Samstag, 26. September 2009

Der günstige Atomstrom und die Milchmädchen.

„Ich bin ja auch gegen Atomkraft. Aber Deutschland braucht bezahlbaren Strom!“ So höre ich es von der CDU und immer wieder auch von Freunden und Bekannten. Laut einer Forsa-Umfrage möchten 66 Prozent der Deutschen den Atomausstieg beibehalten oder beschleunigen – am Irrglauben, Atomstrom sei günstig für den Konsumenten, halten die meisten fest.

Das Öko-Institut verglich 2009 die Strompreise einzelner EU-Mitgliedstaaten und fand dabei „keinen Zusammenhang zwischen hohem Kernenergie-Anteil und Strompreisniveau“. (Quelle: oeko-institut.de)

Tatsächlich zahlen deutsche Haushalte statistisch umso mehr für ihren Strom, je größer der Atomstromanteil im Strommix ihres Versorgers ist. Die Deutsche Umwelthilfe verglich 2009 die Preise von über hundert Stromtarifen in ganz Deutschland und kam zu einem Ergebnis, das viele verwundern dürfte. Rainer Baake, Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe:
„Unser Preisvergleich widerlegt die von den Atomkraftwerksbetreibern und ihren Lautsprechern in der Politik ständig wiederholte Behauptung, Atomstrom sei für die Kunden billiger, als Propagandalüge.“ (Quelle: duv.de)
Eine Lüge, von der Vattenfall, ENBW, e.on und RWE sehr gut leben: Laut FOCUS-Online erwirtschaftet ein Atomkraftwerk pro Tag eine Million Euro Gewinn! Eine Marge, die mit erneuerbraen Energien nicht zu erzielen ist – ermöglicht von Millionen ahnungsloser Konsumenten, die denken, sie sparten Geld.

Doch selbst, wer den großen Energiekonzernen den Rücken kehrt, zahlt für ihren dreckigen Atomstrom:
  • die Kosten der „Endlagerung“ finanzieren wir mit unseren Steuern
  • die Folgekosten eines Reaktorunfalls müsste ebenfalls die Gesellschaft tragen (die deutschen Atomkraftwerke sind völlig unterversichert)
Lest dazu unbedingt den FOCUS-Artikel „Braucht Deutschland Atomstrom?

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