Donnerstag, 23. Dezember 2010

Hunderttausende spenden für Vattenfall.

Hunderttausende Menschen in Hamburg und Berlin werden 2011 Geld spenden. Und zwar für die Wiederinbetriebnahme der Atomkraftwerke in Krümmel und Brunsbüttel und die Fertigstellung des Kohlekraftwerks in Hamburg-Moorburg.

Ein zwei Personen Haushalt engagiert sich dafür mit bis zu 24 Euro. Diese „Spende
ist steuerlich nicht absetzbar und ergibt sich aus der Preisdifferenz zwischen dem Atom- und Kohlestrom des Vattenfall-Konzerns und unabhängigem Ökostrom.

Ab 2011 sind gleich mehrere empfehlenswerte Ökostromanbieter günstiger als zahlreiche Grundversorger. Das liegt an den Preiserhöhungen, die angeblich nur der gestiegenen EEG-Umlage geschuldet sind, merkwürdigerweise aber zuerst Atom- und Kohlestromkunden treffen.

Meine Empfehlung daher: Spendet euer Geld lieber für etwas Sinnvolles und bezieht 2011 konzernunabhängigen Ökostrom. Prost Neujahr!

> Gute Vorsätze? Empfehlenswerte Ökostromanbieter in der Preisübersicht

Volle Kernkraft voraus? (Video: .ausgestrahlt)

Donnerstag, 16. Dezember 2010

Rettet Geld die Welt?

Hurra – wir quetschen unseren Planeten aus bis zum letzten Tropfen! Was nicht rentabel ist, wird rentabel gemacht. Ob Sumpfgebiet oder Korallenriff, das Geld liegt neben der Straße, wer nicht zugreift, ist selbst schuld.

Doch was, wenn der Erhalt der Regenwälder unterm Strich lukrativer wäre als ihre Zerstörung? Wenn der Schutz der Ozeane ein größere Rendite verspräche als ihre Verschmutzung? Wenn nachhaltige Fischerei mehr einbrächte als Überfischung?


Dann hätte Nachhaltigkeit endlich einen Wert, den sogar Politik und Wirtschaft verstehen: einen finanziellen. Das ist keine romantische Vorstellung von dem Ende unseres ökologischen Suizids. Aber die wohl aussichtsreichste.


Tatsächlich erschien im Oktober der letzte Teil einer Studie, die Wege aufweist, den Wert der Natur zu beziffern. Veröffentlicht wurde sie vom Umweltprogramm der Vereinten Nationen und Pavan Sukhdev, einem Ökonomen der Deutschen Bank, deren Praktiken mich für gewöhnlich despektierlich stimmen.


Am rentabelsten ist laut „The Economics of Ecosystems & Biodiversity“ der Waldschutz. Eine Halbierung der weltweiten Abholzung bis 2030 brächte Ersparnisse von bis zu 3,7 Billionen Dollar, resultierend aus dergestalt verhinderten Klimakatastrophen wie Dürren, Bränden oder Sturmfluten.


Die knapp 20 Seiten lassen sich leicht lesen, zumal das Thema wirklich sehr interessant ist. Für die Generation YouTube veranschaulicht dieser Film die Idee in netten Kinetic Type Animationen:



Grünes Geld (Video: Natural Capital Project; via the future is green)

> Beim Environment News Service findet ihr eine gute Zusammenfassung der TEEB-Studie

Artenschutz im Schlafzimmer.

Weniger Menschen = weniger Artensterben. Dieser Rechnung folgend hätte man beim Center for Biological Diversity zum Valentinstag besser 350.000 Zyankalikapseln verschenkt als 350.000 Kondome. In der hehren Hoffnung, die Überbevölkerung möge wenigstens langfristig abnehmen, entschieden sich die Umweltschützer dann doch für Kondome, auf deren Verpackungen sie ihr Anliegen humorig zu illustrieren suchten, zum Beispiel so:


Cover your tweedle – save the burying beetle!
(Grafik: endangered species condoms)

Das Ergebnis empfinde ich als durchaus enttäuschend, weswegen ich nun selbst in die Tasten greife. Ich lege mal locker los!

Ein Hut für deine Rute – kommt auch dem Elch zu Gute.

Die Tüte schön betanken – der Biber wird's dir danken.

Bedecke deine Nudel – und schütz ein ganzes Rudel.

Verhüllte Liebeslanze – da jubiliert die Wanze.

So, genug der postpubertären Reime. Schuld an der ganzen Misere ist übrigens der Blog the future is green, den ich kürzlich entdeckte.

Dienstag, 14. Dezember 2010

Atomkraft – eine Hängemattentechnologie.

Gerne fabulieren Politiker und Lobbyisten von sauberer Atomenergie. Von sauberer Urangewinnung fabulieren sie nicht: Genau wie ihren sauberen Atommüll überlassen sie auch den sauberen Uranabbau lieber anderen Ländern.

Ein Grund dafür ist, dass deutsche Uranminen selbst zwanzig Jahre nach ihrer Stilllegung noch enorme Summen verschlingen. Die Rekultivierung ehemaliger Abbaugebiete in Sachsen und Thüringen dauert nun schon zwanzig Jahre und hat den Bund bis Ende 2009 5,3 Milliarden Euro gekostet.

Vom Uranabbau bis zum strahlenden Müll ist die Kernkraft keine Brücken-, sondern eine Hängemattentechnologie: Vattenfall, RWE, E.ON und EnBW zählen entspannt ihre Milliarden, die milliardenschweren Folgen für Gesundheit und Umwelt tragen andere. Eine bequeme Situation, wenn man keine Moral kennt.

