Mittwoch, 30. September 2009

Halbe Hafencity ohne Vattenfall-Fernwärme.


Da hilft auch der Vattenfall-Song nichts: Hamburg hat keinen Bock auf euch

Erst baut uns Vattenfall ein überdimensioniertes Kohlekraftwerk vor die Haustür, jetzt werden sie ihre Fernwärme nicht los: Der Auftrag für die Belieferung der östlichen Hafencity – ein Areal mit Wohnraum für 12.000 Menschen und Büros für über 40.000 Arbeitsplätze – geht an den deutsch-französischen Dalkia-Konzern. Jürgen Bruns-Berentelg, Geschäftsführer der HafenCity Hamburg GmbH, begründet die Entscheidung:
Ausschlaggebend (…) war der große Anteil erneuerbarer Energien und die großen Einsparungen von Kohlendioxid.
Ein harter Schlag für Vattenfall: Die ohnehin schon bescheidene Effizienz von Moorburg – knapp die Hälfte der gewonnenen Energie geht verloren – würde sich ohne den ausreichenden Verkauf von Fernwärme weiter verringern.

Mein Mitleid hält sich in Grenzen. Die Fernwärme für die Hafencity Ost wird nun zu über 90 Prozent aus erneuerbaren Quellen stammen. Dem hat Vattenfall nicht viel entgegenzusetzen, ein Kohlekraftwerk mit einem CO2-Ausstoß von 8,5 Millionen Tonnen pro Jahr wird durch die Nutzung der Abwärme nicht umweltfreundlicher.

Mehr über diese großartige Neuigkeit erfahrt ihr beim NDR

Dienstag, 29. September 2009

Eure Unterschrift für den Atomausstieg!


Die wichtigsten Argumente für den Atomausstieg (Video: campact.de)

Mit einer schwarz-gelben Regierung steht der Laufzeitverlängerung für deutsche Atomkraftwerke nichts mehr im Wege. Das ist nicht im Sinne des deutschen Volkes: Von den 62.132.442 Wahlberechtigten beteiligten sich 70,8 % an der Bundestagswahl, 41,9 % davon entschieden sich für CDU/CSU oder FDP, also knapp 19 Millionen Menschen. Das entspricht ungefähr 23 % der Bevölkerung (hoffentlich, ich war schon immer mies in Mathematik).
Befragt man die Deutschen zum Thema Atomausstieg, ähneln sich die Ergebnisse: Immer sind knapp zwei Drittel dafür, laut einer aktuellen Umfrage im Auftrag von Greenpeace zum Beispiel 59 % der Bevölkerung. Das zeigt:

Union und FDP haben die Bundestagswahl nicht wegen, sondern trotz ihrer Pläne zum Atomausstieg gewonnen.

Bezieht Stellung! Unterschreibt diesen offenen Brief an Merkel und Schwesterwelle! Und spendet, damit der Brief dann in möglichst vielen Tageszeitungen abgedruckt werden kann!

Zur Unterschriften- und Spenden-Aktion gelangt ihr hier

Montag, 28. September 2009

Last Exit: Ökostrom.


Entwurf für Anti-Vattenfall-Shirts zum Berliner Halbmarathon

Auch wenn gerade kein Flugzeug in einen Schrottreaktor stürzt, flüchten Tag für Tag viele Menschen vor Vattenfall: die eigenen Kunden. Und damit das so bleibt, gibt es auf beta.greenaction.de, der Umweltschutz-Community von Greenpeace, die Aktion „Laufen gegen Atomkraft & Kohle“.

Ziel dieser Aktion ist, dass beim 30. Berliner Halbmarathon am 28. März 2010 möglichst viele Läufer in Anti-Vattenfall-Shirts antreten. Erfreulicherweise küsste mich am Wochenende die Muse, was in obenstehendem Entwurf resultierte. Der Text muss noch anständig gesetzt werden, ansonsten bin ich nicht komplett unzufrieden. Leider fehlt das Thema CO2-Emissionen.


Habt ihr Ideen für Anti-Vattenfall-Shirts? Ideal wäre ein Motiv, das nicht nur für den Berliner Halbmarathon, sondern auch für die Hamburg Cyclassics funktioniert.

Sonntag, 27. September 2009

Lasst uns reden.


