Mittwoch, 30. Dezember 2009

Zwei Zimmer, Küche, Baum.

Die Baumbesetzer bauen an: Das Grundgerüst der zweiten Wohnplattform steht
Am 15. Januar entscheidet das Verwaltungsgericht Hamburg, ob Vattenfall mit der Rodung von rund 400 Bäumen in Hamburg beginnen darf. Bekommt der Energiekonzern Recht, müssen drei Wipfel im Gählerpark geräumt werden, denn dort warten seit einigen Wochen Baummbesetzer auf die Motorsägen.

Zwei von ihnen durfte ich vergangenen Sonntag kennenlernen. Die Initiative „Moorburgtrasse stoppen!“ hatte zum Anstoßen mit Olivia und Jürgen gerufen, meine Freundin und ich
kramten eine Flasche Sekt aus dem Schrank und zogen los. Der Baum der beiden ist mittlerweile mehr Kunst als Eiche, die wärmende Feuertonne davor ein beliebter Treffpunkt: Laufend gesellten sich neugierige Parkbesucher zu den rund 30 mit Glühwein und Sekt gerüsteten Sympathisanten und erkundigten sich, wie und warum man bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt in sechs Metern Höhe auf einem Baum ausharrt.

Eine Neuigkeit gibt es auch: Während das G
ericht prüft, ob ein zehn Meter breiter Baugraben und die Vernichtung von fast 400 Bäumen die Interessen von Anwohnern und Umwelt nicht vielleicht doch tangieren, erweitern Olivia und Jürgen ihr nur drei Quadratmeter großes Zuhause um eine zweite Wohnplattform. Ich finde, dass der Park durch ihr Engagement gewonnen hat und wünsche mir doch, dass die Baumfällungen verboten werden. Von mir aus kann Vattenfall die Fernwärmeleitung unter der Holstenstraße verlegen oder gleich ganz beerdigen – zusammen mit dem unseligen Kohlekraftwerk, dem sie entspringen soll.

Wenn ihr Sylvester in der Nähe des Gählerparks feiert, lasst es euch nicht nehmen, mit den Baumbesetzern anzustoßen:
auf ein frohes neues Jahr und auf unsere Parks!

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