Die Dokumentation „Yellow Cake“ verspricht eine objektive Einschätzung der weltweiten Urangewinnung nach sozialen Gesichtspunkten. Das Filmteam um Regisseur Joachim Tschirner hat fünf Jahre lang Aspekte der Atomenergie beleuchtet, die unsere Bundesregierung null Sekunden interessiert haben. Hier der Trailer:


Ab 16. Dezember im Kino: Yellow Cake – Die Lüge von der sauberen Energie

Mittwoch, 8. Dezember 2010

Der Tag, an dem das Walross starb.

Da ich a) keine Zeit zum Schreiben finde, b) nichts Aufschlussreiches zu berichten weiß und c) heute vor dreißig Jahren John Lennon ermordet wurde, geht es hier ausnahmsweise mal um Letzteren.

Ich werde mich heute Abend bei der Premiere zum John Lennon Film „Nowhere Boy“ volllaufen lassen. Wer Lennons Todestag lieber in der Intimität seiner eigenen vier Wände begehen möchte, für den führt kein Weg an „I met the Walrus“ vorbei.

Der oscarnominierte Kurzfilm von 2008 schmeichelt dem Auge mit stilprägendem Motiondesign und gibt dabei einen aufschlussreichen Einblick in den Aktivisten John Lennon:

„The thing is to protest non violently, because violence begets violence.“
(Video: I Met the Walrus)


Für fachfremde Leser: Der Filmtitel bezieht sich auf den von John komponierten Beatles-Song „I am the Walrus“.

Donnerstag, 2. Dezember 2010

Lux am Ende des Tunnels!

Einmal in seinem Leben ist man nicht zuhause und schon geschehen in der Nachbarschaft die spannendsten Dinge! Die Gruppe „Lux & Konsorten hat sich einen Adventskalender der etwas anderen Art ausgedacht, um dem sinnfreien Leerstand in Hamburg endlich ein Ende zu bereiten. Am besten schaut ihr euch selbst an, was es damit auf sich hat:

Neulich in der Suttnerstraße ... (Video: utopieTV)

Montag, 22. November 2010

Wegen Urlaubs geschlossen.

Der Autor weilt bei sommerlichen 18 Grad im trefflichen Valenica, um seine Kenntnisse der spanischen Sprache und Lebensart zu vertiefen. Sollte ihn nicht eine plötzliche Wehmut nach seiner Muttersprache packen, geht es hier erst ab dem 5. Dezember weiter.

Bis dahin: Sch
öne Grüße aus Spananien!

PS Die
Ös musste ich mir extra von einer deutschen Website kopieren. Aber Ordnung muss sein.

Freitag, 19. November 2010

Greenwashing bei Chevron: Der Spott über den Spot.

Mit seiner aktuellen Greenwashing-Kampagne hat Chevron, metaphorisch gesprochen, in den Wind gepisst: Hunderte Menschen persiflierten die Anzeigen und TV-Spots des Ölmultis. Statt über Chevrons vermeintliches Engagement berichteten die Leitmedien über diese Spoofs.

Wie die unglückselige Kampagne entstanden sein könnte, zeigt Will Ferell's Comedy-Website Funny or Die. Wer mal selbst einen Tag in einer Werbeagentur verbracht hat, weiß, dass dieser Sketch der Realität vermutlich sehr nahe kommt:

Chevron im Mittelpunkt des Spotts (Video: funnyordie.com)

Donnerstag, 18. November 2010

Ökostrom Preisübersicht 2011.

2011 ist ein hervorragendes Jahr, um Atom- und Kohlestrom den Rücken zu kehren. Schließlich sind die Laufzeitverlängerungen maroder Atomkraftwerke und der Bau neuer Kohlekraftwerke obsolet, wenn niemand den Dreckstrom von Vattenfall & Co kauft. Doch was zeichnet gute Ökostromanbieter aus?
  1. Unabhängigkeit von Atom- und Kohlestromkonzernen wie Vattenfall, RWE, E.ON und EnBW
  2. Strom aus mindestens 50 % erneuerbaren Quellen und maximal 50 % Kraftwärmekopplung
  3. Beitrag zum Ausbau erneuerbarer Energien in Deutschland
Im Folgenden findet ihr einen Preisvergleich zwischen Vattenfall Hamburg und empfehlenswerten Ökostromanbietern.


Grundgebühr/MonatCent/kWhPreisgarantie bis
Vattenfall (Basis)*6,10 €22,29---
EWS6,90 €23,9031.12.2011
Greenpeace Energy8,90 €24,8031.12.2011
Hamburg Energie**6,19 23,50
31.12.2011
LichtBlick8,95 €23,64---
Naturstrom7,95 €22,5031.12.2011
NaturWatt*
8,25 €19,5031.12.2011

Wenn ihr euren Stromverbrauch nicht kennt, hier eine Orientierungshilfe:

2.000 kWh/Jahr
(1 Person***)
3.500 kWh/Jahr
(2 Personen***)
5.000 kWh/Jahr
(4 Personen***)
Vattenfall (Basis)*519,00 €853,00 €1.187,00 €
EWS560,80 €919,30 €1.277,80 €
Greenpeace Energy602,80 €974,80 €1.346,80 €
Hamburg Energie**544,28 €896,78 €1.249,28 €
LichtBlick580,20 €934,80 €1.289,40 €
Naturstrom520,40 €839,15 €1.157,90 €
NaturWatt*545,40 €882,90 €1220,40
*Preisregion Hamburg ** Preisregion Hamburg, Tarif „Horizont
***ungefähre Richtwerte laut de.wikipedia.org


Kurzportraits von EWS, Greenpeace Energy, LichtBlick und Naturstrom findet ihr hier. Mehr über NaturWatt erfahrt ihr in meinem Interview von letztem Jahr.

[update:] Hier geht’s zur Ökostrom Preisübersicht 2013.

Mittwoch, 10. November 2010

Wenn sich Werbung ins Gegenteil verkehrt.

