Donnerstag, 11. Februar 2010

Mit IKEA verbrennt ihr mehr als nur Teelichter.

Hier sitze ich auf einem Stuhl von IKEA an einem Esstisch von IKEA und verurteile IKEA. Nicht, dass ich je eine der blaugelben Wellblechburgen freiwillig betreten hätte. Rückstau bis auf die Autobahn, halbtägige Parkplatzsuche, drängelnde Menschenmassen, plärrende Kleinkinder – bevor ich meinen Samstag bei IKEA verbringe, kämpfe ich mich lieber durch alle Hamburger Görtz-Filialen oder lese die russische Originalausgabe von Krieg und Frieden rückwärts. Und seit einigen Tagen habe ich noch einen Grund, IKEA zu meiden.

Denn selbst, wer seinen ein Euro Hot Dog nach ganztägiger Tortur ohne Pappmöbel im Kofferraum verputzt, hat vermutlich eines gekauft: Teelichter. Und zwar hunderte davon, denn sie kosten ja nichts. Warum das so ist, weiß die Umweltschutzorganisation „Rettet den Regenwald“: Statt Paraffinen verwendet IKEA für die Herstellung seiner Teelichter Palmöl ungeklärter Herkunft. So spart das Unternehmen 250 € pro Tonne. (Quelle: regenwald.org)

Pro Jahr nutzt
IKEA für die Kerzenproduktion 32.000 Tonnen Palmöl.

Für Palmölplantagen brennt alle zwei Sekunden ein Fußballfeld Regenwald.

Nicht jeder kann sich Möbel von Manufactum leisten. Aber bevor ich einen Konzern unterstütze, der seinem Gewinn die wichtigsten Biotope unseres Planten opfert, hole ich mir meinen nächsten Tisch lieber auf dem Flohmarkt.

Auf der Internetseite vom „Rettet den Regenwald e.V.“ könnt ihr die IKEA-Geschäftsführung per E-Mail auf diesen Missstand hinweisen:
> Zur Protestaktion von „Rettet den Regenwald“


Vielleicht verkauft IKEA ja bald Pressspan-Bäume? (Video: RegenwaldReport)

Mehr Regenwaldrettung auf dem Suttnerblog:
> Lungenamputation.
> Die Suchmaschine, die Regenwald rettet: Ecosia.
> Der beste Naturfilm des Jahres.
> Wie wir den Regenwald aufessen.

[update:] Wie ich gerade erfuhr, existiert in Hamburg eine umweltfreundliche und kostengünstige Alternative zu IKEA: das Kleinmöbellager in Altona, das gegen ein geringes Entgelt sogar nach Hause liefert. Wie der Umsonstladen wird es vom Arbeitskreis Lokale Ökonomie betrieben.

[update II:] Gerade musste ich feststellen, dass im aktuellen TV-Spot von IKEA tausende Teelichter brennen, für deren Herstellung Regenwald zerstört wurde. Es wäre wirklich wünschenswert, dass dem Konzern diese Werbung um die Ohren fliegt. Bewundern könnt ihr das ökologisch verwerfliche Machwerk bei horizont.net.

Kommentare:

  1. ich hab das gefühl ikea übertreibt...

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  2. fragwürdig, ob es eine alternative zu ikea ist, aber zum thema no bis low budget möbel/hausrat wäre auf jeden fall stilbruch zu nennen. gibts in wandsbek und altona (ruhrstr.).

    zugegeben: wer sich jetzt die mühe macht, den ursprung dieser mail zurückzuverfolgen, wird bei der werbeagentur landen, die für stilbruch arbeitet. aber: da stilbruch erstens zeugs vom sperrmüll aufmöbelt und zweitens langzeitarbeitslose beschäftigt, die kaum woanders noch jobs kriegen, ist diese kommerzielle infiltration aus ökologischen und sozialen gründen wohl akzeptabel.

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