Samstag, 30. Januar 2010

Moorburgtrasse: Staatsrat fordert Baustopp.

Je mehr ich über den Verlauf der Podiumsdiskussion „Kraftwerk – Trasse – Grünzug“ am vergangenen Donnerstag erfahre, desto mehr ärgere ich mich, nicht dabei gewesen zu sein. Der Generalbevollmächtigte von Vattenfall, Dr. Rainer Schuhbach, hatte seine Teilnahme kurz vor Beginn der Veranstaltung abgesagt. Plötzlich war sein Terminkalender anderweitig voll. Oder seine Hose, so genau weiß man das nicht. Jedenfalls hatte seine Vertretung, Pressesprecherin Sabine Neumann, der Kritik der übrigen Teilnehmer ebenfalls nichts entgegenzusetzen. Die Ex-SED-Gazette „Neues Deutschland zitiert sie gar mit den Worten
Hamburg ist nicht der Mittelpunkt der Welt – Moorburg trägt nur einen kleinen Teil zum Klimawandel bei.(Quelle: Neues Deutschland)
Wie gerne hätte ich mir derartige Dummheiten live angehört! Bei solchen rhetorischen Glanzleistungen auf Vattenfall-Seite wundert es wenig, dass sich die Hamburger Morgenpost und die Springer-Presse lieber auf Umweltstaatsrat Christian Maaß (GAL) stürzten. Der forderte den Stopp der Bauarbeiten an der Moorburgtrasse und bot Vattenfall an, gemeinsam nach klimafreundlichen Optionen für Hamburgs Fernwärme zu suchen. In einem Interview mit Hamburg 1 bekräftigte er diese Absicht:
Es ist möglich, gemeinsam bessere Lösungen zu entwickeln. Mit (...) dem verstärkten Einsatz erneuerbarer Energien, wie wir es (...) in der HafenCity-Ost erleben, mit deutlich besseren CO2-Werten, mit dezentraleren Einheiten und mit niedrigeren Temperaturen. (Quelle: hamburg1.de)
> Auf hamburg1.de findet ihr einen Auszug aus dem Filminterview mit Staatsrat Christian Maaß

Freitag, 29. Januar 2010

Die versteckte Verschwendung.

Ich tendiere zu Hamsterkäufen. Dabei folgen meine samstäglichen Beutezüge durch die deutsche Discount-Landschaft immer demselben Schema: Die ganze Woche hatte ich nichts im Kühlschrank außer drei Schrumpfmöhren und einer halben Limette, jetzt wird der Einkaufswagen vollgepackt. Natürlich landen 70 % der Sachen spätestens Mittwoch verrottet im Müll. Aber noch einmal in einen leeren Kühlschrank greifen? Nein danke!

Letzen Endes schmeiße ich so Woche für Woche Geld weg. Trotzdem hat es keine finanziellen Gründe, dass ich jede schlecht gewordene Orange beklage, sondern ethische – der Gedanke an hungernde Menschen ist mit jedem vergeudeten Bissen so untrennbar verknüpft wie der Gestank mit dem vollen Mülleimer. Dass weggeworfene Lebensmittel aber viel mehr anrichten, war mir lange Zeit nicht bewusst:
  • CO2-Emissionen beim Transport
  • Wasserverschwendung in den erzeugenden Ländern
  • und schlimmstenfalls Rodungen, um neue Anbauflächen zu schaffen
In der trefflichen Reihe „Transparency“ des GOOD Magazine wurde das Thema jetzt aufs Schönste visualisiert:

Weniger wegwerfen: kleiner Aufwand, große Wirkung (Video: GOOD @ Youtube)

Donnerstag, 28. Januar 2010

Die Wirtschaft ist kein Hamster.