Chevron – ein Ölmulti mit Visionen (chevronthinkswerestupid.org)

Öl auf dem Meer abfackeln? Schildkrötensuppe! (chevronthinkswerestupid.org)

Ziehen immer: Gratisangebote
(chevronthinkswerestupid.org)

Das Internet wird mehr und mehr zur gnadenlosen Geißel für skrupellose Konzerne. Sie können nicht mehr ohne das Netz, aber mit ihm werden sie auch nicht glücklich. Ihr Problem ist zugleich ihre einzige Chance: Der ehrliche Dialog mit den Konsumenten. Die Zeit des Lügens ist vorbei.


Umweltzerstörung, Menschenrechtsverletzungen, Betrug – durch Imagekampagnen lässt sich derlei kaum mehr korrigieren. Im Gegenteil. Mit geringen Budgets gelingt es NGOs, auch millionenschwere Werbeetats gegen jene Unternehmen arbeiten zu lassen, die sich damit Läuterung erkaufen wollten.

Meister dieser Kunst ist die Aktivistengruppe The Yes Men. Bevor der Ölgigant Chevron seine neue Imagekampagne überhaupt veröffentlichen konnte, hatten die Yes Men schon ihre optisch identische, aber inhaltlich ehrlichere, Version online gestellt – zusammen mit einer gefälschten Pressemitteilung.

Nun verbreiten die Yes Men ihre Botschaft über die Internetnutzer weiter: Bei einem Kreativwettbewerb kann man Teil der gekaperten Chevron-Kampagne werden. Die Motive sind teils witzig, teils bitterböse, ein Besuch der Galerie lohnt sich!

> hier könnt ihr am Kreativwettbewerb teilnehmen

> hier erfahrt ihr, warum Chevron den Spott verdient

Freitag, 5. November 2010

Castor 2010: Der Widerstand in Bildern.

Das Projekt in a million years gibt in den kommenden Tagen einen Einblick in den aktuellen Widerstand gegen die Atomkraft im Allgemeinen und die Endlagerung in Gorleben im Speziellen. Vier Fotografen und ein Filmemacher werden den Castor-Transport dokumentieren und multimedial aufbereiten.

Wie das aussehen kann, zeigt ihre Kurzchronik „Drei Jahrzehnte Widerstand
:

Menschen wider die Atomkraft (Video: in a million years @ YouTube; via taz.de)

> Zur Internetseite von in a million years

Über Leichtbier und Papiercroissants.

Für mich ist Dosenbier eine bittere Mischung aus sinnloser Askese und romantischer Verklärung der eigenen trostlosen Jugend. Ich mag es nicht. Noch schlechter schmeckt es Mutter Natur: Bei der Aluminiumgewinnung fällt brasilianischer Regenwald, Getränkedosen sind ökologisch gesehen ziemliche Flaschen.

Dass auch Mehrwegflaschen noch ökologischer werden können, zeigt die Bierweltmacht Belgien. Bei Stella Artois wird in Leichtglasflaschen abgefüllt, um Ressourcen und CO2 zu sparen. Dafür klopfte sich die Brauerei selbst auf die Schulter, und zwar mit einer extrem leckeren Kampagne.


In Schlüsselrollen: eine überdimensionierte Videokassette, ein Papiercroissant im Weltall und der Igel Claude.

Meine Lieblingsbierwerbung aller Zeiten (Video: Stella Artois @ YouTube)

Die komplette Kampagne findet ihr auf dem
YouTube Kanal von Stella Artois.

(via Ecowein)

Montag, 1. November 2010

Wie integer ist Entega?

Tag der offenen Kühlschranktür in Hamburg – schön inszeniert von DDB Berlin

Wenn ein Stromanbieter dazu aufruft, den heimischen Energieverbrauch zu senken, ist mir das sympathisch. Wenn er dafür ein Iglu aus 322 alten Kühlschränken auf den Gänsemarkt stellt, deren Abluft das Innere auf tropische Temperaturen erhitzt, und diese skurrile Szenerie noch mit einem mannshohen Stromzähler flankiert, schreit mein Werberherz „Chapeau
. Mein Ökogewissen fragt: Was taugt der Strom, der hier so charmant beworben wird? Nach einiger Recherche komme ich zu folgendem Ergebnis:

1. Indirekte Finanzierung von Atom- und Kohlestrom.
Entega gehört über die HSE zu 40 % der E.ON AG. Von 100 Euro, die ihr bei Entega für Ökostrom ausgebt, gehen also 40 direkt an einen Atom- und Kohlestromkonzern. Solange sich daran nichts ändert, solltet ihr euch für einen anderen Anbieter entscheiden.

2. Mangelnde Transparenz.
Dass der Strom, den Entega anbietet, aus norwegischen Wasserkraftwerken stammt, wird auf der Internetseite mit keinem Wort erwähnt. Dafür ist dort von milliardenschweren Investitionen
der HSE in erneuerbare Energien die Rede, die sich im Strommix von Entega nicht wiederfinden.

Mein Fazit daher: Freut euch über die gelungene Werbung. Senkt euren Energieverbrauch. Und bezieht Ökostrom bei einem empfehlenswerten Anbieter.

[update:]
1. Indirekte Finanzierung von Atom- und Kohlestrom.
Zum Januar 2011 will die Stadt Darmstadt Entega von E.ON freikaufen, sie genießt dafür ein Vorkaufsrecht. (Danke Mohnstar)

2. Mangelnde Transparenz.
Laut HSE soll bis 2015 mindestens 20 % des Entega-Stroms aus eigenen Anlagen stammen. Warum finden sich derlei Informationen nicht auf der Internetseite von Entega? Statt Werbung und eines dahinsiechenden Twitter-Accounts wünsche ich mir relevante Inhalte auf der Firmenwebsite und das Beantworten von E-Mails.

Samstag, 30. Oktober 2010

Teurer Ökostrom, billiger Atom- und Kohlestrom?

Auch in diesem Jahr konnten Vattenfall, E.ON, EnBW und RWE ihre Gewinne massiv steigern. Auch in diesem Jahr werden sie Preiserhöhungen für das kommende Jahr ankündigen, und zwar Mitte November. Auch in diesem Jahr werden sie die Schuld dafür auf die EEG-Umlage zur Förderung der Erneuerbaren Energien schieben. Und auch in diesem Jahr ist das nur die halbe Wahrheit.

Nach Berechnungen im Auftrag der Bundesregierung sank der Preis an der Strombörse im Jahr 2006 durch die Einspeisung von Ökostrom um bis zu 5 Milliarden Euro, wie dieser Beitrag des ARD Magazins Monitor zeigt:

Hinter den Kulissen der Atom- und Kohlelobby (Quelle: ARD Magazin Monitor)

Mittwoch, 27. Oktober 2010

Schmutzige Geschäfte für den guten Zweck.

Für Unicef hat sich die kalifornische Werbeagentur Casanova Pendrill mächtig ins Zeug gelegt. Die Mühen wurden doppelt belohnt, bei Unicef „regnete“ es Geldspenden, bei der Agentur Awards.

Hier eine sehenswerte Zusammenfassung der Pro-Bono Arbeit Dirty Water:

Auf YouTube findet ihr weitere Arbeiten der Agentur; (via fair-suchen.info)

Montag, 25. Oktober 2010

Interview: Carina und Christoph wechseln zu Naturstrom.


Tschüss Vattenfall: Die Suttnerblog Ökostrom-Offensive 2010


Viele meiner Freunde haben sich in diesem Jahr für Ökostrom entschieden, laufend werden es mehr. Was ihnen bei der Wahl des Anbieters wichtig war, welche Erfahrungen sie beim Wechsel gemacht haben und wie es sich mit Ökostrom lebt, erzählen sie hier auf dem Suttnerblog in kleinen Interviews.

Vorname: Carina
Alter: 26
Beruf: Flash Entwicklerin
Stromanbieter alt: Vattenfall
Stromanbieter neu: Naturstrom
Wechsel: Dezember 2010 


Hi Carina! Vor wenigen Tagen haben dein Freund und du euch für Ökostrom angemeldet, die Tinte ist quasi noch feucht. Verrätst du uns, welcher Anbieter es geworden ist und warum?

(Carina:) Wir haben uns für Naturstrom entschieden. Unsere wichtigste Informationsquelle war die Seite www.atomausstieg-selber-machen.de, wo vier empfehlenswerte konzernunabhängige Anbieter vorgestellt werden. Da kann man sicher sein, wirklich Ökostrom zu beziehen und nicht irgendwelche halb garen Zertifikatgeschichten oder so. Naturstrom hat uns dann am besten gefallen. Irgendwie sympathisch und preislich voll in Ordnung.


Und hat sich der gute Eindruck bestätigt oder gab es Probleme bei eurer Anmeldung?

(Carina:) Die Anmeldung erfolgte online und hat keine zehn Minuten gedauert. Am längsten haben wir gebraucht, um unsere Zählernummer und unseren Jahresstromverbrauch herauszufinden. Kurze Zeit später hatten wir dann Post von Naturstrom im Briefkasten mit der Bestätigung, dass es im Dezember losgehen kann.

Als Kunden bei Naturstrom fördert ihr den Ausbau der Erneuerbaren Energien in Deutschland mit 1,25 Cent pro Kilowattstunde. Ihr zahlt also freiwillig einen höheren Arbeitspreis. Stört dich das nicht? 


(Carina:) Nö, überhaupt nicht. Das sprach sogar eher noch für einen Wechsel zu Naturstrom, als zu z.B. LichtBlick zu gehen. Endlich mal eine Sache, wo wir wirklich Kohle lassen für die Umwelt.

Auch LichtBlick steckt Geld in den Ausbau der Erneuerbaren Energien. Dass bei Naturstrom ein an den Verbrauch gekoppelter Betrag investiert wird, ist natürlich schön für die Kunden, da sie wissen: Ihr Geld wird sinnvoll genutzt. Apropos – wurdet ihr schon darüber informiert, welche ökologischen Kraftwerksprojekte ihr konkret unterstützt?

(Carina:) Zusammen mit unserer Anmeldebestätigung haben wir ein Infomagazin enthalten, in dem allerhand zum Thema Erneuerbare Energien und Aktuelles von Naturstrom berichtet wird. Das kann man auch online als PDF herunterladen, wenn man es, so wie ich, im Umzugswahn verbummelt hat.

Ich finde es großartig, dass ihr den Atomausstieg selbst in die Hand genommen habt und würde mich freuen, wenn ihr uns über eure Erfahrungen mit Naturstrom auf dem Laufenden haltet.

(Carina:) Das machen wir!

Veranstaltung: Am 26.10. wird eingeheizt!

Für gewöhnlich wird in Hamburger Hochbunkern von Bands eingeheizt, denen diese Etablissements als Proberäume dienen. Demnächst könnte dort wortwörtlich eingeheizt werden. Und zwar hunderten von Haushalten pro Bunker. Denn Solarzellen auf dem Dach und ein Blockheizkraftwerk im Inneren machen aus Kriegsrelikten sinnvolle Bausteine einer dezentralen Energieversorgung.

Um diese und andere Visionen geht es bei
Energien bündeln“:
  • 26. Oktober 2010
  • 19:00 Uhr
  • Bürgertreff Altona Nord
  • Gefionstraße 3
  • Eintritt kostenlos
Mehr Informationen findet ihr auf energien-buendeln.de

Mittwoch, 20. Oktober 2010

Interview: Till und Vanessa wechseln zu EWS.


