Montag, 8. März 2010

Mein eigener Allzweckreiniger: Teil 2.

Zitronenöl, Teebaumöl und Natron. Man beachte den skurrilen Zwerg, der das Schneewittchen beim Waschen beobachtet!

Oh Ungeduld – dein Name lautet Ben! Obgleich mein alter Reiniger noch nicht ganz leer ist, mische ich schon die erste Flasche
Funkelwasser an. Ein verächtlicher Blick aufs Etikett des Vorgängers verrät mir, dass selbiger den Namen Putzmeister trägt. Was ist drin?

Putzmeister
  • 5-15 % Anionische Tenside
  • 5-15 % Nichtionische Tenside
  • unter 5 % Seife
  • Duftstoffe
  • Citral
  • Limonene
  • Farb- und Hilfsstoffe
  • Wasserlösliche Lösemittel
Tenside, Farb- und Hilfsstoffe, Lösemittel – als das will ich nicht mehr auf die Kochzeile schmieren, wo ich mein Essen zubereite. Und das Abwasser sollen diese Dinge auch nicht mehr verschmutzen. Es wird Zeit für meinen eigenen Reiniger! Folgende Zutaten habe ich gekauft:

Natron (Soda)
Natron gibt es in jeder Apotheke. Für 250 g der Marke
Kaiser Natron habe ich 2,25 Euro investiert. In eine Flasche Funkelwasser kommt nur ein Esslöffel (ca. 15 g), doch für den Rest finden sich im Beiheft zahllose Verwendungtipps: Von A wie Ameisen vertreiben bis Z wie Zahnpflege gibt es nichts, was dieses Zauberpulver nicht kann. Allein die abgefahrene Verpackung war das Geld schon wert.

Essig
Ein beherzter Griff in die Speisekammer zauberte eine etwas angestaubte Flasche Weinessig der Marke
Winarom hervor. Zusammensetzung: 67 % Brantweinessig, 33 % Weinessig. Lecker. Ein halber Esslöffel reicht.

Teebaumöl
Dieses Öl wird aus Blättern des Australischen Teebaums gewonnen (ach so). Es wirkt desinfizierend und eignet sich auch für die Körperhygiene, zum Beispiel als Deo. Ich habe mich für ein Produkt des Traditionsunternehmens
Bombastus entschieden, das mit 5 Euro für 10 ml zu buche schlug. Ein Esslöffel wandert in mein Funkelwasser.

Zitronenöl
Dieses ätherische Öl ist für den Duft zuständig. Ein Liter davon besteht aus den gepressten Schalen von 3.000 Zitronen, für meine 5 ml der Marke
Primavera mussten also immerhin 15 Zitronen sterben. Vielleicht erklärt das den Preis von 5 Euro. Aber was solls, ich brauche ja nur einen Esslöffel.

Und nun zur Tat:
1. 1 EL Natron in 1 l heißem Wasser auflösen
2. 1/2 EL Essig, 1 EL Teebaumöl und 1 EL Zitronenöl mischen
3. Alles zusammen in eine Flasche geben und gut schütteln
4. Fertig

Das war nun wirklich nicht schwer. Logisch, dass ich als erste Amtshandlung sofort die ganze Wohnung gewischt habe. Und ich muss sagen: Meine Bemühungen um die Umwelt haben auch aus hygienischer Sicht gefruchtet.
Funkelwasser hat sich auf Fliesen und Parkett hervorragend bewährt, von meinem alten Reiniger unterscheidet es sich außer der guten Umweltverträglichkeit nur durch geringere Schaumbildung und angenehmeren Duft. Das Rezept stammt übrigens von der schönen Website biotiful.at.

In der linken Ecke der neue Champion Funkelwasser, in der der rechten der unterlegene Herausforderer, mein alter Reiniger Putzmeister

Kommentare:

  1. Find ich gut. Logo entwerfen draufkleben und beim Suttnerstraßenfest verkaufen.

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  2. Für das Etikett hatte ich eigentlich auf sachdienliche Hinweise aus der Freelancer-Szene spekuliert ...

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  3. Gut' Ding will Weil' haben? Wie dem auch sein mag, über viereinhalb Jahre nach meinem Bruder stehe ich in der Küche und produziere "mein" Funkelwasser. Zwar stehen unter meiner Spüle nur "Bio-"reiniger, aber da ich alle Zutaten ohnehin in meinem Haushalt verfügbar habe und meinen Kleiderschränken eins "auswischen" wollte habe ich Nägel mit Köpfen gemacht und Zitronen- gegen Laveldelöl ausgetauscht. Liebe Grüße aus Münster!

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