Expandieren, fusionieren, maximieren. Wenn sich die großen Konzerne nicht gerade durch Massenentlassungen gesundschrumpfen, kennen Sie nur eine Richtung: nach oben. Dass zu natürlichem Wachstum immer auch ein Ende gehört, weiß jeder Dreijährige. Unsere Politiker und Wirtschaftsbosse wissen es leider nicht. „The Impossible Hamster“ wäre ein trefflicher Eröffnungsfilm für den Wirtschaftsgipfel in Davos gewesen:

Eine gelungene Aktion der new economics foundation (nef): impossiblehamster.org

Mittwoch, 27. Januar 2010

Podiumsdiskussion „Kraftwerk – Trasse – Grünzug“.

Am Donnerstag den 28. Januar veranstaltet die Kirchengemeinde Altona-Ost eine öffentliche Podiumsdiskussion. Thema: Die Moorburgtrasse. Die Streitparteien, Vattenfall, BSU, BUND und die Initiative „Moorburgtrasse stoppen!“, schicken jeweils einen Vertreter in den Ring. Leider bin ich (mal wieder) anderweitig verabredet. Ich werde aber versuchen, zumindest den Anfang mitzubekommen und ein paar Fotos zu schießen.

Podiumsdiskussion „Leben in der Stadt: Kraftwerk – Trasse – Grünzug.
  • Gemeinde Altona-Ost Friedenskirche
  • Otzenstr. 19, 22767 Hamburg
  • 28. Januar 2010
  • von 19:30 Uhr bis 21:30 Uhr
Gäste:
Dr. Thomas Schaack – Umweltpastor der Nordelbischen Kirche
Christian Maaß
Staatsrat der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt
Dr. Rainer Schuhbach – Generalbevollmächtigter Vattenfall Europe AG
Sabine Neumann – Pressesprecherin Vattenfall Europe AG
Manfred Braasch
BUND-Landesverband Hamburg
Volker Gajewski
– Initiative „Moorburgtrasse stoppen!“

Moderation:
Dr. Nina Feltz und
Pastor Dr. Friedrich Brandi-Hinnrichs – Kirchenvorstand

Neutraler Boden für heiße Köpfe: Die Kirchengemeinde Altona-Ost

[update:] Dr. Rainer Schuhbach
kneift, den schwarzen Peter hat er an seine Pressesprecherin weitergegeben.

Auf dem Boden der Tatsachen.

2009 war für mich das Jahr der Telefonkonferenzen. Eigentlich eine feine Sache: Statt zu nachtschlafender Zeit einem betrunkenen Bahn-Schaffner 9,80 Euro für ein zerfleddertes Croissant und einen kalten Kaffe von vorgestern in die Hand zu drücken, kann man sich nochmal umdrehen und weiter vom Weltfrieden träumen.

Umso ernüchternder waren denn leider die Präsentationen per Telefon. Meist hatte ich das Gefühl, mein „Gegenüber“ säße nackt in einer Besenkammer, umringt von leeren Sektflaschen. Ob sich per Videokonferenz besser arbeiten lässt, weiß ich nicht. Jedenfalls kommen einige Nachteile dieser Technik im neuesten Werk von Do The Green Thing zur Sprache. Und gerade deshalb nimmt der Film, der als langweilige Moralpredigt gegen unnötige Flugreisen beginnt, gegen Ende eine recht unterhaltsame Wendung:

Do The Green Thing – Stay Grounded! (Film: Do The Green Thing @ Youtube)

Dienstag, 26. Januar 2010

St. Pauli-Fans gegen die Moorburgtrasse.

Als bekennender Fußball-Ignorant lässt es mich für gewöhnlich kalt, wie die St. Pauli Ultras ihre Freizeit verbringen. Das Transparent, das sie Samstag in der Südkurve ausgerollt haben, interessiert mich hingegen sehr: Man lehnt die Moorburgtrasse ab und mobilisiert Demonstranten für den Tag X. Ich hoffe, die Sägemänner von Vattenfall müssen sich jetzt nicht auf ein Pflasterstein-Stakkato einstellen. Aber eine Truppe, die es gewohnt ist, bei jedem Wetter stundenlang Transparente zu halten und Schmährufe zu skandieren – mehr kann man sich für eine erfolgreiche Demonstration nicht wünschen. In diesem Sinne: Viva St. Pauli!