Tschüss Vattenfall: Die Suttnerblog Ökostrom-Offensive 2010


Viele meiner Freunde haben sich in diesem Jahr für Ökostrom entschieden, laufend werden es mehr. Was ihnen bei der Wahl des Anbieters wichtig war, welche Erfahrungen sie beim Wechsel gemacht haben und wie es sich mit Ökostrom lebt, erzählen sie hier auf dem Suttnerblog in kleinen Interviews.


Vorname: Till
Alter: 29
Beruf: Art Director & Flash Entwickler
Stromanbieter alt: Vattenfall
Stromanbieter neu:
Elektrizitätswerke Schönau (EWS)
Wechsel: November 2010

Hi Tizzle! Neue Wohnung, neuer Stromanbieter. Ökostromkunde warst du vorher schon. Warum hast du dich diesmal für die Elektrizitätswerke Schönau entschieden?


(Tizzle:) Hallo Ben! Da momentan unzählige Ökostromanbieter aus dem Boden sprießen, war es mir wichtig, dass unser neuer Stromlieferant schon am Markt etabliert ist. Außerdem möchte ich nicht – im Glauben, etwas Gutes zu tun – am Ende einen der ungeliebten Stromgiganten unterstützen.

Die EWS sind nicht nur konzernunabhängig, ihre Kunden fördern auch „ökologische Neuanlagen in Bürgerhand“ mit einem festgelegten Betrag pro verbrauchter Kilowattstunde. Dieser Betrag lässt sich zwischen 0,5 Cent, 1 Cent und 2 Cent frei wählen. Was ist euch der Ausbau der Erneuerbaren Energien wert?

(Tizzle:) Öh, 0,5 Cent. Glaub ich, weiß ich aber gerade gar nicht mehr genau. Wenn alles gut läuft mit EWS, sind wir aber durchaus bereit, den Betrag noch zu erhöhen.

Nun eine Frage zum Thema Service. Die EWS bieten keinen Online-Wechsel an. Du musstest deinen Antrag also herunterladen, ausdrucken und per Post versenden. War das nicht umständlich?

(Tizzle:) Nö. Da alles Weitere von EWS erledigt wird, ist der Aufwand nicht allzu groß. Praktisch war, dass sich das PDF am Computer ausfüllen ließ. Da hat man auch mit der krakeligsten aller Handschriften die Gewissheit, dass der Antrag ordentlich bearbeitet werden kann.

2009 initiierten die EWS die erfolgreiche Anti-Atom-Kampagne „Wrack ab!“, davon abgesehen sind sie im Internet kaum aktiv. Scheinbar gibt es nicht einmal einen Newsletter. Fühlst du dich gut über das Engagement und insbesondere die Verwendung deiner Fördergelder informiert?

(Tizzle:) Auf der Internetseite der EWS finden sich Slideshows, in denen einzelne Projekte exemplarisch vorgestellt werden. Dann gibt es noch einen Jahresbericht, in dem man sehen kann, welche Energiemenge wo und wie erzeugt wurde. Das Portfolio der Elektrizitätswerke Schönau reicht ja von Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen über Photovoltaikanlagen bis hin zu Kleinwasserkraftwerken.

Einen Newsletter haben die EWS übrigens doch, wenn auch gut versteckt: Links unter der Hauptnavigation befindet sich ein Dropdown-Menü „Online-Formulare“ mit „Newsletter“ als letztem Punkt. Ich habe den bestellt, aber im letzten Monat, abgesehen von der Bestellbestätigung, keine E-Mail bekommen.

Das wirklich Gute ist allerdings, dass jeder, dem das nicht reicht, einfach sein eigenes Projekt fördern lassen kann. Klar, ich kann jetzt schlecht auf das Haus meines Vermieters eine Photovoltaikanlage draufbauen. Obwohl... Warum eigentlich nicht?

Dann ist dein Geld ja bei den EWS gut angelegt. Vielleicht kannst du uns bald mehr darüber berichten, wie es sich als EWS-Stromrebell lebt.

(Tizzle:) Gerne! Gestern habe ich übrigens Post von Vattenfall bekommen wegen der Kündigung, es geht also bald los. Außerdem habe ich kürzlich gelesen, dass der Energieverbrauch deutscher Haushalte sinkt. Das hat mich sehr gefreut, denn weniger verbrauchen ist noch viel besser als „nur“ Ökostrom beziehen.

Montag, 18. Oktober 2010

Eisberge vor dem Kohlekraftwerk in Moorburg.

Am Samstag endete die Global Week of Action for Climate Justice. In Hamburg, der sogenannten Umwelthauptstadt Europas, besteht ein erhebliches Defizit in Sachen Klimagerechtigkeit. Darum machte sich ein Bündnis der Initiativen Moorburgtrasse stoppen, moorburgforever und Zukunft Elbinsel auf zum Corpus Delicti: der Baustelle des Vattenfall Kohlekraftwerks in Hamburg Moorburg.

Die Aktion wäre es wert, auf der Binnenalster ihre Fortführung zu finden! Während an Land Livemusik für Stimmung sorgte, wurde der Kraftwerksbau wasserseitig von Eisbergen und -Bären belagert. Als traurige Gallionsfigur des Klimawandels muss der Eisbär Unternehmen wie Vattenfall die Schamesröte ins Gesicht treiben. Aber auch Millionen von Klimaflüchtlingen leiden unter den Folgen unserer CO2-Emissionen.

Wer die Elbinstallation der Klimaaktivisten nicht vor Ort bewundern konnte, dem empfehle ich die folgenden Filme. Auch der Fortschritt der Bauarbeiten ist hier schön dokumentiert:

Der Global Day of Action for Climate Justice Hamburg auf feuerloescher-tv.com

Und hier eine ausführlichere Dokumentation von UtopieTV

Freitag, 15. Oktober 2010

Blog Action Day 2010: Das Recht auf Wasser.

Die häufigste Todesursache ist nicht etwa Krieg oder Krebs, sondern Trinkwasser. Laut Unicef sind mehr als eine Milliarde Menschen auf verschmutztes Trinkwasser angewiesen, fünfzehn pro Minute sterben an den gesundheitlichen Folgen.

Konzerne wie Nestlé verstehen Wasser als Ware, die gefälligst bezahlt werden muss. Ich verstehe Wasser als Grundrecht. Darum spende ich heute 20 US-Dollar an charity: water. Vielleicht animiert dieser Film ja den einen oder anderen, es mir gleichzutun:


Der Beat zur Spende: "Time Bomb" von Beck (Video: charity: water @ vimeo)

Beteiligt euch auch am Blog Action Day 2010! Erinnert die UN an ihr Millennium-Entwicklungsziel, die Anzahl der Menschen ohne sauberes Trinkwasser bis 2015 zu halbieren:

> Zur Blog Action Day 2010 Petition für sauberes Trinkwasser

Donnerstag, 14. Oktober 2010

Schlechtes Klima in China.

Gestern in meinem Briefkasten: Post aus Tianjin (Danke Aiping und Bernd!)

Auf der Klimakonferenz in Tianjin haben sich China und die USA mal wieder gegenseitig den schwarzen Peter zugeschoben. Eine zentrale Rolle in diesem endlosen Streit spielt die Frage, wie sich die CO2-Emissionen einzelner Länder gerecht vergleichen lassen. Auch wir Deutschen können uns nicht hinter China und den USA verstecken: Es braucht nur den richtigen Blickwinkel, schon zählt Deutschland zu den größten CO2-Verursachern.


Addiert man die CO2-Emissionen eines Jahres, war China 2009 schlimmster Klimasünder – Tendenz stark steigend. Betrachtet man hingegen die CO2-Emissionen eines Jahres pro Kopf, rangierten die Chinesen 2007 weit hinter den Deutschen. Addiert man die CO2-Emissionen pro Kopf von 1751 bis 2009, ist China fast zu vernachlässigen, Großbritannien führt das Feld an, dicht gefolgt von den USA und Deutschland.


Ich denke, bei einem so vielfältigen Sachverhalt ist es nicht nur unmöglich, eine gerechte Lösung zu finden, sondern auch völlig verfehlt. Die Zeit, mit dem Finger auf andere zu zeigen, ist lange vorbei. Auf der Klimakonferenz COP-16 in Cancún sollte stattdessen jedes Land die globale Wende in der Klimapolitik vor der eigenen Haustüre beginnen.


In diesem Post beziehe ich mich auf folgende Informationsgrafiken:
>
CO2 pro Land 2009 (in %); CO2 pro Land 1751-2009 (in %) (PDF)
[1]
> CO2 pro Land 1751-2009 (in t/Kopf)
(PDF) [1]
> CO2 pro Land 1990 und 2007 (in t/Kopf)
[2]
(Quellen:
[1] James E. Hansen, [2] de.statista.com)

Dienstag, 12. Oktober 2010

Tigerland ist abgebrannt.

Die besten WWF-Spots schreibt leider das Leben (Video: WWF @ YouTube)

Mein bisher schönster Urlaub war zugleich auch der deprimierendste. Die Reise durch den malaysischen Teil von Borneo ist eine Reise von einem Nationalpark zum nächsten, dazwischen erstrecken sich schier endlose Plantagen. Wer ein Stück Land sein Eigen nennt, pflanzt dort Ölpalmen – keine Insel ist zu klein, kein Berg zu hoch.

Für unsere Industrie ist Palmöl ein günstiger, endlos verfügbarer Rohstoff, für die Menschen in den Erzeugerländern eine sichere Einnahmequelle. So macht es Sinn, dass jeder freie Quadratzentimeter zum Anbau herhalten muss. Leider betrifft das auch ausgewiesene Schutzgebiete, und hier hört der Spaß auf.

Dass sich Umweltschutzorganisationen kostspielige Patrouillen durch den Regenwald leisten, hat einen Grund: Viele Konzerne stehen über den Gesetzen. Ein Paradebeispiel ist der indonesische Palmöl-Gigant Sinar Mas, der Greenpeace-Aktivisten, die in Riau auf Sumatra gegen illegale Rodungen protestierten,
des Landes verweisen lies.

Nun hat der WWF ein Video aus Riau veröffentlicht, in dem eine Kamerafalle für Tiger zum Zeugen illegaler Waldzerstörung wird. Dass Unternehmen wie Burger King, Unilever, Kraft und Nestlé nicht mehr mit solchen Machenschaften in Verbindung gebracht werden wollen,
ist ein großer Erfolg, der Weg zum Erhalt der Regenwälder indes noch weit.

In diesem
Webspecial des WWF erfahrt ihr mehr über die verbliebenen Tigerarten und könnt sogar ein Stück Tigerland kaufen:

Mit dem WWF spielend den Tiger retten: Webspecial „Tigerland

[update:] Auf diese WWF-Kampagne aus dem August/September wurde ich erst heute aufmerksam. So ein Projektor ist schon eine feine Sache:

Zeichnet die WWF-Petition für den Erhalt des Tigers auf www.3200-tiger.de

Montag, 11. Oktober 2010

Bahn frei für Kohlestrom.

Zu meiner Grundschulzeit galt „öko“ als Synonym für „langweilig“. Mitschüler, deren Eltern im Reformhaus kauften, genossen mein aufrichtiges Mitleid, mussten sie doch vegetarische Hartweizen-Nudeln ertragen, während mich Mama Mirácoli mit kiloweise Bolognese verwöhnte.

Heute rangiert das Thema Nachhaltigkeit irgendwo zwischen „sexy“ und „Mainstream“. Die Nachfrage hat meine ehemals verhassten Bio-Nudeln sogar bei Aldi ins Regal gebracht. Leider kämpfen deswegen auch solche Firmen um ihr Stück vom Öko-Kuchen, die den Tisch gar nicht gedeckt haben.

