Freitag, 30. April 2010

Moorburgtrassen-Bilderrätsel.

Der treffliche Ausblick von meinem Balkon inspiriert mich zu einem kleinen Rätsel. Liebe Verantwortlichen bei Vattenfall, liebe Politiker der Grün-Alternativen Liste, wer findet den Unterschied auf folgenden Bildern?

Richtig: Es gibt keinen. Auf beiden sehen wir den Bertha von Suttnerpark, auf keinem eine zehn Meter breite Baugrube für die Fernwärmeleitung von eurem Kohlekraftwerk in Hamburg-Moorburg.


Schöne Grüße aus der Suttnerstraße!

Abb. 1: Bertha von Suttnerpark

Abb. 2: Bertha von Suttnerpark

Mittwoch, 28. April 2010

Wer nicht hören will, muss fühlen.

Wer nicht hören will, muss fühlen. Mehr fällt mir zur Palmöl-Misere von Nestlé nicht ein. „Was?“ höre ich den kritischen Leser entsetzt aufschreien. „Das fettige Fruchtfleisch befindet sich genauso in Biodiesel und Kosmetikprodukten. Warum stellt Greenpeace ausgerechnet Nestlé an den Pranger?“ Manch einer mutmaßt gar, die Umweltorganisation werde von der Konkurrenz dafür bezahlt, Nestlé zu schaden.

Die Vergangenheit straft derlei Reden Lügen. Denn schon
2008 attackierte Greenpeace einen anderen Palmöl-Sünder. Und zwar Dove, eine Pflegeserie des Uniliver-Imperiums, welches mit Fug und Recht als Konkurrent von Nestlé bezeichnet werden darf. Genau wie aktuell bei Kit Kat wurde auch damals ein Werbefilm persifliert. Doch im Gegensatz zu Nestlé hatte Unilever nach zehn Tagen ein Einsehen.

Das Ende vom Lied? Dove trägt eine Weste weißer als die eigene Schmiere, während es Nestlé an den schmutzigen Kragen geht. Mein Mitleid hält sich in Grenzen. Hier noch ein schönes Zitat von Greenpeace UK nach dem Einlenken von Unilever im Mai 2008:

If others in the palm oil industry are smart, they'll follow Unilever's lead. There's no excuse for wasting time now, so any industry slow-learners could be our next campaign target. (Quelle: greenpeace.org)
Wie gesagt: Wer nicht hören will, muss fühlen.

Greenpeace-Film gegen Ex-Palmöl-Sünder Unilver von 2008; 1,2 Mio. Aufrufe
(Video:
GreenpeaceVideo @ Youtube)

Dienstag, 27. April 2010

Pfandpiraten zu Volkshelden.

Ich hasse Pfandautomaten. Wenn ich samstags morgens mal wieder dem Alkohol abschwöre, tue ich das in 99 % aller Fälle, während ich – den Einkaufswagen voll unsortierter Bierflaschen – in der kilometerlangen Schlange vorm einzigen Pfandautomaten stehe. Nein – Recycling bereitet in Deutschland wahrlich keine Freude. Und doch tut es fast jeder.

In den USA hingegen scheint derartiges Gebaren völlig unbekannt. Nur so lässt sich erklären, dass am Earth Day 2010 vor staunenden New Yorkern ein Zauberkasten namens „Dream Machine“ enthüllt wurde, der verblüffende Ähnlichkeit mit einem Pfandautomaten aufweist.

Einen entscheidenden Vorteil hat das Gerät allerdings: Jede eingeworfene Flasche oder Dose bringt Prämienpunkte und eine Geldspende ans EBV, eine Stiftung für Kriegsveteranen. Wenn da mal ein Pfandpirat mit drei Müllsäcken voll Leergut vor einem steht, ist er keine Nervensäge, sondern ein Volksheld.

Lebensmitteleinzelhändler Deutschlands: Gebt mir eine Dream Machine!

Dream Machine für Doofe: Am besten gefallen mir die rehabilitierten Veteranen (Video: PepsiCoVideo @ YouTube)

Party für den Planeten: Earth Day 2010 am Times Square
(Video: GreenopolisTV @ YouTube)

Montag, 26. April 2010

klimahlzeit-Tipp #2: Eine Scheibe abschneiden!

(Dieser Artikel ist Teil meines Twitter-Projektes klimahlzeit, bei dem ich meine weggeworfenen Lebensmittel öffentlich mache und Tipps gebe, wie sich solche Verschwendung vermeiden lässt.)