Bereitet den „Landschaftsgärtnern“ von Vattenfall einen herzlichen Empfang!
(Bild: usp.stpaulifans.de)

Moorburgtrasse: Tag X für Hamburgs Parks.

Sobald im Grünzug Altona die ersten Bäume fallen, klingeln 976 Handys. Denn 976 Menschen haben sich schon für den kostenlosen SMS-Alarm der Initiative „Moorburgtrasse stoppen!“ eingetragen, der auch über aktuelle Aktionen rund um die Baumbesetzer informiert. Wann genau Vattenfall mit den Rodungen anfängt, wissen wir nicht. Sicher ist, dass der Konzern sich auf massive Proteste aus der Bevölkerung einstellen muss.

Hier werden definitiv noch vor Mitte März 70 Bäume gefällt:
Lunapark (4 Bäume)
Düppelstraße (28 Bäume)
Holstenplatz Kreuzung Stresemannstraße (5 Bäume)
Mumsenstraße am Wohlerspark (2 Bäume)
Gählerpark (22 Bäume)
Louise-Schröder-Straße bei der Endo-Klinik (9 Bäume)

Und so einfach trag ihr euch in die kostenlose SMS-Alarmkette ein:
Anmelden: "go trasse" an
8 43 43 senden.
Abmelden: "end trasse" an
8 43 43 senden.

Montag, 25. Januar 2010

Das Auto. Der Wald. Und der Airbus.

Dass ich mich seit einigen Monaten mit Umweltthemen beschäftige und darüber schreibe, hat persönliche Gründe: Man rodet mir den Park vor der Nase weg, das will ich nicht hinnehmen. Doch so sehr mich Vattenfall und die Fällung von knapp 400 Bäumen hier in Hamburg ärgern, verglichen mit den forstwirtschaftlichen Aktivitäten von Volkswagen ist das nichts. Der Konzern initiierte im Querumer Forst, einem 90 Hektar großen Waldstück am Regionalflughafen Braunschweig, die Fällung von 60.000 Bäumen. Warum?

Volkswagen wünscht sich eine längere Landebahn!

Verständlicherweise, schließlich steht der der firmeneigene Airbus 319 (2.600 Liter Kerosin pro Stunde) zurzeit am 60 km entfernten Flughafen Hannover. Also müssen sich die VW-Manager vor jedem Langstreckenflug in eines ihrer eigenen Autos setzen, das nervt, und darum nerven auch die 90 Hektar Vogelschutzgebiet, die diesen Umstand verantworten. Mich nervt, dass sich mit Geld in unserer Musterdemokratie scheinbar alles kaufen lässt.

> Der NABU kämpft seit Jahren gegen den Ausbau des Flughafens
> Und auch Robin Wood engagiert sich für den Querumer Forst

Im Januar begann bei Braunschweig die Rodung von 60.000 Bäumen für VW
(Bild:
RobinWood)

Sonntag, 24. Januar 2010

Moorburgtrasse: Widerstand im Lunapark.

Grüne Umweltpolitik in Altona: lieber 400 gefällte Bäume als ein Verkehrschaos auf der Holstenstraße (Fotos vom Lunapark: Initiative „Moorburgtrasse stoppen!)

Immer mehr Bürger wehren sich gegen die grundlose Zerstörung ihrer Parks

Ohne Vorankündigung sollten in Hamburg-Altona 1,8 Kilometer Parks zerstört werden, die Baumbesetzer im Gählerpark haben das Thema deutschlandweit in die Presse gebracht. Nun formiert sich auch im von 26 Rodungen bedrohten Gebiet rund um den Lunapark kreativer Widerstand: eine Anwohnerin hat die ansässigen Baum- und Vogelarten bestimmt und den Park, als wichtiges innerstädtisches Biotop, zur Schutzzone erklärt.

Wenn ich ehrlich bin, war der Suttnerpark vor meinem Balkon für mich immer nur eine Grünfläche. Sicher habe ich den Blick auf die Bäume genossen, mich über Eichhörnchen, Specht und Eichelhäher gefreut. Aber ob die Tiere nun auf einer Buche oder einer Eiche balzten, interessierte mich wenig. Park war Park, Hauptsache Bäume. Deswegen finde ich die Idee, die enorme Artenvielfalt zu dokumentieren, so einfach wie genial: Gib den Dingen einen Namen und aus einem Park wird ein Biotop.

Diese Aktion beweist, dass man nicht bei Minusgraden auf einem Baum leben muss, um etwas zu bewegen. Da die Informationsschreiben von Vattenfall spärlich versendet wurden, wussten viele Anwohner nicht, dass die Uhr für den Lunapark tickt. Jetzt wächst auch in Altona-Nord eine breite Front gegen die skandalöse Umweltpolitik der Behörde für Umwelt und Stadtentwicklung.

Feiert gemeinsam mit den Anwohnern und der Initiative „Moorburgtrasse stoppen!
die Eröffnung der Mewaluki-Schutzzone (benannt nach Memelandallee, Waidmannstraße, Lunapark und Kielerstraße).

Eröffnung der Mewaluki-Schutzzone am Lunapark:
  • am 31 Januar 2010
  • von 14:00 bis 17:00
  • es gibt Suppe, Kuchen, Glühwein und Musik
  • und Informationen zu Moorburgtrasse und KKW Hamburg-Moorburg
Weitere Informationen zum Trassenverlauf auf dem Suttnerblog:
> Moorburgtrasse durch Altona: neue Fakten.

[update:] Gernot Knödler von der tageszeitung war bei der Eröffnung der Schutzzone am Lunapark und hat dort mit Initiatorin
Heike Breitenfeld gesprochen:
> Vattenfall gesprächsbereit

Mittwoch, 20. Januar 2010

Moorburgtrasse: BUND legt Beschwerde ein.

Gnadenfrist für unsere Parks: Die Ausschreibung für die Rodungen ist noch nicht abgeschlossen (Foto Lunapark: Initiative „Moorburgtrasse stoppen!“)

Letzte Woche hat das Verwaltungsgericht Hamburg die Klage des BUND gegen den Bau der Moorburgtrasse zurückgewiesen: Ein 1,5 Kilometer langer Graben durch öffentliche Grünflächen und die Rodung von 397 Bäumen seien ohne Beteiligung von Anwohnern und Umweltverbänden möglich, eine Klage dagegen unzulässig.

Indes beanstandet der Naturschutzrat, der die verantwortliche Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt Hamburg (BSU) in Umweltfragen berät, die Erteilung der Baugenehmigung. Hier ein Auszug aus der Stellungname des Vorsitzenden Dr. Reinmar Grimm:
Umweltpolitisch gesehen ist es einfach nicht zu akzeptieren, dass […] „die Vermeidung eines Verkehrschaos auf der Holstenstraße“ einen höheren Stellenwert haben soll als die Erhaltung eines Grünzuges! (Quelle: Stellungname des Naturschutzrates Hamburg vom 15.01.2010)
Selbst die engsten umweltpolitischen Berater der BSU halten den Verlauf der Moorburgtrasse durch den Grünzug Atlona für skandalös!

Erfreulicherweise hat der BUND nach gründlicher Prüfung der Klagebegründung beschlossen, Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht einzulegen. Kein Wunder, schließlich ist das Urteil des Verwaltungsgerichts ein schlimmer Rückschlag für die Einbeziehung von Bürgern und Verbänden bei Fragen des örtlichen Umweltschutzes – nicht nur in Hamburg.