Besonders enttäuscht mich das aktuelle Greenwashing der Deutschen Bahn. Völlig zu Recht hat der Konzern den Klimaschutz als Wettbewerbsvorteil entdeckt. Dennoch möchte er mindestens 40 Jahre lang Strom aus Datteln 4 beziehen, einem im Bau befindlichen Kohlekraftwerk, das etwa 6,2 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr ausstoßen wird.

Vor diesem Hintergrund ist das „DB Eco Program“, wie die Deutsche Bahn ihr Engagement für den Klimaschutz hochtrabend nennt, ein schlechter Witz. Denn vom CO2-neutralen Reisen bis zum umweltfreundlichen Urlaub haben viele der Maßnahmen eines gemeinsam: Die Bahn zahlt nur die Werbung, den Klimaschutz der Kunde.

Trotz ihres dreckigen Strommixes ist die Deutsche Bahn das mit Abstand
klimafreundlichste Fortbewegungsmittel für längere Reisen. Doch statt dieses Potential durch den Bezug von echtem Ökostrom auszubauen, fährt das Unternehmen eine verlogene Doppelstrategie aus Kohlestrom und Klimaschutz – und riskiert, dass ihr dabei das grüne Image entgleist.

> Greenpeace über die Energiepolitik der Deutschen Bahn (PDF)
> Greenpeace über das Kohlekraftwerk Datteln 4 (PDF)


Klimaschutz à la Deutsche Bahn: Fernseher aus – Stecker raus (Film: Deutsche Bahn)

Mittwoch, 6. Oktober 2010

Wasser marsch – Blog Action Day 2010.

Eine nette Kinetic Type Animation vom diesjährigen BAD-Organisator Change.org

Hurra – am 15. Oktober ist wieder Blog Action Day! Letztes Jahr haben aus diesem Anlass mehr als 13.000 Blogs den Klimawandel thematisiert und so rund 17 Millionen Leser erreicht, stolze 20 davon auf dem Suttnerblog. Das übergeordnete Thema in diesem Jahr lautet „Wasser“.


Wasser steht vielfach in direktem Zusammenhang mit dem Klimawandel und war daher schon des Öfteren Thema auf dem Suttnerblog. Aber natürlich plane ich anlässlich des Blog Action Day 2010, erneut wissenswertes über dieses leben- und todspendende Element zu berichten.


Bis dahin stöbert doch ein wenig im Keller des Suttnerblogs:
> Kein Müll Meer
> Wasser bleibt Wasser
> Ein Aufruf zum Langduschen

Sonntag, 3. Oktober 2010

Interview: Kerstin wechselt zu NaturWatt.


Tschüss Vattenfall: Die Suttnerblog Ökostrom-Offensive 2010


Viele meiner Freunde haben sich in diesem Jahr für Ökostrom entschieden, laufend werden es mehr. Was ihnen bei der Wahl des Anbieters wichtig war, welche Erfahrungen sie beim Wechsel gemacht haben und wie es sich mit Ökostrom lebt, erzählen sie hier auf dem Suttnerblog in kleinen Interviews.
Vorname: Kerstin

Alter: 24
Beruf: Designerin / Studentin
Stromanbieter alt: Vattenfall
Stromanbieter neu: NaturWatt
Gewechselt: Mai 2010

Hi Kerstin! Seit 6 Monaten beziehst du Ökostrom von NaturWatt. Warum hast du dich dafür entschieden und was gefällt dir speziell an NaturWatt?

(Kerstin:) Hi Ben! Ich habe mir mehrere Ökostrom Anbieter auf deinem Blog angeguckt. Vor allem war es mir wichtig, keinen Atomstrom zu beziehen. NaturWatt ist ein relativ kleines Unternehmen aus Norddeutschland, man hat persönlichen Kontakt. Bei Vattenfall konnte man nur eine Kundenhotline anrufen, hatte immer jemand anderen am Apparat und zahlte dafür auch noch richtig Geld, das ist doch unverschämt. NaturWatt ist nur unwesentlich teurer als Vattenfall, es gibt echt keinen Grund, nicht zu wechseln.

NaturWatt ist sehr aktiv im Bereich Social Media. Wie stehst du zu diesem Engagement? Nutzt du es?

(Kerstin:) Ich habe es noch nicht benutz, da ich nicht viel damit am Hut habe. Jedoch fand ich den persönlichen Telefonansprechparter sehr gut, der unseren Wechsel begleitet hat.

Viele Menschen liebäugeln mit Ökostrom, haben aber Angst vor dem Papierkram. Wie aufwändig war dein Anbieterwechsel?

(Kerstin:) Der Wechsel war echt nicht aufwendig. Ein Anruf bei NaturWatt, die haben eigentlich alles in die Wege geleitet. Sie haben mir die notwendigen Formulare zugeschickt (immer schon mit frankiertem Rückumschlag) und bei Vattenfall gekündigt. Im Grunde musste ich nur unsere Zählernummer angeben. Es gibt also keinen Grund, Angst davor zu haben.

Als Studentin hast du sicher kein Geld zu verschenken. Kannst du schon einschätzen, welche monatlichen Mehrkosten auf dich zukommen?

(Kerstin:) Wir zahlen etwa das gleiche wie vorher. Der Wechsel kostet nichts und wir haben sogar noch eine Gutschrift bekommen.

Vielen Dank, dass du Ökostrom beziehst und dir die Zeit genommen hast, deine Erfahrungen mit anderen zu teilen!

Donnerstag, 30. September 2010

Atombank? Nein Danke!


