Sonntag, 20. Dezember 2009

Die Moorburgtrasse – Pro und Contra.

In den nächsten zwei Jahren wird Vattenfall mehrere Kilometer Hamburger Grünflächen in eine Baustelle verwandeln und dabei rund 400 zum Teil sehr alte Bäume fällen. Das ist der Preis der Fernwärmetrasse für das im Bau befindliche Kohlekraftwerk in Hamburg-Moorburg. Obwohl das Thema im Internet rege diskutiert wird, habe ich bislang kein brauchbares Argument für die Trasse gelesen. Aber vielleicht hilft mir ja jemand auf die Sprünge?

Hier habe ich Argumente von Befürwortern gesammelt und kommentiert:

Pro: Das Kraftwerk kommt sowieso und damit auch die Fernwärmetrasse.
Contra: Ja, klar. Und die Welt geht auch sowieso unter. Wer so redet, gießt Altöl in die Elbe und foltert Tiere. Spaß beiseite: Das ist kein Argument, das ist Desinteresse, sonst nichts.

Pro: Fernwärme ist ökologisch.
Contra: Die Auskopplung der Nutzwärme eines Kohlekraftwerks, das jährlich mehr CO2 ausstößt als 1,4 Millionen PKW, geht bei mir allerhöchstens als Schadensbegrenzung durch. Ökologisch wäre beispielsweise ein modernes Gaskraftwerk mit Kraft-Wärme Kopplung.

Pro: Wer es im Winter warm haben will, kann nicht gegen die Fernwärmetrasse sein.
Contra: Wenn Moorburg ans Netz geht, muss die Fernwärmetrasse kommen, das sehe auch ich ein. Was ich nicht einsehe: Warum wird sie durch Parks, Spielplätze, Skateanlagen gebaut? Ursprünglich war die Verlegung unter der Holstenstraße geplant. Nun werden stattdessen Grünflächen zerstört und hunderte alter Bäume gefällt. Selbst der größte Befürworter der Kohlekraft kann das nicht wollen.

Pro: Ein modernes Gaskraftwerk, dezentrale Blockheizkraftwerke, was soll das Gerede? Vor der Stadt steht bald ein 1.600-MW-Kohlekraftwerk und das ist Fakt.
Contra: Müssen wir alles akzeptieren, was Politiker und Konzerne über unsere Köpfe hinweg entscheiden? Oder ist es nicht vielmehr die Pflicht eines jeden von uns, dagegen anzugehen, besonders bei einem ökologischen Desaster wie dem Klimakiller in Hamburg-Moorburg? Wichtig dabei ist nur: Wer dagegen ist, muss Alternativen aufzeigen. Das ist hier definitiv der Fall, nur interessiert das leider niemanden.

Mehr zum Trassenverlauf und den Rodungen auf dem Suttnerblog:
> Moorburgtrasse durch Altona: neue Fakten.

1 Kommentar:

  1. Ich gebe Ihnen völlig recht. Die Abwärmenutzung eines Kohlekraftwerks als ökologisch darzustellen ist meiner Meinung nach kriminell. Anstatt in tatsächlich erneuerbare Energien zu investieren, wird hier eindeutig auf das falsche Pferd gesetzt. Leider sitzen die, die das Sagen haben, auf diesem falschen Pferd und reiten damit alles nieder, was an sinnvollen Maßnahmen gegen die anwachsende Umweltverschmutzung und -verschandelung zu sprießen beginnt.

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