Hier könnt ihr für die Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht spenden:

BUND Hamburg
Kontonummer: 1230 122 226
Bankleitzahl: 200 505 50
Verwendungszweck: Trasse

> Und hier geht’s zur BUND Online-Spende

Das Geld wird ausschließlich für die Beschwerde verwendet, überschüssiges Geld zurückgezahlt. Wenn ihr eine Spendenbescheinigung benötigt, vermerkt bitte euren vollständigen Namen und Adresse bei „Verwendungszweck“.

[update:] Heute wurde auch die offizielle Pressemitteilung des BUND zur Beschwerde beim OVG
veröffentlicht.

Dienstag, 19. Januar 2010

Darum ist der neue Greenpeace-Spot doof.

Der Streit zwischen Klimaskeptikern und denen, die an den Klimawandel glauben, wird im Internet mit viel Emotion und wenig Sachverstand geführt. Echte Argumente sind auf beiden Seiten rar. Daher ist es schade, dass der neue Werbefilm von Greenpeace – so schön er auch umgesetzt wurde – genau die Menschen ausklammert, die beim Begriff „globale Erwärmung“ sofort Schaum vor dem Mund bekommen. Wäre es nicht besser, resistente Verschwörungstheoretiker zu überzeugen? Und den übrigen Menschen Beweisführungen an die Hand zu geben, mit denen Sie eine Diskussion über das Thema bestehen können?

Eine tolle Gegenüberstellung der Argumente beider Seiten findet ihr auf dem Blog des Grafikers und Journalisten David McCandless, Information is beautiful, der sowieso in jede gut sortierte Lesezeichensammlung gehört.

Optik stimmt, Inhalt stinkt (Video: GreenpeaceDE @ Youtube)

Montag, 18. Januar 2010

Lungenamputation.

Die Vernichtung der letzten Regenwälder und mit ihnen zahlreicher Tier- und Pflanzenarten galt lange als Luxusproblem. Heute macht die globale Erwärmung diese grünen Lungen unseres Planeten zu einem wichtigen Instrument der Klimapolitik. Dass beispielsweise Indonesien nach den USA und China weltweit die meisten CO2-Emissionen verantwortet, liegt daran, dass Konzerne wie Sinar Mars dort den Regenwald niederbrennen, um Palmölplantagen zu pflanzen – für Schokoriegel, Katzenfutter, Hautcreme.

Schon eine Verlangsamung dieser Zerstörung bedeutet eine Reduktion der CO2-Emissionen. Indonesien will auf diesem Wege seinen Ausstoß an Kohlendioxid bis 2020 gegenüber 1990 um 26 % reduzieren, Brasilien sogar um 36 %. Hehre Ziele, für die irgendwer bezahlen muss: Die Millionen der Palmölindustrie lassen sich nicht durch warme Worte ausgleichen.

Daher macht es unbedingt Sinn, Organisationen wie den WWF beim Kampf um neue Schutzgebiete am Amazonas zu unterstützen. Denn die Folgen der Abholzung sind ebenso global wie die Konzerne, die dafür verantwortlich zeichnen. Dieser aktuelle Werbefilm von Greenpeace Schweiz veranschaulicht das unglaubliche Tempo der Zerstörung auf erschreckend schöne Weise:

Hervorragende Metapher, toller Spot (Video: GreenpeaceCH @ Youtube)

Noch mehr Baumkuscheln auf dem Suttnerblog:
> Mit IKEA verbrennt ihr mehr als nur Teelichter.
> Die Suchmaschine, die Regenwald rettet: Ecosia.
> Wie wir den Regenwald aufessen.

Freitag, 15. Januar 2010

Gute Wal: Jagdzeit.

