Dienstag, 27. April 2010

Pfandpiraten zu Volkshelden.

Ich hasse Pfandautomaten. Wenn ich samstags morgens mal wieder dem Alkohol abschwöre, tue ich das in 99 % aller Fälle, während ich – den Einkaufswagen voll unsortierter Bierflaschen – in der kilometerlangen Schlange vorm einzigen Pfandautomaten stehe. Nein – Recycling bereitet in Deutschland wahrlich keine Freude. Und doch tut es fast jeder.

In den USA hingegen scheint derartiges Gebaren völlig unbekannt. Nur so lässt sich erklären, dass am Earth Day 2010 vor staunenden New Yorkern ein Zauberkasten namens „Dream Machine“ enthüllt wurde, der verblüffende Ähnlichkeit mit einem Pfandautomaten aufweist.

Einen entscheidenden Vorteil hat das Gerät allerdings: Jede eingeworfene Flasche oder Dose bringt Prämienpunkte und eine Geldspende ans EBV, eine Stiftung für Kriegsveteranen. Wenn da mal ein Pfandpirat mit drei Müllsäcken voll Leergut vor einem steht, ist er keine Nervensäge, sondern ein Volksheld.

Lebensmitteleinzelhändler Deutschlands: Gebt mir eine Dream Machine!

Dream Machine für Doofe: Am besten gefallen mir die rehabilitierten Veteranen (Video: PepsiCoVideo @ YouTube)

Party für den Planeten: Earth Day 2010 am Times Square
(Video: GreenopolisTV @ YouTube)

Kommentare:

  1. Hm, gibt es etwas sehr Ähnliches nicht schon seit Jahren in Schweden, wo man nach der Flaschenabgabe am Automaten entweder seinen Bon rauslassen kann, oder aber den Betrag per Knopfdruck spenden kann? Und das Beste dran: Hat ix mit Kriegsveteranen und/oder Patriotismus zu tun, sondern mit sozialen und ökologischen Projekten.

    So etwas sollte sich in Deutschland doch auch machen lassen! *Träum*

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  2. So sind sie halt, die Amerikaner. Patriotisch bis auf den Recyclinghof.

    Momentan geht mein Pfand meist für eine Hinz & Kunzt drauf. Aber warum ich damit nicht auf Knopfdruck den Tiger retten oder einen Brunnen bauen kann, ist mir ein Rätsel.

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