Freitag, 2. Juli 2010

Vattenfall geht baden.

Gestern fand im Hamburger Alsterpavillon die „Vattenfall Business Media Night“ statt, ein Fest für geladene Gäste aus Politik, Wirtschaft und Medien. Und weil es ärgerlich ist, dass Vattenfall mehr Geld in die Werbung steckt, als in erneuerbare Energien, nutzte die Initiative „Moorburgtrasse stoppen!“ die Gelegenheit für eine Protestaktion. Da ich nebenan mein Brot verdiene, konnte ich mir dieses Ereignis aus der Nähe ansehen. Ein Bericht.

Ein angemessener Empfang für schwarz-grüne Politiker

Für manche wurde der Gang über den roten Teppich zum Spießrutenlauf

Der ehemalige Vattenfall-Chef Braunkohlen-Josef“ sucht den Dialog mit Passanten

Die Stars am roten Teppich waren die Umweltaktivisten

Als ich vor dem festlich geschmückten Alsterpavillon ankomme, ist die Aktion schon in vollem Gange. Zahlreiche Passanten scharen sich um den ehemaligen Vattenfall Chef Lars Josefsson, der die verfehlte Energiepolitik seines ehemaligen Arbeitgebers anprangert. Schwarzgewandete Damen heißen die geladenen Gäste mit dem Menü für den Abend willkommen. Doch statt Kaviar und Hummer steht eine wenig schmackhafte Kritik am Gastgeber auf der Speisekarte.

Der Empfang hätte angenehmer sein können für die Top-Entscheider aus Politik, Wirtschaft und Medien, viele der graumelierten Herren und goldbehangenen Damen laufen geradezu im Stechschritt über den roten Teppich. Kein Wunder, schließlich bleiben die meisten Passanten stehen, um den Ausführungen der Aktivisten zu lauschen. Es wird viel gelacht und fotografiert. Vermutlich ist die Stimmung vor dem Alsterpavillon besser als darin.

Nach einer Dreiviertelstunde erscheinen zwei Polizisten, gespannt stelle ich mich daneben. Freundlich bitten die beiden um Auflösung der Demonstration, aber keine Eile, es komme ja auf fünf Minuten nicht an. Der eine nimmt noch einen Flyer mit. Die Aktion scheint beendet, die Partygäste erholen sich vermutlich gerade bei Sekt auf Eis von dem beschämenden Empfang, da ertönen von der Binnenalster her mehrerer Vuvuzelas.

Von dem Sonnendeck aus bietet sich Vattenfalls Gästen ein skurriles Bild: In der Binnenalster schwimmt eine Gruppe lärmender Umweltaktivisten und spielt mit einer aufblasbaren Weltkugel Wasserball. Auch die Besucher des bis zum letzten Platz gefüllten Eiscafes haben perfekte Sicht auf das Spektakel. Am Ufer sorgen zwei Demonstranten mit einem großen Transparent dafür, dass ihre Botschaft auch die Freunde kalter Köstlichkeiten erreicht: Vattenfall feiert, das Klima geht baden!

Eine wirklich erfrischende Protestform

Für die Dekoration zeichnete die Initiative „Moorburgtrasse stoppen! verantwortlich


Wenn Vattenfall so weiter macht, steht das Wasser uns bald allen bis zum Hals

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