Dienstag, 27. Juli 2010

Ich kaufe mir eine Kuh.

Nach einem langen Tag harter, ehrlicher Landarbeit sitzt die Hofgemeinschaft vor der Scheune, in ihrer Mitte ein mit Leckereien überladener Tisch. In der Luft liegt schon der Duft von frisch gebackenem Brot, als Großmutter endlich die gute Wurst aus dem Räucherofen bringt. An dieses Bild aus der Werbung denken wir, wenn wir uns den Müll aus der Fleischfabrik reinstopfen. Mit der Realität hat es wenig zu tun.

Verzicht ist die konsequenteste Art, die industrielle Tierfolter zu beenden, die durch unser Konsumverhalten zur Norm wurde. Leider tue ich mich schwer mit dem dauerhaften Fleischverzicht. Und ob das Biofleisch auf meinem Teller ein gutes Leben hatte, vermag kein Siegel der Welt zu sagen. Deshalb kaufe ich mir jetzt meine eigene Kuh. Zumindest symbolisch.


Der Kattendorfer Hof in Schleswig Holstein hält seine Tiere nach den strengen Demeter-Richtlinien, die für eine verantwortungsvolle, das Leben achtende Agrarkultur stehen. Dass auf diesem Stück Land eine ganz eigene Form des Wirtschaftens etabliert wurde, zeigt aber vor allem das Geschäftsmodell der Wirtschaftsgemeinschaft, in der man sich zum monatlichen Festpreis individuell versorgen kann. Dabei hat jedes Mitglied freien Zugang zum Warenlager, konsumiert wird auf Vertrauensbasis.

Um den Kattendorfer Hof zu unterstützen, kaufe ich mich dort mit einer sogenannten Kuh-Aktie ein. Diese Genussscheine sind mit 2,5 % Dividende finanziell sehr attraktiv. Der Clou ist aber die Option, sich 5 % in Naturalien auszahlen lassen, zum Beispiel im Hofladen in Eimsbüttel. Ich kann es kaum erwarten, mir die erste Käsedividende abzuholen! Entdeckt habe ich den Kattendorfer Hof übrigens bei Konsumpf,
einem meiner Lieblingsblogs.

> Zur Internetseite des Kattendorfer Hofes


Hier heißen die Kühe noch Isa, Ilona, Ilka oder Ilsa (Foto: H. Rodde-Worm)
Der Kattendorfer Hof: 150 Hektar gelebte Landwirtschaft (Foto: H. Rodde-Worm)

Die Möglichkeiten der Unterstützung sind vielfältig (Foto: Kattendorfer Hof)
Solche Hofbriefe informieren über die Erträge, dazu gibt es passende Kochrezepte (Foto: H. Rodde-Worm)

[update:] Mittlerweile ist meine Aktie angekommen:
> Wenn ein Idealist eine Aktie kauft

[update:] Gerade halte ich meinen ersten Genusschein in Händen:
> Kuhaktie mit Käserendite

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen