entega? Statt Werbung und eines dahinsiechenden Twitter-Accounts wünsche ich mir relevante Inhalte auf der Firmenwebsite und das Beantworten von E-Mails.