Den Lebensmitteln, die ich wegwerfe, ist eines gemein: Sie sind verdorben. Wie kleine pelzige Tiere sitzen sie, bloße Unschuld vorgaukelnd, im Kühlschrank, bereit, sofort das Weite zu suchen, sobald ich nach ihnen greife. Seit ich meinen derartigen Wohlstandsmüll öffentlich mache, sind es deutlich weniger geworden. Zum Beispiel, weil ich mir neuerdings gerne eine Scheibe abschneiden lasse.

Besonders schmackhaft ist mein optimiertes Einkaufsverhalten nämlich an der Käsetheke. Lernte in meinem Kühlschrank einst konturloser Gummikäse das Laufen, wartet dort heute eine treffliche Auswahl köstlichster Käsekreationen darauf, genüsslich verputzt zu werden.

Am Ende des Tages zahle ich dafür nicht mehr als vorher. Zwar verfüge ich nur über fünf Scheiben Käse, wo einst fünfzehn waren. Aber dafür handelt es sich jedes mal um fünf andere Kronen der Käsekunst, die allesamt im Mund landen, und nicht im Müll.

Darum lautet mein klimahlzeit-Tipp #2:
Eine Scheibe abschneiden! Wer kleinere Mengen einkauft, hat mehr Geld für Qualität und Abwechslung. Zum Beispiel an der Käsetheke.

Sonntag, 25. April 2010

2025 – An Ape Odyssey.

Ja, ja und nochmals ja! Das ungefähr waren meine Gedanken beim Betrachten des neuen WWF-Spots von Leo Burnett. Das 4:15 lange Werk sprüht nicht gerade vor Spannung. Und doch jagte es mir wohlige Schauer über den Rücken. Nicht ganz unbeteiligt daran: der „Song for the Divine Mother of the Universe von Ben Lee, dessen Gesamtwerk nun dringend gehört werden will.

Rückkehr zum Planet der Affen (Video: Leo Burnett)

(via nerdcore.de)

Samstag, 24. April 2010

120.000 mal „Atomkraft? Nein danke!“


Volksfeststimmung auf der Holstenstraße



Ein Bier für den, der als Erster den Schnösel im blauen Pullover erkennt


Es hat wirklich geklappt! Mehr als 120.000 Menschen haben heute gegen Laufzeitverlängerungen für deutsche Atomkraftwerke protestiert – in einer 120 Kilometer langen Menschenkette zwischen den Pannen-Reaktoren Brunsbüttel und Krümmel.

Nun bin ich wirklich gespannt, ob dieses Stimmungsbild die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen zu Ungunsten von CDU und FDP entscheiden kann. Die Medien stürzen sich jedenfalls begierig auf das Comeback der Anti-Atom-Bewegung. Selbst bei
Spiegel-Online steht der Bundesparteitag der FDP im Schatten dieses Großereignisses. Auf dem Blog von Campact findet ihr schöne Fotos der Menschenkette!

Donnerstag, 22. April 2010

Mein eigenes Waschmittel: Teil 2.

Nicht jeder findet 100 % biologisch abbaubares Waschmittel eine saubere Sache

Reinlichkeit kommt bekanntlich gleich nach Göttlichkeit und so stehe ich am Herd und koche mir einen Liter Waschmittel. Was kommt rein?

Natriumcarbonat (Kristallsoda)
Wie beim Speisesoda für meinen Allzweckreiniger Funkelwasser entschied ich mich auch hier für ein Produkt der Traditionsfirma Holste. Der 500 g Beutel
Waschsoda (99 Cent) hat gute Chancen, mich zu überleben, denn für einen Liter Waschmittel benötige ich nur 2 Esslöffel davon. Dass Holste es ernst meint mit dem Wahlspruch Tradition + Fortschritt, merke ich zu spät: Waschsoda ist kalziniert und fast dreimal so ergiebig wie Kristallsoda. Was soll’s. „Viel hilft viel“.

Kernseife
Hier fiel meine Wahl auf ein Stück Savon de Marseille aus pflanzlichen Ölen (72 %) und Natronlauge. Als ich mir gewahr wurde, dass auch Palmöl dabei ist, animierte mich das nicht zu Freudentänzen. Besonders, da der Franzose für dasselbe Geld auch Kernseife mit 72 % Olivenöl veräußert. Es hilft nichts: 15 g davon wandern in mein Waschmittel, 79 Cent wanderten dafür zur Drogerie.

