Montag, 8. Februar 2010

Gar nicht vergebens: der Umsonstladen.

Umsonstladen. Diesem unglücklichen Namen ist es zu verdanken, dass ich hier noch nie einen Fuß über die Schwelle gesetzt habe. Denn umsonst ist ein Synonym für vergebens“. Und vergebens möchte ich nicht einkaufen. Zwar beschlich mich beim Betrachten des düsteren Schaufensters schnell der Verdacht, mit umsonst sei kostenlos gemeint. Aber auch Kostenloses wollte ich nicht, Kostenloses ist für Bedürftige und mit meinem bescheidenen Salär komme ich gut über die Runden.

Wie sehr hatte ich mich im Umsonstladen getäuscht! Zwar stimmt es, dass hier kein Geschäft gemacht wird, denn Abgabe und Mitnahme aller Produkte kostet keinen Cent. Doch dass mir dies nur für mittellose Menschen und Flohmarkthasser interessant schien, war ein trauriges Zeugnis meiner von unserer Wegwerfgesellschaft geprägten Kleingeistigkeit. In Wirklichkeit ist der Umsonstladen der Inbegriff meines liebsten ökologischen Mottos: Stick to what you´ve got. Denn Dinge wegwerfen oder umsonst (also vergebens) kaufen verursacht unnötiges CO2 bei Transport, Herstellung und Entsorgung.

Ihr habt ein neues Kaffeeservice, das alte ist noch gut? Schön sauber machen und ab zum Umsonstladen damit, dann muss jemand anders kein neues kaufen. Ihr braucht dringend einen Wasserkocher? Bevor ihr einen kauft, versucht euer Glück beim
Umsonstladen. Dieses Prinzip hat nichts mit Wohltätigkeit zu tun. Es schont schlicht und ergreifend die Umwelt.

Solange jeder nur Sachen mitnimmt, die er benötigt, und niemand den Laden missbraucht, um zehn Kisten alte Bücher loszuwerden, geht das Konzept wunderbar auf. Ich finde, es sollte in jedem Stadtteil mindestens einen Umsonstladen geben. Aber ich nenne ihn lieber
Nichts-Kaufen-Laden, denn darum geht es.


Hipper Secondhand-Laden auf der Schanze? Umsonstladen in Altona!
(Foto: Umsonstladen Altona)



Hurra! Das inoffizielle Suttnerblog-Logo im Schaufenster des Umsonstladens
(Foto: Initiative „Moorburgtrasse stoppen!“)

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