Finanziert eure Bank die Atomlobby? (Screenshot: nuclearbanks.org)

Die Laufzeitverlängerung ist beschlossen, auch für Pannenreaktoren wie Biblis und Krümmel. Kein Wunder, dass immer mehr Menschen den Atomausstieg selbst in die Hand nehmen! Doch sogar Kunden unabhängiger Ökostromanbieter kann es passieren, dass sie unwissentlich Atomkraftwerke oder gar Nuklearwaffen mitfinanzieren.
Ob einer eurer Finanzdienstleister derartige Geschäfte tätigt, verrät die Website nuclearbanks.org.

Natürlich findet sich unter den weltweiten Top Ten die Deutsche Bank. Dass Josef Ackermann als einziger Bankenvorstand den energiepolitischen Appell der Atomlobby unterzeichnet hat, ist kein Zufall, sein Unternehmen profitiert unter anderem vom schmutzigen Uranabbau in Niger und bietet radioaktive Investitionen gezielt Privatkunden an. (Quelle: urgewald.de)


Welche Atombanken was für Projekte finanzieren und ob sich für euch ein Konto- oder Depotwechsel empfiehlt, erfahrt ihr auf nuclearbanks.org


Demonstranten werfen der ING-DiBa Investitionen in Atomwaffen vor (Video: NTDTV.com)

Dienstag, 28. September 2010

Borneo: Ein Hilferuf aus dem Paradies.

Nur 20 % der Auwälder am Kinabatangan sind erhalten

Am Ufer unterbrechen Palmölplantagen die Wanderwege der Tiere

In 20 Metern Höhe zanken sich drollige Nasenaffen

Wie bitte??? 5 Ringgit für einen Teller Bratreis mit Fliegen? Nachtsafari im Dschungel

Im September durfte ich drei Wochen in Sabah verbringen, einem Bundesstaat im malaysischen Teil von Borneo. Natürlich verursacht der Urlaub in einem so weit entfernten Land massive CO2-Emissionen. Doch schien es mir, als würde sich Sabah vieler seiner zahlreichen touristischen Reize gerade erst richtig gewahr. Und außer naturnahem Tourismus sehe ich momentan keinen Wirtschaftssektor, der die schonungslose Ausbeutung dieses Paradieses verlangsamen könnte.

Einer der Höhepunkte auf dieser großartigen Insel waren vier Tage in einem Camp am
Kinabatangan, der in den Bergen des südwestlichen Sabah entspringt und nach 560 km in die Sulusee mündet. Die unteren ca. 100 km bilden das größte bewaldete Überschwemmungsgebiet Asiens mit einer unvergleichlichen Artenvielfalt. So ist es zum Beispiel neben dem Kongobecken der einzige Ort, an dem zehn verschiedene Primaten leben, darunter der endemische Nasenaffe, der nur auf Borneo vorkommt.

Die Bedeutung des Engagements des WWF Malaysia wird deutlich, wenn man diese
kleine Oase der Natur nach sechs Stunden Busfahrt durch Palmölplantagen erreicht, die sich vom Kinabalu National Park im Norden bis nach Semporna im Süden erstrecken. Am Ufer des Kinabatangan selbst standen 2008 fast ein Drittel der Plantagen in Sabah. Erst seit 2005 sind bescheidene 270 km2 der Region als Naturschutzgebiet ausgewiesen, dessen Erhaltung den WWF viel Arbeit und Geld kostet.

Gemeinsam mit dem Sabah Wildlife Department kontrollieren Ranger des WWF das
unwegsame Gebiet mit Booten, Geländewagen und zu Fuß, um illegalen Holzeinschlag und Wilderei zu bekämpfen. Die Förderung von ökologischer Landwirtschaft und Ökotourismus soll der Bevölkerung wirtschaftliche Alternativen aufweisen. Konflikte zwischen ansässigen Bauern und den Borneo-Zwergelefanten sucht der WWF auf kreative Weise zu schlichten: Offensichtlich haben diese Elefanten eine Aversion gegen Chilipflanzen, deren Anbau somit zu einer tierfreundlichen Perspektive für die Region werden könnte.

Die größte Herausforderung besteht aber in der Wiederaufforstung. Der WWF
möchte die Waldreste durch einen ‘Corridor of Life’ verbinden. Dieser neue Wald wird erst in gut 100 Jahren eine ähnliche Vielfalt aufweisen wie zuvor. Für Tiere wie die Orang Utans bedeutet er trotzdem die letzte Chance: In den zerfaserten Wäldern finden sie nicht genug Nahrung – bedienen sie sich an den Ölpalmen, für die ihr ursprünglicher Lebensraum zerstört wurde, werden sie niedergeschossen.

Dass ich hier ein sehr pessimistisches Bild zeichne, soll nicht davon ablenken, dass mich Borneo mit seinen unglaublichen Urwäldern, Mangrovensümpfen und Tauchgründen beeindruckt und verzaubert hat wie kein anderer Ort. Wer sich für das Thema interessiert, dem empfehle ich diesen aufschlussreichen Artikel der New Straits Times Malaysia

> unterstützt den WWF Malaysia bei der Wiederaufforstung auf Borneo
> erfahrt mehr über das
Borneo-Engagement von Rettet den Regenwald e.V.


Für den Konsul: Naru aus dem Sepilok Orang Utan Rehabilitation Centre

Donnerstag, 2. September 2010

Wegen Urlaubs geschlossen.

In den letzten Wochen hätte es auf dem Suttnerblog viel zu berichten gegeben. Die Cyclassics wurden publikumswirksam zum Protest gegen Vattenfall genutzt. Der Rückkauf der Hamburger Versorgungsnetze wurde initiiert. Der Senat hat für Vattenfall die Auflagen zum Gewässerschutz verwässert. Die Planung der Moorburgtrasse geht weiter, was auch den Bertha von Suttner Park betrifft.

Leider fand ich nicht die Zeit, über all diese Dinge zu schreiben. Jetzt begebe ich mich in den lang ersehnten Urlaub. Ende September geht es hier weiter.