Ätherisches Öl
Bergbrise oder Frühlingsfrische? Hier könnt ihr eurer Kreativität freien Lauf lassen! Bei mir kommt das Zitronenöl der Marke Primavera zum Einsatz, welches bei der Zubereitung meines Reinigers Funkelwasser übrig blieb.

Und nun zur Tat:
  • 15 g Seife klein hacken und in eine Schale geben
  • 340 ml heißes Wasser darüber gießen
  • 2 Esslöffel Kristallsoda hinzugeben und umrühren
  • abkühlen lassen

  • 340 ml heißes Wasser darüber gießen
  • ca. 10 Tropfen Duftöl hinzugeben und umrühren
  • abkühlen lassen

  • 340 ml heißes Wasser darüber gießen und umrühren
  • in eine Flasche füllen
  • fertig
Was das Mittelchen zu meiner schmutzigen Unterwäsche sagt, weiß ich dann in zwei Stunden.

[update:] Meine Weißwäsche flattert im Wind. Viele der Exponate befanden sich seit Monaten in meiner Schmutzwäsche. Das Ergebnis kann sich riechen lassen. Spiel, Satz und Sieg!

[update II:] Manches kann man nicht oft genug schreiben. Zum Beispiel, dass ihr dieses und viele weitere Rezepte im wundervollem Blog biotiful.at findet.

Parmesan? Palmöl! Benutzt lieber grüne Kernseife mit Olivenöl (Rezept: biotiful.at)

Jetzt heißt es wieder „einen Schlag reinhauen“ (Rezept: biotiful.at)

Earth Day 2010: Bleib sauber, Erde!

Was bringt es, dass ich mein eigenes Waschmittel mische? Ich spare mit jeder Wäsche etwas Geld, etwas Müll, etwas CO2. Mein Abwasser wird etwas sauberer. Alles kaum der Mühe wert, möchte man meinen. Aber was, wenn alle Deutschen es mir gleichtäten? Oder alle Europäer? Vermutlich könnten wir dadurch ein paar Mülldeponien und Kläranlagen schließen. Denn kleine Beiträge zum Umweltschutz machen den Unterschied in ihrer Summe.

Doch viel wichtiger ist, dass mein Waschmittel mir schon bei der Herstellung große Freude bereitet hat. Und eines weiß ich jetzt: Ein wenig Verantwortung für Mensch und Umwelt zu übernehmen, bedeutet selten Verzicht – ist aber immer ein Gewinn.

In diesem Sinne: Happy Earth Day!

Die Sache hat Hand, aber keinen Fuß (Video: GreenpeaceVideo @ Youtube)

Montag, 19. April 2010

Mein eigenes Waschmittel: Teil 1.

Henkel, Procter & Gamble, Unilever – eure Dreckmittel sind keine Freunde meines Hauses mehr. Jetzt haben sie auch meine Waschmaschine letztmalig von innen gesehen. Denn ab sofort lasse ich mir „die schlaue Art zu waschen“ nicht mehr von einem degenerierten Zeichentrick-Fuchs vorlügen. Lieber schone ich Portemonnaie wie Umwelt und mach’s mir selbst. Wenig brauche ich:
  • einen vielversprechender Namen
  • ein leeres Behältnis
  • einen Trichter
  • Kristallsoda (Natriumcarbonat, gibt es in der Drogerie)
  • Kernseife (am besten ohne Konservierungsstoffe wie EDTA)
  • je nach olfaktorischer Vorliebe: ätherisches Öl
  • und einen Kochtopf
Ob dieses Experiment Brauchbares zutage fördern wird, lasse ich alsbald verlauten. Meine Prognose: Waschmittel herzustellen ist einfacher als ein Käsebrot zu belegen und günstiger als eine Scheibe Gouda! Inspiration für diese Unternehmung bot Leo Hackmanns bildendes Buch „Fast nackt“, das Rezept lieferte Anne-Sophie Coureuils bezaubernder Blog biotiful.at.

> Mein eigenes Waschmittel: Teil 2.

Samstag, 17. April 2010

All you can’t drink!