Offen für alles: Vattenfall lädt ein (Foto: de.indymedia.org)

Dieses Foto vom Kohlekraftwerk Amagerværket bei Kopenhagen illustriert trefflich den offenen Dialog zwischen Vattenfall und dem Volk. Es entstand gestern auf einer Demonstration, bei der 1.500 Klimaschützer versuchten, auf das Kraftwerksgelände zu gelangen. Damit wollten sie vor der anstehenden UN-Klimakonferenz in Kopenhagen auf die verlogene Doppelmoral der dänischen Regierung aufmerksam machen:
  • Als Veranstalter der Klimakonferenz inszeniert sich die dänische Regierung als klimafreundlich
  • Gleichzeitig hat sie das 1997 beschlossene Moratorium gegen den Neubau von Kohle-Kraftwerke aufgehoben
Um das Kyoto-Ziel für die CO2-Minderung zwischen 2008 und 2012 dennoch zu erreichen, setzt die dänische Regierung auf den Emissionshandel.

Weitere Fotos von der Demonstration findet ihr bei modkraft.dk

Wahltag.


Diesmal wird es wie bei Günther Jauch: Wahl per Ausschlussverfahren (Video: greenpeace)

Samstag, 26. September 2009

Der günstige Atomstrom und die Milchmädchen.

„Ich bin ja auch gegen Atomkraft. Aber Deutschland braucht bezahlbaren Strom!“ So höre ich es von der CDU und immer wieder auch von Freunden und Bekannten. Laut einer Forsa-Umfrage möchten 66 Prozent der Deutschen den Atomausstieg beibehalten oder beschleunigen – am Irrglauben, Atomstrom sei günstig für den Konsumenten, halten die meisten fest.

Das Öko-Institut verglich 2009 die Strompreise einzelner EU-Mitgliedstaaten und fand dabei „keinen Zusammenhang zwischen hohem Kernenergie-Anteil und Strompreisniveau“. (Quelle: oeko-institut.de)

Tatsächlich zahlen deutsche Haushalte statistisch umso mehr für ihren Strom, je größer der Atomstromanteil im Strommix ihres Versorgers ist. Die Deutsche Umwelthilfe verglich 2009 die Preise von über hundert Stromtarifen in ganz Deutschland und kam zu einem Ergebnis, das viele verwundern dürfte. Rainer Baake, Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe:
„Unser Preisvergleich widerlegt die von den Atomkraftwerksbetreibern und ihren Lautsprechern in der Politik ständig wiederholte Behauptung, Atomstrom sei für die Kunden billiger, als Propagandalüge.“ (Quelle: duv.de)
Eine Lüge, von der Vattenfall, ENBW, e.on und RWE sehr gut leben: Laut FOCUS-Online erwirtschaftet ein Atomkraftwerk pro Tag eine Million Euro Gewinn! Eine Marge, die mit erneuerbraen Energien nicht zu erzielen ist – ermöglicht von Millionen ahnungsloser Konsumenten, die denken, sie sparten Geld.

Doch selbst, wer den großen Energiekonzernen den Rücken kehrt, zahlt für ihren dreckigen Atomstrom:
  • die Kosten der „Endlagerung“ finanzieren wir mit unseren Steuern
  • die Folgekosten eines Reaktorunfalls müsste ebenfalls die Gesellschaft tragen (die deutschen Atomkraftwerke sind völlig unterversichert)
Lest dazu unbedingt den FOCUS-Artikel „Braucht Deutschland Atomstrom?

Freitag, 25. September 2009

Wechsel zu mehr Zufriedenheit.

Vermutet hatte ich es bereits, jetzt ist es amtlich: Der Bezug von Ökostrom steigert das körperliche und geistige Wohlbefinden. So interpretiere ich jedenfalls das erfreuliche Ergebnis einer Online-Umfrage von Stiftung Warentest, bei der 4.000 Teilnehmer zum Thema Stromanbieter befragt wurden.

Am wichtigsten bei der Wahl des Anbieters ist für 82% der Befragten der Strompreis, in dem 71% auch das stärkste Argument für einen Anbieterwechsel sehen. Nur für 22% ist der Wunsch nach Ökostrom ausschlaggebend für den Wechsel. Eigentlich schade. Schließlich ist auch der Preis ein gutes Argument gegen Atomstrom, an welchem Vattenfall und Co. wesentlich besser verdienen, als an Strom aus erneuerbaren Energien (darüber schreibe ich auch hier).

In Sachen Kundenzufriedenheit liegen die unabhängigen Ökostromanbieter vorne: Greenpeace Energy und LichtBlick mit jeweils 98% gefolgt von den Elektrizitätswerken Schönau mit 97% und Naturstrom mit 96%. Zu den Schlusslichtern gehören RWE mit 72% und e.on mit 63 %.

Die ausführliche Auswertung findet ihr bei test.de

Übrigens: Auch in Sachen Neukundenberatung sind Naturstrom, LichtBlick, Greenpeace Energy und EWS laut test.de obenauf. Erst eine gute Beratung, dann ein gutes Gewissen – wer kann da noch nein sagen?



Zufrieden durch Ökostrom (Grafik: F. Noto, www.atomausstieg-selber-machen.de)

Donnerstag, 24. September 2009

So wählt ihr Ökostrom.

Zu einem echten Ökostromanbieter zu wechseln ist nicht nur löblich, sondern auch einfach – Horrorszenarien wie beim Wechsel des Telefonanbieters stehen euch nicht bevor. Alles, was ihr braucht, ist eine alte Stromrechnung. Denn dort findet ihr die für den Wechsel nötigten Informationen:

1. Eure Stromzählernummer
2. Euren derzeitigen Stromversorger
3. Eure Kundennummer
4. Euren letzten Jahresstromverbrauch oder euren monatlichen Abschlag

Bei vielen Anbietern ist der Vertragsabschluss auch online möglich. Nach Abschluss regelt euer neuer Energieversorger alles Weitere für euch, ihr braucht euch um nichts zu kümmern.

Aber welcher Anbieter ist der richtige? Folgende vier deutschlandweiten Stromversorger werden auf www.atomausstieg-selber-machen.de empfohlen:


6,90 € monatl. Grundgebühr, 26,75 Cent/kWh (0,5 Cent für Neuanlagen). 
6,90 € monatl. Grundgebühr, 27,35 Cent/kWh (1,0 Cent für Neuanlagen).
6,90 € monatl. Grundgebühr, 28,54 Cent/kWh (2,0 Cent für Neuanlagen).

Die Elektrizitätswerke Schönau wurden 1991 von Bürgern gegründet, um das örtliche Stromnetz von einem Atomkraftwerksbetreiber freizukaufen.

Je nach gewähltem Tarif gehen pro verbrauchter Kilowattstunde bis zu 2 Cent in den Ausbau erneuerbarer Energien. So entstanden bislang 1.200 Solarenergie-, Kraft-Wärme-Kopplungs-, Wasserkraft- und Biogasanlagen in ganz Deutschland.

Interessant: Die EWS beliefern auch Nachtspeicherkunden mit Ökostrom!



8,90 € monatliche Grundgebühr, 27,65 Cent/kWh.

Die Greenpeace Energy eG ist eine 1999 gegründete Genossenschaft und gehört ausschließlich ihren 17.000 Mitgliedern. Ein Anteil kostet einmalig 55 Euro. Stromkunden steht es natürlich frei, ob sie Anteile erwerben möchten.

Ziel der Greenpeace Energy eG ist eine Stromversorgung komplett aus eigener Hand. Dafür investierte die Genossenschaft über ihre Tochterfirma Planet energy GmbH alleine im Geschäftsjahr 2009 stolze 35 Millionen Euro in zwei Windparks und eine große Photovoltaikanlage in Deutschland.

Die Kundenzeitschrift ist übrigens auf einer Art Butterbrotpapier gedruckt und zerfällt bei Berührung zu Staub (meine Freundin und ich sind seit über einem Jahr zufriedene Kunden).



8,95 € monatliche Grundgebühr, 26,76 Cent/kWh.

Das zu 100 % private Unternehmen LichtBlick wurde 1998 gegründet. Kritiker bemängeln, anders als die Elektrizitätswerke Schönau, Greenpeace Energy und Naturstrom investiere LichtBlick keinen fixen Betrag in den Ausbau erneuerbarer Energien. Auf „freiwilliger Basis“ engagierte sich LichtBlick nach eigenen Angaben bislang mit 70 Millionen Euro. Ich finde, da kann man nicht meckern.



7,95 € monatl. Grundgebühr, 26,95 Cent/kWh (1,25 1 Cent für Neuanlagen).

Der erste unabhängige deutsche Ökostromanbieter wurde 1998 von Privatpersonen aus den großen Umweltverbänden gegründet.


Von jeder verbrauchten Kilowattstunde investiert die Naturstrom AG 1,25 Cent direkt in den Ausbau erneuerbarer Energien in Deutschland. So wurden bereits über 130 neue Erzeugungsanlagen für Strom aus Solarenergie, Biogas, Wind- und Wasserkraft gefördert.

[update:] Alle Angaben sind ohne Gewähr. Stand der Preise: März 2014.

Mittwoch, 23. September 2009

Die Ignoranz der Politiker.

Unpopuläre Entscheidungen treffen CDU und GAL am liebsten heimlich zur Not auch ohne rechtliche Grundlage. Aktuelles Beispiel: die Genehmigung zum Bau der Fernwärmetrasse vom Kohlekraftwerk Moorburg durch den Grünzug Altona.

Ursprünglich hatte Vattenfall geplant, die Trasse kostengünstig entlang der Holstenstraße zu verlegen. Dass der Konzern nun die Altonaer Parks abrodet, verdanken wir Stadtentwicklungsbehörde, CDU und GAL, denen der reibungslose Autoverkehr wichtiger ist als ein paar Parks mit knapp 400 Bäumen. (Quelle: taz.de)

Interessant ist in diesem Zusammenhang, mit welcher Ignoranz diese Entscheidung über die Köpfe der Bürger hinweg getroffen wurde. Denn die Behörde erteilte eine sogenannte Plangenehmigung, was nur möglich ist, wenn die Rechte anderer, beispielsweise der Anwohner, nicht beeinträchtigt werden.

Keine Ahnung, ob jahrelanger Baulärm, jahrelang unbenutzbare Parks und fast 400 gefällte Bäume eure Rechte beeinträchtigen. Meine schon, und zwar massiv! Wie nur konnte eine solche Genehmigung erteilt werden? Die Gruppe Elchtest mutmaßt:

[...] es […] wurden schlicht falsche Zahlen und Fakten angegeben. Z.B. 20m zerstörte Grünfläche, statt reale 1780m! Die falschen Zahlen dürften von der ursprünglichen Trassenführung unter der 4-6 spurigen Holstenstraße entlang entstanden sein. (Quelle: de.indymedia.org)
Das würde bedeuten, der Bau der Moorburgtrasse durch den Grünzug Altona wäre auf Grundlage der Planung entlang der Holstenstraße genehmigt worden! Ob sich daraus rechtliche Möglichkeiten gegen den Bau ergeben, lässt DIE LINKE Hamburg gerade durch einen Anwalt prüfen.


Der Bertha von Suttner Park in Altona, Sommer 2010 (Bild: de.indymedia.org)

Klimaschutz! (Atomkraft)

Dass Vattenfall, ENBW, e.on und RWE unter dem Deckmantel des Klimaschutzes für die Laufzeitverlängerung deutscher Atommeiler kämpfen, ist bekannt. Wie gut ihre Lobbyarbeit organisiert ist, berichtet heute SpOnline:
Das Unternehmen (gemeint ist e.on) soll sich mit Solaranlagen und Windrädern ein Öko-Image verpassen, das letztlich aber vor allem das Ziel verfolgt, die Atomenergie voranzubringen.
Und tatsächlich versucht e.on mit Hilfe einer Unternehmensberatung gezielt, Politiker und Medien zu beeinflussen. Wer noch glaubt, solche Konzerne interessierten sich auch nur minimal für unsere Umwelt, der sollte sich diesen brisanten Artikel nicht entgehen lassen!

Das 109-seitige „Kommunikationskonzept Kernenergie“, über das der Spiegel schreibt, findet ihr bei Greenpeace.


Bei dieser Dame muss e.on keine Lobbyarbeit leisten (Grafik: MathiasRichel)

Montag, 21. September 2009

Anderes Thema: Rettet die Sternbrücke.

Nicht nur das Klima, auch die Clubkultur in Hamburg ist in Gefahr. Nach dem (vorläufigen) Erhalt des MolotowsWaagenbau, Astra-Stube und Fundbureau. Denn im Rahmen der dringend notwendigen Erneuerung der Brücke hat die Deutsche Bahn die Mietverträge gekündigt. Sicher bin ich nicht der Einzige, der in jedem dieser Läden unvergessliche Abende erleben durfte. stehen nun die Clubs unter der Sternbrücke vor dem Aus:

In diesem Sinne: Rettet die Sternbrücke!

Hier geht es direkt zur Online-Petition

Sonntag, 20. September 2009

1. Hamburger Klimawoche in der Europa Passage.


Vom 19. bis 26.09.2009 gibt es in der Europa Passage mehr als nur Fischbrötchen (Film: klimawoche.de)

Meine nächsten Mittagspausen werde in der Europa Passage verbringen! Denn dort startete am Samstag die 1. Hamburger Klimawoche. Ziel der Veranstaltung ist es, die Entscheidungsträger der UN-Klimakonferenz 2009 in Kopenhagen zu klaren, nachhaltigen Entscheidungen zu bewegen.

Einen der Höhepunkte verspreche ich mir vom extra in die Binnenalster verkranten Forschungsschiff ALDEBARAN, dessen Besatzung im 2. Obergeschoss der Europa Passage auf vier 56’’ HD-Flatscreens eindrucksvolle Unterwasserpanoramen präsentiert.


Seit 1992 ist die ALDEBARAN im Namen der Meere unterwegs
(Film: aldebaran @ youtube)


Die Internetseite zur Klimawoche ist leider eine der schlechtesten, die mir seit 1980 untergekommen ist. Statt gezielter Besuche einzelner Stände empfiehlt sich daher das Erkunden des Geländes auf eigene Faust.

Hamburg wäscht sich grün.

Nicht zuletzt wegen der Genehmigung zum Bau des Kohlekraftwerks Moorburg muss der schwarz-grüne Senat sein Image bei Umweltverbänden und Bürgern aufpolieren. Die Ernennung Hamburgs zum „Green Capital of Europe 2011“ (am 23. Februar 2009) dürfte wenig dazu beitragen. Denn der Graben zwischen großmundigen Versprechungen, mit denen man vor der Europäischen Kommission um diesen Titel buhlte, und Realität, könnte kaum größer sein.

Das erklärte Ziel der Stadt Hamburg:
Senkung der CO2-Emissionen bis 2020 um etwa 40 %

Die Realität:
Steigerung der CO2-Emissionen ab 2012 um etwa 40 % mit Inbetriebnahme von Moorburg (Quelle: NABU.de)

Fakt ist: der Senat könnte uns noch zehn weitere Kohlekraftwerke vor die Haustür stellen – und stünde in der Klimabilanz trotzdem gut da. Denn für das Statistikamt Nord zählen nicht die tatsächlich verursachten CO2-Emissionen, die mit Inbetriebnahme von Moorburg um ca. 40 % erhöhen werden, sondern die pro Kopf erzeugten. Da Vattenfall den in Hamburg nicht benötigten Dreckstrom exportieren wird, ist die Stadt rechnerisch gesehen fein raus. Pfui!

Samstag, 19. September 2009

Vattenfall eröffnet die Öko-Schlacht.


Uschi macht´s billiger: Außer einem niedrigen Preis hat Vattenfall nicht viel zu bieten

Normalerweise sind dafür andere zuständig: Vattenfall überklebt seine eigenen Plakate für den Stromtarif „Hamburg Natur“! Was ist geschehen? Am 7. September ging der örtliche Stromversorger „Hamburg Energie“ ans Netz – als Tochtergesellschaft der Hamburger Wasserwerke „Hamburg Wasser“, da Kohle von Beust die HEW ja 2001 an Vatenfall verkauft hat.

Mit zwei Tarifen buhlt das Hamburger Unternehmen um Ökostrom-Interessenten und Vattenfall-Kunden:
1. „Tor zur Welt“. Hier gibt es international eingekauften Ökostrom auf dem Preisniveau des Grundversorgers (Vatenfall). Preis pro kWh: 19 Cent
2. „Horizont“. Dieser Strom wird angeblich in der Region erzeugt, ein Teil davon ab 2010 in zwei unternehmenseigenen Windenergieanlagen. Preis pro kWh: 21,6 Cent

Umweltsenatorin und Mitinitiatorin Anja Hajduk sinniert:
Je mehr Kunden sich dem neuen Unternehmen anschließen, desto mehr wird in den Aufbau neuer nachhaltiger Erzeugungsanlagen investiert. Diese Verknüpfung ist bundesweit bisher beispiellos.
(Quelle: ndr.de)
Nur: Greenpeace Energy betreibt dieses Geschäftsmodell seit zehn Jahren. Und produziert mit unternehmenseigenen Photovoltaikanlagen und Windparks in Deutschland ca. 40.000 kW Ökostrom. Das weiß Anja Hajduk. Aber irgendwie muss sie ihre schmutzige Weste ja wieder reinwaschen.

Wenig verwunderlich, dass Vattenfall jetzt versucht, die Schlacht um den Ökostrommarkt Hamburg über den Preis zu gewinnen. Schließlich verdient der Konzern Milliarden mit seinem Atom- und Kohlestrom und könnte zur Not auch draufzahlen, um „Hamburg Wasser“ das Wasser abzudrehen. Wirklich günstigen Ökostrom wird es auf Dauer nur dann geben, wenn Unternehmen wie Vattenfall komplett auf die Förderung erneuerbarer Energien fokussieren. Also nie.

Mehr zum Thema: Vattenfalls Ökostrom eine Mogelpackung?

Dienstag, 15. September 2009

Oops!… They did it again: Vattenfall lügt.

Grün, gut, günstig – mit diesen Worten wirbt Vattenfall derzeit für seinen Stromtarif „Hamburg Natur“. Leider: Kein Wort davon ist wahr.

Grün?
Knapp 20 % des Strommixes bestehen aus Atom- und Kohlestrom, den Vattenfall mit RECS-Zertifikaten grün gekauft hat.
Schmutzig! „Grün“ ist dieser Strom nur auf dem Papier.

Gut?
Wenn ein Konzern seinen Strom allein durch den Erwerb von Zertifikaten als Ökostrom kennzeichnen darf, warum sollte er Geld in erneuerbare Energien investieren?
Und was ist davon zu halten, dass für allen so zu Ökostrom aufgewerteten Atom- oder Kohlestrom irgendwo auf der Welt echter Ökostrom zu dreckigem Strom umdeklariert werden muss?
Schlecht! Eine Förderung erneuerbarer Energien findet nicht statt.

Günstig?
Der Kunde bekommt nicht den Strom, für den er bezahlt. Er bekommt schmutzigen Strom, der von Vattenfall kostengünstig „veredelt“ wurde – bezahlt aber für Ökostrom. (Quelle: wikipedia.de)
Teuer! Am Ende profitiert nur Vattenfall.

Und das ok-power Siegel?
Dass der Tarif das ok-power Siegel trägt, liegt daran, dass die Initiatoren dieses Produktlabels in den RECS-Zertifikaten eine Förderung erneuerbarer Energien sehen. Als Fördermitglied des WWF (eine Spende zum Schutz des Eisbären ist ein prima Weihnachtsgeschenk) stimmt es mich besonders traurig, dass der WWF sich zu den Begründern dieser unglückseeligen Allianz zählt.

Echten Ökostrom findet ihr hier: atomausstieg-selber-machen.de

Mehr über den schmutzigen Handel mit RECS-Zertifikaten bei heise.de/tp

[update:] Auch der BUND hält den Ökostrom von Vattenfall für eine Mogelpackung

Montag, 14. September 2009

So wünscht sich Vattenfall unsere Parks.


Bauarbeiten an der Fernwärmetrasse im Freihafen (Bild: bernstorffstrasse.info)

Und so oder so ähnlich werden Parks in ganz Altona irgendwann nach dem 30. September 2009 auch aussehen. Denn dann endet in Hamburg die Baumschonzeit. Und nach der Rodung von ca. 400 Bäumen wird der komplette Grünzug Altona, von der Ecke Simon-von-Utrecht-Straße/Holstenstraße bis zum Gewerbegebiet Diebsteich, von ca. 10 Meter breiten und 5 Meter tiefen Baugruben durchzogen. Der Bauarbeiter auf dem Foto verdeutlicht gut die Dimensionen. Der Park, an dem ich wohne, dürfte an seiner schmalsten Stelle knapp 10 Meter breit sein! Hurra – passt perfekt!

Für neue Leser:
Einen Steckbrief zur geplanten Fernwärmetrasse findet ihr hier
Den Plan der ausführenden Garten- und Landschaftsarchitekten findet ihr hier

Radeln gegen´s Roden: Nachtrag.

Leider konnte ich an der Fahrrad-Demonstration gegen die Zerstörung des Grünzugs Altona durch den Bau der Vattenfall-Fernwärmetrasse nicht teilnehmen. Ein von den Veranstaltern des Bernstorffstraßenfestes veröffentlichter Film zeigt aber, dass die Aktion mit aufwendig gestaltetem Wagen, informativen und engagierten Reden sowie (laut de.indymedia.org) 250-300 Teilnehemern ein voller Erfolg war:


Trotz des arg bemühten Zitierens der Fab Four am Beatles Platz (Hallo! Immerhin wurde John in der Post-Beatles-Ära zu einer Ikone der Friedensbewegung!!!) ist auch die Rede von Jan van Aken hörenswert:


Und die nächste Veranstaltung gegen den Trassenbau, ein Fest im Gählerpark am 04.10, ist schon in Planung!