Freitag, 30. Oktober 2009

Hosen runter, Frau Merkel!


Obdachloser Eisbär auf der Klimakonferenz in Poznań
2008 (Foto: Konrad Konstantynowicz für Greenpeace International)

Mit Kohlestrom haben wir unsere Wohlstandsgesellschaft aufgebaut. Der dadurch verursachte Klimawandel trifft nun zuallererst die, die ihn nicht verschulden: die
Entwicklungsländer. Dass die reichen Industrienationen sich dieser Schuld bewusst sind, ist leider alles.

Denn es geht um Geld. Genauer gesagt um bis zu 68 Milliarden Euro pro Jahr. Soviel müssten laut einer
Studie der Weltbank die USA, die EU und Japan jährlich zahlen, damit die ärmeren Länder die Folgen des Klimawandels bewältigen können.

Um sich auf eine konkrete Unterstützung zu einigen, treffen sich heute die EU Staats- und Regierungschefs in Brüssel. An ihrer Entscheidung hängt der Erfolg der UN-Klimakonferenz in Kopenhagen, zum Beispiel gilt ohne fertigen EU-Beschluss die Teilnahme von Barack Obama an der UN-Klimakonferenz als unwahrscheinlich.

Einen Vorschlag gibt es bereits: EU-Parlamentspräsident Jerzy Buzek empfiehlt eine Zahlung von 30 Milliarden Euro pro Jahr. Dummerweise geht es nicht – wie bei der Bankenrettung – um den eigenen Wohlstand, sondern nur um irgendwelche Menschen irgendwo in der dritten und vierten Welt.

Und so
blockiert Angela Merkel die Verhandlungen, statt ihre Position als Klimavorreiterin zu nutzen. Offenbar befürchtet sie, die Entwicklungsländer könnten die Zusage einer festen Geldsumme als Verhandlungsbasis missbrauchen und am Ende mehr verlangen. Ich sage: Wir brauchen eine Ansage, Frau Merkel!

[update II:] Die Klimaketzerin schlägt zurück!
Auch Frau Merkel weiß: Die Zusage einer festen Geldsumme für die ärmeren Länder ist entscheidend für den Erfolg der kommenden UN-Klimakonferenz. In der Schlusserklärung des EU-Gipfels ist allerdings von schwammigen „22 bis 50 Milliarden Euro jährlich die Rede – die Einigung auf einen konkreten Betrag wusste unsere Kanzlerin zu verhindern.

Mein Lob aufgrund eines Beitrags der Tagesschau nehme ich hiermit zurück! Diese hat ihre irreführende Headline nun korrigiert, aus
30 Milliarden gegen den Klimawandel wurden im Verlauf des Nachmittags Milliarden gegen den Klimawandel. Es wäre zu schön gewesen.

Jetzt berichtet auch SpOnline: Merkel blockiert konkretes Geldversprechen für Klimaschutz

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