Was zu tun wäre, wenn ich im Müll meines Arbeitgebers eine LKW-Ladung abgelaufenes Bier fände, wüsste ich: Urlaub nehmen und daran arbeiten, dieser unglaublichen Verschwendung Herr zu werden! Doch Vorsicht. Der bescheidene Versuch, wenigstens 50 von 1.500 weggeworfenen Paletten Budweiser ihrer gottgewollten Bestimmung zukommen zu lassen, hat zwei Mitarbeiter einer us-amerikanischen Mülldeponie gerade den Job gekostet.

Dass ich darüber weinen musste, liegt allerdings weniger an der traurigen Einstellung unserer Gesellschaft zu Lebensmitteln. Schuld daran trägt die unglaublich humorvolle Berichterstattung des Online-Magazins TreeHugger. Hiermit erkläre ich meine volle Solidarität mit den zwei „American Beeroes
und verordne den umgehenden Konsum von Alkohol und diesem Artikel:

> Beer Rescue Puts Landfill Employees in Hot Water

Bier im Magen statt Bier im Müll! (Grafik: TreeHugger.com)

Nestlé: Satte Protest-Dividende.

Seit genau einem Monat fährt Greenpeace eine Kampagne gegen die indirekte Zerstörung indonesischer Regenwälder durch Nestlé. Über 1,3 Millionen Internetnutzer haben das Kit Kat Video der Umweltorganisation gesehen, mehr als 200.000 Protest E-Mails wurden an Nestlé versendet: Bei den Konsumenten ist die Botschaft angekommen.

Am Donnerstag richtete sich Greenpeace nun an Menschen, die das Handeln von Nestlé auf anderer Ebene beinflussen können, als wir Kunden: die Aktionäre. Und zwar auf deren Hauptversammlung 2010 in Vevey (bei Lausanne). Die 2.570 anwesenden Aktionäre repräsentierten knapp 35 % des Firmenkapitals und haben damit einen wesentlich höheren Einfluss auf die Konzernpolitik als ein paar hunderttausend potentielle Kunden.
(Quelle: nestle.com)


In Deutschland installierte Greenpeace zeitgleich eine Leinwand vor der Konzernzentrale in Frankfurt, auf der in Echtzeit alle Tweets mit #nestle angezeigt wurden. Klar, dass ich die Gelegenheit gerne genutzt habe, um Nestlé meine ungeschönte Meinung an die Hauswand zu feuern. Ich war nicht der einzige: Trotz der Ereignisse in Afghanistan und des Vulkanausbruchs auf Island schaffte es das Thema in den Twitter-Trends auf Platz zwei!

Inzwischen sind von beiden Aktionen Videos online:

2.570 Nestlé-Aktionäre. 35 % des Konzern-Kapitals. Und eine Handvoll Affen (Video: GreenpeaceCH @ Youtube)

Auch meine Verunglimfungen musste das Nestlé-Management in Frankurt am Donnerstag ertragen (Video: GreenpeaceDE @ Youtube)

Dienstag, 13. April 2010

klimahlzeit-Tipp #1: Mach’s mini!

(Dieser Artikel ist Teil meines Twitter-Projektes klimahlzeit, bei dem ich meine weggeworfenen Lebensmittel öffentlich mache und Tipps gebe, wie sich solche Verschwendung vermeiden lässt.)

Ein Bekannter von mir bestellt in Fast Food Restaurants mit Vorliebe Menüs. Die Hälfte davon landet – kaum angerührt – im Müll. Seine Begründung: „Die Pommes waren eh umsonst.
Ich sage: Von derart gedankenlosem Handeln wird mir schlechter als von einem Mc Flurry mit doppelt Bacon.

- Transport der Kartoffeln: CO2
- Verarbeitung zu Pommes: CO2
- Einfrieren der Pommes: CO2
- Transport
und Kühlung der Pommes: CO2
- Frittieren der Pommes: CO2
- etc.

Wer ein Menü kauft, und davon die Hälfte wegschmeißt, hat womöglich die schöne Illusion, wenig gegessen zu haben. Am Ende des Tages hat er dafür nichts extra bezahlt. Wer hingegen unsere Wegwerfgesellschaft boykottiert, und sei es nur durch den Verzicht auf eine
kostenlose Portion Pommes Frites pro Woche, der betreibt letzen Endes Klimaschutz, für den er sich noch nicht einmal einschränken muss.

Darum lautet mein klimahlzeit-Tipp #1:
Mach´s mini! Weggeworfene Bestandteile eines Fast Food Menüs kosten vielleicht kein Geld. Aber unnötige CO2-Emissionen.