Nur noch kurz im Abaton Hamburg: Jagdzeit (Trailer: GreenpeaceDE @ Youtube)

Unter dem Deckmantel der Forschung schlachten japanische Fischer jedes Jahr rund 1.000 Wale. Das begehrte Fleisch landet nicht im Labor, sondern auf dem Fischmarkt. Die Dokumentation „Jagdzeit“ begleitet das Greenpeace-Schiff Esperanza und seine Besatzung beim Versuch, dieses blutige Treiben zu verhindern. Statt Fangszenen zeigt Regisseurin Angela Graas den inneren Konflikt der Mannschaft, die auf der Reise an ihre körperlichen und psychischen Grenzen stößt. Der Film erhielt mehrere Auszeichnungen, unter anderem den Publikumspreis des Dokumentarfilmfestivals München 2009.

Jagdzeit

Den Walfängern auf der Spur
BRD 2007, 88 Min., FSK ab 6
17.01.2010, 11.00, Abaton Hamburg
23.01.2010, 13.00, Abaton Hamburg


Aktuell zum Thema:
Am 6. Januar versenkten japanische Walfänger das Hitech-Boot „Ady Gil der Umweltaktivisten von Sea Shepherd. Mehr darüber bei SpOnline

Donnerstag, 14. Januar 2010

BUND-Klage gegen Moorburgtrasse abgewiesen.

Zwar ist das Vorhaben mit erheblichen Beeinträchtigungen von Natur und Landschaft verbunden. Für eine Umweltverträglichkeitsprüfung gelten aber höhere Anforderungen. Danach ist bei der Rodung von Bäumen ein Schwellenwert von 10 ha Wald bestimmt. Das entspricht etwa 2.500 Bäumen.

Dieser Wert wird deutlich unterschritten.
Das Verwaltungsgericht Hamburg hat die BUND-Klage gegen den Bau der Moorburgtrasse von Vattenfall für unzulässig erklärt. Dies ist ein Auszug aus der Pressemitteilung. Mit allem habe ich gerechnet. Aber nicht damit, dass unser Gesetz der grundlosen Rodung von 397 Bäumen keine nachteiligen Umweltauswirkungen beimisst. Ab 2.500 Bäumen hätte die Sache anders ausgesehen. Hmpf.

Das bedeutet, dass am Montag mit großer Wahrscheinlichkeit die ersten Bäume gefällt werden. Wer sie noch einmal sehen möchte: Am Sonntag den 17.01. lädt die Initiative Moorburgtrasse stoppen! zum Angrillen mit den Baumbesetzern im Gählerpark. Der Grill brennt ab 14 Uhr, es gibt veganes Essen und Glühwein.

> Beim Justizportal Hamburg gibt es die Urteilsbegründung als PDF


Pressekonferenz des BUND Hamburg im Gählerpark (Foto: Jürgen Mumme)


Im Bauabschnitt Gählerpark wird ab sofort gefällt
(Foto: Jürgen Mumme)

Montag, 11. Januar 2010

Moorburgtrasse: Neues aus dem Gählerpark.

Die letzten Tage habe ich auf dem Snowboard verbracht. Und damit weder dem Klima, noch Flora und Fauna der Dolomiten einen Gefallen getan. Zum Glück haben andere den Jahresanfang sinnvoller genutzt. Der Widerstand gegen das Kohlekraftwerk in Hamburg-Moorburg ist kaum mehr zu übersehen: Im Gählerpark sind mittlerweile vier Bäume besetzt. Einer davon verfügt jetzt über eine Besucherplattform, auf der letzte Woche Nina Gessner von der Hamburger Morgenpost übernachtet hat. Als Basislager dienen zwei Zelte mit mehreren Feuertonnen. Anwohner bringen warme Getränke und Essen.

