Mittwoch, 11. August 2010

Wenn ein Idealist eine Aktie kauft.

Der Kapitalismus trägt eine andere Handschrift (vorne: Korrekturflüsigkeit)
Als ich eben nach einem langen, erniedrigenden Arbeitstag nach Hause kroch, erwartete mich ein per Hand adressierter Brief. Außer dem gefühlten Kilo Papiermüll von Lidl pro Tag bekomme ich nie Post, daher wußte ich sofort, was darin ist: Meine Kuhaktie vom Kattendorfer Hof!

Vor meinem geistigen Auge sehe ich den antiken Tintenstrahldrucker, der die in Word gestaltete Urkunde unter gequältem Ächzen auf schräg eingezogenem, marmoriertem Papier verewigt. Wahrscheinlich hat das Prozedere keine drei Minuten gedauert, dann rief die Hofarbeit.

Genau deswegen ist mir diese Kuhaktie zwischen all dem Papierkram, unter dem sich meine Regale biegen, das Liebste. Denn sie steht dafür, dass ich Teil habe an einem kleinen Stück von der Welt, die wir uns zwar wünschen, aber nur in der Werbung bekommen, nicht im Supermarkt.

Wenn ich mir in einem Jahr meine Dividende in Naturalien auszahlen lasse, reicht es wohl gerade einmal für ein Stück Käse. Trotzdem freue ich mich sehr darauf. Vermutlich werde ich den Hofladen in Eimsbüttel schon vorher mal besuchen, um zu testen, wie „meine
“ Kuhprodukte so schmecken.

> Der Kattendorfer Hof im Internet
> Mehr Kattendorfer Hof auf dem Suttnerblog
 

[update:] Gerade halte ich meinen ersten Genusschein in Händen:
> Kuhaktie mit Käserendite

Kuhaktie Nr. 204 gehört mir

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