Montag, 12. April 2010

klimahlzeit!


Jeder Bissen auf unseren Tellern hat CO2-Emissionen verursacht.
Lebensmittel im Müll sind daher doppelt verwerflich

Mein neues Twitter-Projekt klimahlzeit beleuchtet den Einfluss unserer Essgewohnheiten auf das Klima aus einer neuen Perspektive. Und zwar anhand der Lebensmittel in meinem Abfall. Denn verschwendetes Essen ist nicht nur ein moralisches Problem, es bedeutet auch unnötige Belastungen für unser Klima:

  • CO2-Emissionen beim Transport der Zutaten zum Hersteller
  • CO2-Emissionen durch den Stromverbrauch bei der Herstellung
  • CO2-Emissionen durch den Transport zum Handel
  • CO2-Emissionen durch den Transport zum Konsumenten
  • CO2-Emissionen durch den Transport zur Müllhalde
  • CO2-Emissionen durch Müllverbrennung
  • ggf. Waldrodungen für den Anbau von Futtermitteln (z.B. Soja)
  • ggf. Waldrodungen für Verpackungen (z.B. aus Pappe)
  • etc.
Eine wichtige Inspiration für das Projekt kam vom California College of the Arts. Studenten dort haben nachgewiesen, dass die verschiedenen Zutaten für einen einzigen Taco insgesamt 64.000 Kilometer transportiert werden, bevor er verzehrt wird – oder im Müll landet.

So exakt kann und will ich meine Verschwendung nicht ermitteln. Ich beschränke mich darauf, jedes weggeworfene Lebensmittel bei klimahlzeit zu twittern. Zusätzlich sammle ich auf dem Suttnerblog Tipps, was man tun kann, um weniger Essen zu vergeuden.

Freitag, 9. April 2010

Umweltschmutz durch Frühjahrsputz?

Damit Produkte von Umweltzerstörern wie Procter & Gamble mir nicht mehr Mülleimer und Abwasser verschmutzen, putze ich seit Wochen alles, was mir unsauber erscheint, mit einem selbstgemischten Allzweckreiniger.

Letzte Woche waren die Fenster dran und als meine kleine Miezekratze mir zur Hilfe kam, war ich sehr froh, dass sie statt Glasreiniger nur mein 100 % biologisch abbaubares Funkelwasser von der Scheibe schleckte. Auch auf Parkett und Kochzeile hat sich das Mittel bereits bewährt.

Wer keine Lust hat, seinen Allzweckreiniger selbst zu mischen, dem bieten sich auch im Supermarkt eine Vielzahl ökologischer Alternativen, zum Beispiel von Ecover. Hier ein schöner TV-Spot der australischen Marke Natures Organic für ihre Produktlinie Earth Choice:

Wohnung sauber – Umwelt schmutzig (Video: naturesorganics.com.au via wuv.de)

Mehr Frühjahrsputz auf dem Suttnerblog:
> Mein eigener Allzweckreiniger Teil 2.
> Mein eigener Allzweckreiniger Teil 1.

Donnerstag, 8. April 2010

Vattenfall mit schlagkräftigen Argumenten.

Eben stieß ich erneut auf Polizeigewalt im Auftrag von Vattenfall, diesmal auf der Baustelle des Kohlekraftwerks Hamburg-Moorburg, wo 2008 ein Polizist auf eine flüchtende Demonstrantin einschlug:

Auch der Kameramann bekam sein Fett weg (Video: graswurzel.tv)

Erst jetzt wurde der Täter wegen Körperverletzung im Amt und Nötigung angeklagt. Das ganze Video und die Hintergründe findet ihr bei graswurzel.tv.

(via wir-klimaretter.de)

Spiegel Online über die Noa Bank: ein Kommentar.

Heute haben mir so viele Freunde den Spiegel Online Artikel über die Noa Bank weitergeleitet, dass ich mich entschieden habe, darüber zu schreiben.