Doch schon Montag könnte dieser friedliche Protest ein gewaltsames Ende finden: Weist das Verwaltungsgericht die Klage vom BUND ab, werden die Bäume, auf denen acht Menschen wohnen, sofort gerodet. Und Vattenfall hat Erfahrung mit solchen Aktionen. Bei Robin Wood könnt ihr nachlesen, dass dem Konzern die Sicherheit friedlicher Demonstranten ähnlich egal ist wie unsere Umwelt:
> Vattenfall zerstört Lacoma

Und hier der Bericht aus der Hamburger Morgenpost:
> Meine Nacht bei den Baumbesetzern


Was bringt junge Menschen im Winter auf den Baum? (Video: Robin Wood @ Youtube)

Dienstag, 5. Januar 2010

Kohlekraftwerk in Hamburg-Moorburg vor dem Aus?

Spätestens durch die Baumbesetzungen im Gählerpark steht der Bau der umstrittenen Moorburgtrasse im Fokus der Medien – von der Hamburger Morgenpost bis zur Süddeutschen Zeitung. Der Plan von Vattenfall und Bezirksverwaltung, die Bürger vor vollendete Tatsachen zu stellen, ist gescheitert. Der Grund für diese Heimlichtuerei wiegt millionenschwer:

Mit der Moorburgtrasse steht und fällt auch das Kohlekraftwerk in Hamburg-Moorburg.


Denn Voraussetzung für die Baugenehmigung des Kraftwerks ist ein Wirkungsgrad, den nur die Fernwärmeleitung garantieren kann. Somit ist die Moorburgtrasse kein Altonaer Thema. Sie ist ein Hamburger Thema. Und zwar eines von zentraler umweltpolitischer Bedeutung. Denn es geht längst nicht mehr um 400 Bäume und ein paar Parks. Es geht darum, dass der Senat und ein Energiekonzern über unsere Köpfe hinweg entschieden haben, unsere Stadt für Jahrzehnte an ein schmutziges Strommonopol zu binden.

Ein Entzug der Baugenehmigung durch das Verwaltungsgericht Hamburg am 15. Januar wäre ein Desaster für Vattenfall – die jährliche Entlastung um 8,5 Millionen Tonnen CO2 ein Triumph für die Umwelt. Kein Wunder, dass der Widerstand gegen die Trasse wachsenden Rückhalt erfährt:
Eine schöne Zusammenfassung des Themas findet ihr bei Wir-Klimaretter:
> Baumhäuser gegen Kohlekraftwerk Moorburg

Die taz war beim Neujahrsempfang der Baumbesetzer:
> Widerstand im Wipfel


Gut besucht: der Neujahrsempfang bei den Baumbesetzern (Foto: Indymedia)

Montag, 4. Januar 2010

Die Exilverwaltung von Hamburg Altona.

Für den Bau der sogenannten Moorburgtrasse droht in Hamburg Altona die Rodung von fast 400 Bäumen. Das haben Politiker der Bezirksverwaltung entschieden – Politiker, von denen nicht wenige im Elbvorort Blankenese leben. Da überrascht es wenig, dass diese Herrschaften in der Zerstörung zahlreicher Altonaer Parks keine Belastung für Umwelt und Anwohner sehen und das Vorhaben ohne Bürgerbeteiligung genehmigten. Schließlich wohnen sie selber ja weit weg.

Aber was wäre, wenn die Fernwärmeleitung durch Blankenese verlegt würde? Eine Welle der Empörung bräche los. Das zeigen Plakate, die dort seit kurzem über eine vermeintliche Änderung des Trassenverlaufs
informieren“. Die Reaktionen der Hamburger Oberschicht lassen keinen Zweifel, dass so ein Bau(m)debakel in Blankenese undenkbar ist – und das Recht auf politische Mitbestimmung immer auch eine Frage der sozialen Stellung.

Mehr darüber erfahrt ihr bei der Hamburger Morgenpost:
> Riesen-Wirbel um Moorburg-Trasse


Diese gefälschten Plakate sorgen für Empörung in Blankenese (Klick)



Undenkbar: eine unangekündigte Großbaustelle in Blankenese (Klick)