Der einzige Skandal an dieser Berichterstattung ist meiner Meinung nach, dass dem Spiegel zur Steigerung der Leserzahlen inzwischen jedes Mittel recht ist. Dass mich dort negative Schlagzeilen über die Noa Bank erwarten, weiß ich schon seit Dienstag. Und zwar durch einen Post auf dem Blog der Bank, der den Verriss in einen interessanten Kontext stellt:

> Hintergründe zur Berichterstattung des Spiegel über die Noa Bank

Dank der offenen Kommunikation der Noa Bank steht bei SpOnline nichts, was nicht vorher bekannt war. So ist es zum Beispiel kein Geheimnis, dass aktuell nur ein Bruchteil der Einlagen als Kredit vergeben wurde und an wen:

> Kreditvergaben der Noa Bank im Bereich „Planet“
> Geldverteilung der Noa Bank im Bereich „Planet“

Von den rund 75 Millionen Euro im Bereich „Planet“, wo auch mein Tagesgeld liegt, wurden bislang nur etwas über 200.000 Euro investiert. Wen wundert es: Kredite vergeben sich nicht von selbst. Besonders, wenn man sich die Kreditnehmer nach ethischen Kriterien aussucht. Und sollten
Teile der Einlagen an Kunden der noa factoring AG (ehemals Quorum AG) fließen, stört mich das nicht, solange sie zum Konzept der Noa Bank passen und öffentlich gemacht werden.

Schade, dass der Spiegel solch reißerischen Journalismus nötig hat. Ich bin jedenfalls froh, dass mein Tagesgeld sich nicht auf Kosten von Mensch und Umwelt vermehrt. Vielleicht ziehe ich bald auch mit meinem Gehaltskonto zu einer ethischen Bank.

Mehr ethische Geldanlage auf dem Suttnerblog:
> Auf wessen Kosten vermehrt sich euer Geld?
> Ich habe meinen ersten Kredit vergeben.
> Waffengeschäfte – der Weg zu mehr Zinsen?


[update:] Leider nimmt es die Noa Bank mit der Transparenz, mit der sie wirbt, nicht so genau. Mein Erspartes liegt nun bei einer ethischen Bank.

Steckbriefe ethisch-ökologischer Banken findet ihr bei oecommunity.

[update:] > Zum Niedergang der Noa Bank (Suttnerblog)

Mittwoch, 7. April 2010

KETTENreAKTION: am 10. April ist Generalprobe.

So weit ich mich erinnern kann, habe ich noch nie auf der Straße für oder gegen etwas demonstriert, die von der Schulleitung verordnete Lichterkette gegen den ersten Golfkrieg mal ausgenommen. Das bedeutet, die 120 Kilometer lange Menschenkette am 24. April zwischen den Schrottmeilern Krümmel und Brunsbüttel wird meine erste richtige Demonstration!

Damit dieses spannende Ereignis mich nicht gänzlich unvorbereitet trifft, gehe ich am Samstag den 10. April zu einer der über 50
Auftakt-Menschenketten in ganz Deutschland. Diese Kurz-Demonstrationen finden jeweils zwischen zwei Atomkraftwerken aus Pappe statt und dauern nur 15 Minuten. Alle über 50 Orte, an denen bereits am 10. April demonstriert wird, findet ihr bei Campact.

Hier die genauen Daten für Hamburg:
  • Treffpunkt: 10. April, 12:15 Uhr, U-Bahn Mönckebergstraße
  • Kurz-Demonstration: 12:30 vorm Vattenfall-Kundenzentrum
    Ecke Mönckebergbrunnen/Spitalerstraße
  • um 12:45 löst sich die Demonstration auf
Diesen Film könnt ihr so verändern, dass ein Freund von euch die Hauptrolle spielt: younuke.de

Dienstag, 6. April 2010

Robin Hood vs. Ben Kingsley.

Einer meiner liebsten Werbefilme letztes Jahr war „The Banker“ von Oxfam, in dem ein genialer Bill Nighy als gelackter Geschäftsmann erfolgslos gegen die sogenannte „Robin Hood Tax annuschelt. Jetzt ist die Fortsetzung da. Den Banker spielt diesmal Oscar-Preisträger Sir Ben Kingsley und ich hoffe, dass Oxfam nicht wieder Geld zum Fenster rausschmeißt, um eine deutsche Version mit Ottfried Fischer oder Oliver Pocher zu drehen. Vorhang auf für „The Banker 2“:

0,01 % auf internationale Devisengeschäfte gegen kurzfristige Spekulationen und weltweite Armut (Video: RobinHoodTax @ Youtube)

Ach – was soll der Geiz! Hier noch mal der erste Teil:
Bill Nighys Gestammel könnte ich mir immer wieder ansehen
(Video: RobinHoodTax @ Youtube)

Samstag, 3. April 2010

Ökostrom in der Preisübersicht.

[update:] Die neuesten Preise findet ihr ab sofort hier:

> zur Ökostrom Preisübersicht 2011

Coca Cola right.

Wenn ich nicht gerade frühmorgens im Büro sitze, total unterzuckert und mit drei Promille Restalkohol vom Abend zuvor, habe ich keine Verwendung für Coca Cola. Seit ich aus dem Stimmbruch heraus bin, ist mir die Plörre zu süß. Außerdem missfällt mir, dass der Konzern den Menschen in Dürreregionen das Grundwasser abgräbt, zum Beispiel in Südwestindien.

Aber gerade weil Coca Cola ökologisches Handeln dringend nötig hat, gefällt mir dieses quadratische Redesign der PET Flasche
von Designstudent Andrew Kim so hervorragend:

Eine ökologische Flasche stünde Coca Cola sehr gut (Grafik: Andrew Kim)

Optimiert von der Produktion über den Transport bis zum Recycling
(Grafik: Andrew Kim)


Mehr Arbeiten des 18 jährigen Andrew Kim könnt ihr auf seinem Blog designfabulous bewundern. Die Eco Coke Bottle war seine Midterm Project im 2. Semester. Mit Schrecken denke ich daran zurück, was ich in meinem 2. Semester Kommunikationsdesign zusammengestümpert habe. Ich will auch wieder studieren!

(via greenopolis.com)

Freitag, 2. April 2010

Vattenfall davonlaufen: beim Berliner Halbmarathon.

Manchmal ist Flucht die letzte Rettung vor einem drohenden Übel. Bei Vattenfall ist es die einzige. Schließlich zeigt der Konzern seine Verachtung gegenüber Mensch und Umwelt immer wieder aufs Neue, zum Beispiel durch die Vertreibung ganzer Dörfer für den Kohlebergbau. Vor einem solchen Stromanbieter Reißaus zu nehmen, hat nicht nur mit Umweltschutz zu tun, es ist auch schlicht und ergreifend Selbstschutz. Mit diesen wirren Gedanken im Kopf entwarf ich letzten September ein Laufshirt für Teilnehmer des 30. Berliner Halbmarathons, den Vattenfall sponsert.

Am 28. Mai fiel dann endlich der Startschuss und siehe da: Mein Entwurf schaffte es – organisiert von René Hillebrand über beta.greenaction.de – auf die Rücken von 11 der 23.799 Läufer! Noch hadere ich, für die Vattenfall Cyclassics am 15. August eine eigene Aktion zu starten – zu entmutigend ist die Vorstellung, mit meinem roten Klapprad die Köhlbrandbrücke hoch zu strampeln.

Aber René war so freundlich, mir als kleinen Ansporn einige Fotos vom Lauf zu senden:


Die Rückseite der T-Shirts zierte mein kryptischer Entwurf (Foto:


Laufen oder Saufen? Manchen gelang beides (Foto:

Donnerstag, 1. April 2010

Klimaschutz für Warmduscher.

Episches Singen unter der Dusche – Lust und Laster zugleich. Als ich hier auf dem Suttnerblog zum ­ Langduschen aufrief, verschwieg ich meiner geneigten Leserschaft geflissentlich, dass warmes Wasser natürlich CO2-Emissionen mit sich bringt. Besser spät als nie möchte ich daher dazu ermahnen, beim allmorgendlichen Regentanz nicht die komplette Diskographie der eigenen Lieblingsband zu intonieren. Besser ist es, bereits nach den Top-3
zum Handtuch zu greifen, im Hinterkopf immer die traurige Wahrheit: Am
klimafreundlichsten duscht es sich kalt.

Solcher Klimaschutz ist nichts für mich, obgleich derartige Selbstkasteiung ja den Abwehrkräften zu- und unzüchtigen Gedanken abträglich sein soll. Was Warmduscher wie ich stattdessen fürs Klima tun können, zeigt seit einigen Monaten die Community 1.000.000 Taten von Greenpeace Österreich, die hier auf dem Blog bereits lobende Erwähnung fand. Über den dazugehörigen Werbefilm mit den österreichischen Schauspielern Michael Niavarani und Viktor Gernot schmunzele ich erst seit heute:



Ich hatte es geahnt: jeder zweite Ösi ist ein Warmduscher